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    Nifff 09: The Forbidden Door – Pintu Terlarang

    Von Michael Sennhauser | 1. Juli 2009 - 15:25

    the forbidden door poster

    Der indonesische Regisseur Joko Anwar ist Mitglied der diesjährigen NIFFF-Jury. In der Reihe ‚New Cinema from Asia‘ läuft zugleich sein jügster Film, The Forbidden Door. Im Zentrum steht der Künstler Gambir, der sein Vermögen mit (ziemlich abscheulichen) Skulpturen von schwangeren Frauen gemacht hat. Allerdings ist die treibende Kraft hinter ihm seine ehrgeizige Frau, die sogar das Haus entworfen hat, in dem die beiden wohnen (und für das Schwiegerpapa aufgekommen ist). Die Vernissage des Künstlers, mit welcher der Film eröffnet, ist zunächst einfach höchst amüsant und eine bissige Satire auf den Kunstbetrieb. Dann aber entdeckt Gambir in seinem Haus eine verbotene Türe, und gleichzeitig das Kinopublikum, dass es mit den schwangeren Skulpturen noch eine eigene Bewandtnis hat, welche in diverse Abtreibungskliniken zurück führt.

    Pintu terlarang ist ein Film zwischen echtem Genrekino und augenzwinkernder Retro-Fare im Tarantino-Stil. Dieses Lavieren tut dem Film nicht immer gut. Die satirischen Elemente, das ausgewaschene Filmmaterial, das Augenzwinkern vertragen sich schlecht mit dem durchaus auch vorhandenen echten Horror, der sich im Kern um Kindsmisshandlung dreht. Aber genregerecht schlägt der Film immer wieder einmal einen Haken, er führt uns in einen geheimnisvollen Club, in dessen Zimmern per Video wildfremde Menschen bei absonderlichen oder schrecklichen Tätigkeiten beobachtet werden können. Und schliesslich, zum Finale, gibt es ein blutspritzendes Gastmal, das sich (nicht) gewaschen hat, und bei den Freunden der roten Fontänen in bleibender Erinnerung bleiben wird. Und einen weiteren Twist im Plot. Seltsam, und nachwirkend, ist aber einmal mehr das Motiv von der verbotenen Türe, die ja auch in der Blaubart-Geschichte (deren Version von Catherine Breillat hier am NIFFF im Wettbewerb läuft), absolut zentral ist. Diese verbotene Türe, erfahren wir gegen Ende des Films, gibt es in jedem Menschen. Allerdings erkennt man sie erst, nachdem man sie geöffnet hat.

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | 2 Kommentare »

    2 Comments

    1. Bisher habe ich ausgerechnet die von dir besprochenen Filme noch nicht gesehen (asser BARBE BLEU), dafür einige der Anderen hier am NIFFF gezeigten. Die „verbotene Tür“ findet sich auch in Morgenthalers EKKO. Ein Polizist versteckt sich mit seinem von ihm entführten Sohn im Haus seiner Kindheit. Dort hat es ebenfalls eine Tür, hinter der ein weiterer Junge und eine düstere Vergangenheit auf die beiden wartet…
      Aber eigentlich ist die verbotene Tür ja immer der Weg zum Horror, strenggenommen. Die Geisterbahn geht immer erst los, wenn jemand etwas auftut, irgendwo reingeht etc., was/wo er oder sie nicht sollte (und wenn’s nur der aussereheliche Sex ist, wie in den alten Zeiten). Und manchmal soll man erst recht reingehen, sonst wird’s nie besser (siehe jeder hat so ’ne Tür).

      Kommentar by primo — 2. Juli 2009 @ 08:26

    2. Ja, in der Tat. Aber das NIFFF lässt uns ja ungestraft all diese Türen öffnen. Das ist das Unwiderstehliche am fantastischen Kino. Und das, was manche aufrechte Menschen hin und wieder nach Zensur rufen lässt.

      Kommentar by Michael Sennhauser — 2. Juli 2009 @ 14:15

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