Filmcollagen selber zusammenmausen

Mit omnisio.com ist ein neues Webportal online gegangen, das die Restriktionen von YouTube und Konsorten aufhebt. Videoclips aus allen möglichen Web-Quellen lassen sich über eine simple Schnittliste kombinieren, mit wählbaren Ein- und Ausstiegspunkten. Damit wird die Kurzclip-Kultur erweitert, theoretisch können so ganze Spielfilme zusammengeclipped werden. Vorderhand wird das vor allem zu unendlich vielen schnellen Mashups führen, aber früher oder später kommen hier Soap-Collagen zusammen. Ich freue mich schon auf die Haus-Besuche von Dr. House bei den Desperate Housewives und ähnliche Basteleien. Zusammen mit der Möglichkeit, während dem Anschauen Kommentarblasen auf die Filmchen zu kleben, erweitert omnisio.com die kreativen Möglichkeiten von Web 2.0 extrem. Und verwischt die Grenzen zwischen „fair use“, Plagiat und Copyright-Infringement weiter. Keep on mashing, folks!

Filmpodcast Nr. 70: Kirschblüten, Juno, David Lean, Total Recall.

David Lean
David Lean

Herzlich Willkommen zur 70. Ausgabe von Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Pierre Lachat stellt uns den neuen Film Kirschblüten von Doris Dörrie vor und Brigitte Häring die Teenager- Schwangerschafts- Komödie «Juno». Ich bin mir bewusst, dass wir den Film schon letzte Woche in der Rolle hatten. Aber die Besprechung ist eine andere, in Mundart diesmal, und der Film ist wirklich sehr sehenswert. Und danach feiern wir mit Pierre Lachat den 100. Geburtstag von David Lean. Ellinor Landmann führt uns gründlich ein in die Kunst, Filme nach zu erzählen – am Zürcher Theaterfestival Total Recall. Und schliesslich, wie üblich, Kurztipps und Soundtrackspiel.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200803280800.mp3]

Kniffliges Filmeraten

In diversen Filmblogs grassieren die Filmstöckchen, Ratespiele anhand von Still-Serien. Meistens fliegen die "Stöckchen" zwischen zwei oder drei Blogs hin- und her. Im besten Fall sieht das von aussen aus wie ein Pingpong-Spiel, im schlimmeren tatsächlich wie Lassie beim Spielen auf der Wiese. Auf der Fotoseite Flickr haben eine paar Enthusiasten jetzt aber einen Pool eingerichtet, wo jeder nach Lust und Laune mitraten kann, ohne zum Komplizen werden zu müssen. Crowdsourcing, einfach und simpel – d.h. hin und wieder nett knifflig auch.

Governator schmeisst Dirty Harry raus

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat seinen Schwager Bobby Shriver und Clint Eastwood (Ex Mayor von Carmel) aus der kalifornischen Park-Kommission entlassen, nachdem sich die beiden öffentlich gegen ein Maut-Strassen-Projekt durch einen südkalifornischen State-Park geäussert hatten. Eastwood lebt noch immer in Carmel, neben einem der schönsten Nationalparks Kaliforniens. Shriver und Eastwood haben sich beide für eine dritte Amtsperiode in der ehrenamtlichen neunköpfigen Kommission zur Verfügung gestellt, aber Schwarzenegger hat, wie Shriver vermutet, dem Druck der Baulobby nachgegeben, wie der San Francisco Chronicle meldet. Sowohl Shriver (Kommissionspräsident) wie auch Eastwood (Vizepräsident) waren noch von Schwarzeneggers Vorgänger in die Kommission geholt worden.

Filmpodcast Nr. 69: Juno, Max Frisch – Citoyen.

Ellen Page & Michael Cerra in "Juno" von Jason Reitman
Ellen Page & Michael Cerra in ‚Juno‘ von Jason Reitman

Herzlich Willkommen zur Osterausgabe von Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Heute stellt uns Brigitte Häring die Teenager-Schwangerschafts-Komödie Juno vor und Pierre Lachat den neuen Dokumentarfilm Max Frisch – Citoyen von Matthias von Gunten. Im Soundspiel haben wir ein Ohr auf den eben verstorbenen Regisseur Anthony Minghella und dazu gibt’s wie gewohnt die Kurztipps. Der Filmpodcast lässt sich übrigens wie alle DRS-Podcasts auch direkt im iTunes-Store abonnieren (nach DRS suchen).

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200803210800.mp3]

Anthony Minghella ist tot

Mit 54 Jahren ist heute morgen in London der Filmregisseur Anthony Minghella gestorben. Minghella ist 1996 quasi über Nacht weltberühmt geworden mit seiner Verfilmung des Michael-Ondaatje-Romans «The English Patient». Freunde des britischen Kinos kannten den eigenwilligen Drehbuchautor und Regisseur aber schon von seinem Debutfilm «Truly, Madly, Deeply» von 1990. Nach dem Erfolg des «English Patient» hat Minghella sich für seine nächsten Projekte Zeit genommen. Einen grossen Erfolg hatte er 1999 mit der Highsmith-Verfilmung «The Talented Mister Ripley», während die grossangelegte Literaturverfilmung «Cold Mountain» eher enttäuschte. Wie die amerikanische Branchenzeitschrift Variety meldet, ist Anthony Minghella heute morgen um 5 Uhr überraschend an einer Hirnblutung gestorben, nach einer Routineoperation am Hals. Minghellas letzter Kinofilm war «Breaking and Entering» von 2006. Einen letzten Fernsehfilm hat er eben noch fertiggestellt.

Filmpodcast Nr. 68: Horton Hears A Who, It

Ken Loach und seine Hauptdarsteller in "It's a free World"
Ken Loach und seine Hauptdarsteller in ‚It’s a free World‘

Herzlich Willkommen zum Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Wir fangen heute an mit dem neuen Animationsfilm Horton Hears A Who, machen weiter mit It’s a Free World von Altmeister Ken Loach, dann folgt ein längeres Gespräch mit Wong Kar Wais Kameramann Christopher Doyle und dessen Partnerin Rain Kathy Li, zum neuen Film Paranoid Park von Gus Van Sant. Und dazu gibt’s wie gewohnt Kurztipps und Soundspiel.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200803140800.mp3]

PK Visions du Réel, Nyon

Jean Perret an der PK in Zürich 13.3.08 (c) sennhauser
Jean Perret an der PK in Zürich 13.3.08 (c) sennhauser

Heute gab das Dokumentarfilmfestival Nyon (17.- 23. April) an einer Pressekonferenz in Zürich eine erste Übersicht über das diesjährige Programm. In der Regel sind solche PKs todlangweilig. Man könnte sich auch die Pressemappe schicken lassen und hätte die gleichen Informationen. So jedenfalls läuft es meistens, wenn Locarno oder die Solothurner Filmtage informieren. Mit Nyon ist das eine Spur anders, und das liegt wohl an der Vergangenheit des Nyon-Chefs Jean Perret. Der war Radiojournalist. Jedenfalls bringt er es fertig, von einzelnen Filmen in seinem Programm so zu erzählen, dass man gleich Lust bekommt, sie zu sehen. Und wenn er, der Nette, die männlichen Kollegen vor der Hardliner-Feministin Carole Roussopoulos warnt, dann klingt das nicht idiotisch, wie solche Sprüche bei den meisten von uns heraus kämen, sondern charmant und einladend. Man kann von Perret und seiner oft auch wolkigen Rhetorik halten was man will: Er kann kommunizieren und seine Freude am Film ist immer wieder ansteckend.

Texte zum Schweizer Film bei artfilm.ch

Meine Lieblings-online-Filmhandlung und "one stop source" zum Schweizer Film hat eine neue Sektion mit generellen Texten zum Schweizer Film eröffnet. Den Anfang macht der (Werbe-)Text vom Zürcher Filmstiftungsmann Andres Brütsch zur Lobbyausstellung im Berner Käfigturm. Interessanter und langlebiger ist aber der wunderbare Text zur Geschichte des jüngeren Ch-Dokfilms zu Musik in der Schweiz von Irene Genhart.

Filmpodcast Nr. 67: In the Valley of Elah, King Kong, Federica De Cesco.

Charlize Theron, Tommy Lee Jones "In the Valley of Elah"
Charlize Theron, Tommy Lee Jones ‚In the Valley of Elah‘

Herzlich Willkommen zum Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Heute mit In the Valley of Elah von Paul Haggis, einem Rückblick auf 75 Jahre King Kong von Pierre Lachat und mit Federica De Cesco, zu deren 70. Geburtstag Nino Jacusso einen Dokumentarfilm gemacht hat. Und natürlich Kurztipps und Soundspiel, wie immer.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200803070800.mp3]