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    Warum mich der Plan für ein Alien Prequel fasziniert

    Von Michael Sennhauser | 31. Juli 2009 - 17:15

    Alien Face Hugger

    Normalerweise lassen mich die Ankündigungen von Sequels kalt. Aber Ridley Scotts Alien von 1979 war bahnbrechend im Sciencefiction-Bereich und ein Film, der mich mit seiner simplen Spannungsdramaturgie beeindruckt hat: Alle 20 Minuten schlägt eine weitere mutierte Version des Monsters zu – wenn sich auch einmal herausstellt, dass es sich nur um die Bordkatze handelt. Jetzt meldet Variety, dass 20th Century Fox ein Alien-Prequel plant, mit Ridley Scott als Regisseur.

    Die drei offiziellen Sequels zum Original können als Lehrbuchbeispiele dienen, wie intelligente Handwerker und Visionäre einem Meisterwerk beizukommen suchen. Zunächst hat James Cameron sieben Jahre nach dem Original mit Aliens auf die Umkehrung des Minimalismus bei Scott gesetzt. Statt eines Monsters in Mutationen und mit streng reduziertem Auftritt hat er die schiere Menge als Trumpf ausgespielt, und den einfachsten Kniff des Actions-Kinos: Pausenlos hämmern. 1992 versuchte dann David Fincher, die dem Original unterlegten Themen vom Klonen über die Verwertetung des Organismus als Waffe bis zur allgemeinen Kritik am Corporate-System in Alien³ fruchtbar zu machen, und überforderte weitgehend das Publikum. Jean-Pierre Jeunet schliesslich spielte 1997 in Alien Resurrection mit der dunklen Seite des Mutter-Instinktes und katapultierte den Alien-Stoff schliesslich in einen Voodoo-Bereich, aus dem es kein Entrinnen mehr gab, auch nicht für Winona Ryder, die sich als Roboter zu outen hatte.

    Danach kamen die unsäglichen Verwurstungsfilme, in denen Fox seine Monster aus dem hauseigenen Stall alter Tradition gemäss aufeinander losliess. Alien vs Predator oder Aliens vs Predator – Requiem haben mit dem Originalfilm nur noch einzelne Züge der von HR Giger geschaffenen ausgewachsenen Alien-Figur gemein, so wie den faszinierenden Dan O’Bannon als Schöpfer der ‚original characters‘.

    Wenn nun tatsächlich Ridley Scott sich in die eigene künstlerische Vergangenheit zurück wagt (mit Jon Spaihts als Scriptwriter), dann verspreche ich mir eine durchaus interessante Fusion der späten 70er Jahre mit dem kommenden Jahrzehnt. Denn ähnlich wie die Dirty-Harry-Filme mit Clint Eastwood den Grossraum der 70er Jahre in den USA repräsentieren, oder die Bond-Serie das untergehende Abendland seit den frühen sechziger Jahren, bestehen die Alien-Filme (wie alle Science-Fiction-Werke) vor allem als Spiegel der populären Ängste ihrer jeweiligen Entstehungszeit. Und das erstreckt sich vom Design über die Dramaturgie, das Casting und die Musik bis zum Einsatz technischer Gadgets und Theorien in einer immer erst nach rund zehn Jahren wirklich erkennbaren Periodizität.

    Mutter und Kind in Alien Resurrection

    Mutter (Sigourney Weaver) und Kind in 'Alien Resurrection' von 1997

    Topics: Autor / Drehbuchautorin, Film, Filmgeschichte, Regisseur/in | Kommentare deaktiviert für Warum mich der Plan für ein Alien Prequel fasziniert

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