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    Cannes 09: Untertitelte Basterds

    Von Michael Sennhauser | 21. Mai 2009 - 12:23

    Inglourious Basterds Hitler ST

    Yes! Yes! Yes! Yes! Martin Wuttke als Hitler in 'Inglourious Basterds'

    Ich gehöre ja leider zur Fraktion jener, die von Tarantinos neuem Opus enttäuscht sind, unter anderem, weil ich finde, dass das serielle Nazikillen eher in einen Egoshooter gehört als ins Kino. Aber einen Verdienst hat Inglourious Basterds auf sicher: Tarantino spielt mit den Sprachen, er lässt die Figuren in ihren jeweiligen Landessprachen (und fremdem Italienisch) reden und bringt immer wieder Untertitel ins Bild. Genau jene Untertitel, von denen ein paar Schweizer Kinobetreiber und Verleiher behaupten, ihr Publikum goutiere sie nicht mehr.

    Sollte Inglourious Basterds nun Ende August zu einem Erfolg werden (und daran ist nicht zu zweifeln, die Unkenrufe von uns Kritikern können solchen Kisten nichts anhaben), dann ist zumindest das Untertitel-Argument entkräftet. Denn das, woran die Schweizer Verleiher wirklich interessiert sind, sind die billigen deutschen Massensynchronkopien, die einfach deutlich weniger kosten als die individuell untertitelten, die sie selber für die Schweiz herstellen müssen. Allerdings hat das Ganze noch einen Haken: Zum einen bestehen gute Chancen, dass gar nicht die 148 Minuten lange Cannes-Fassung ins Kino kommt. Vor allem amerikanische Kinobetreiber hassen Überlänge, weil es die Anzahl Vorstellungen pro Tag reduziert. Und zum anderen ist es durchaus denkbar, dass der deutsche Verleiher aller faktischen Unmöglichkeit zum Trotz doch eine synchronisierte Fassung herstellen lässt (ein irres Unterfangen mit Figuren, die manchmal mitten in der Szene die Sprache wechseln) und dass der Schweizer Verleih dann wieder lieber auf die billigen Engros-Kopien für den deutschen Markt zurückgreift.

    Vielleicht sollten sich die freiheitsliebenden Untertitel- und Originalfassungsliebhaber rechtzeitig Baseballschläger zulegen und damit Gegenargumente liefern? Oder geht jetzt meine Fantasie auch schon mit mir durch, mit Träumen von kosher porn (Oton Eli Roth an der Pressekonferenz)?

    Topics: Film, Filmbusiness, Filmfestival | 2 Kommentare »

    2 Comments

    1. Erwartest du tatsächlich, dass in der Schweiz keine synchronisierten Kopien der «Unrühmlüchen Basterde» in die Kinos kommen? Für Deutschland wird sowieso eine solche Kopie hergestellt. Du bist eindeutig schon zu lange in Cannes. :-)

      Kommentar by Thomas — 21. Mai 2009 @ 23:15

    2. @Thomas: Wie gesagt, man kann an dem Film auch mit Synchronstimmen nicht wirklich viel kaputtmachen. Er fliegt ganz von alleine auseinander…

      Kommentar by Michael Sennhauser — 21. Mai 2009 @ 23:20

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