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    Locarno 09: Medienkonferenz BAK – Wertschätzung & Transparenz

    Von Michael Sennhauser | 7. August 2009 - 13:47

    PK BAK Locarno 09 Jauslin Couchepin Bideau

    Die Filmförderungs-Ära Couchepin-Bideau wurde mit dem Begriffspaar qualité et popularité eingeläutet. Mit einem schon fast flehentlichen Wertschätzung und Transparenz hat Jean-Fédéric Jauslin, Chef des Bundesamtes für Kultur BAK, heute das Ausläuten eingeleitet. Zunächst aber hat ein gut gelaunter Bundesrat Pascal Couchepin eine positive Bilanz seines Wirkens als Kulturminister gezogen. Er hat es sogar in alter Souveränität fertig gebracht, die jüngsten Vorwürfe und Medienschlachten gegen seine Sektion Film positiv zu werten: „Man spricht vom Schweizer Film“ ist sein Fazit. Und eigentlich sei heute alles besser als vor seinem Amtsantritt, mehr Geld, mehr Koproduktionsabkommen mit dem Ausland und, eben, viel mehr Aufmerksamkeit für den Schweizer Film. D’accord. Irgendwie stimmt das nämlich alles, zumindest wenn man die ungelösten Probleme ausblendet.

    Konkreter äusserte sich danach Jauslin, auch wenn er im Wesentlichen nur wiederholte, dass ihm die gegen die Sektion Film eingereichte Aufsichtsbeschwerde keine Sorge mache, insbesondere, weil der Hauptvorwurf, zwei Kommissionsmitglieder hätten an einer Sitzung teilgenommen, an denen ihre eigenen Projekte zu beurteilen waren, vom Protokoll der Sitzungen entkräftet werden. Genau diesen Punkt disputieren allerdings die Beschwerdeführer, wie Produzent Samir nach der PK ausführte. So wie es von aussen aussieht, ist zumindest das Protokoll nicht eindeutig formuliert. Entsprechend hat denn auch Pascal Couchepin dekretiert, die Abklärung läge nun bei den Juristen und man werde erst danach überhaupt wieder darauf zurück kommen. Dass sich auch noch ein Wortführer der relativ neuen unabhängigen Produzenten meldete, und seinerseits erkärte, seine Gruppierung distanziere sich ausdrücklich von der Beschwerde, ohne deswegen alles gut zu finden, was aus Nicolas Bideaus Laden komme, hat das Bild einmal mehr abgerundet: Die Branche ist nicht nur entzweit, sondern entdreit, oder entviert. Und damit dem BAK gegenüber in einer unangenehmen Situation.

    Überraschend dann noch die ungewohnt kurze Wortmeldung von Nicolas Bideau selber, der kurz auf die neue Score-Initiative verwies, sowie darauf, dass der Filmpreis und das Akademie-Prozedere auf dem Weg zur Klärung seien. Und dann, ganz verschämt und offensichtlich im Bemühen, keine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Sektion Film ab Herbst auch TV-Serien unterstützen werden. Und zwar darum, weil insbesondere das Westschweizer Fernsehen keine Fernsehfilme mehr wolle, und die Produzenten daher auf die Produktion neuer Serien angewiesen seien. Im persönlichen Interview im Anschluss hat er dann noch ergänzt, es gehe nicht um „kommerzielle“ Fernsehserien, sondern um „künstlerische“. Und unterstützt werde grundsätzlich nur die erste Staffel, weil eine zweite ja auf einen „kommerziellen Erfolg“ schliessen lasse. Ein Interessanter Ansatz. Anschubfinanzierung vom Bund an die SRG SSR idée suisse. Sozusagen.

    Pardofell

    Topics: CH Film, Filmfestival, Filmpolitik | 4 Kommentare »

    4 Comments

    1. … danke für die ausgezeichneten Infos, die wir immer wieder in diesem Blog zu lesen bekommen. Bei der ganzen desolaten Situation im Kulturjournalismus ist das umso wertvoller.

      Kommentar by Felix Schenker — 8. August 2009 @ 08:37

    2. Das jetzt auch noch TV-Serien vom BAK mitfinanziert werden macht überhaupt keinen Sinn. Woher kommt das Geld für diesen Bereich? Im zur Zeit schlechten wirtschaftlichen Umfeld ist eine Erhöhung des Filmkredits undenkbar! Das ganze ist eine neue Furzidee vom BAK!!! Fazit: Bitte weniger Beamte, die unsere Kultur verwalten!!!

      Kommentar by Petra — 8. August 2009 @ 22:16

    3. Festivalkritiker sind wie Kulturdirektoren. Sie treffen willkürlich eine Auswahl und unterziehen sie ihrer Bedeutung. Der Beweis ist, dass sie liefern, denn so will es das Geschäft. Die Hauptsache ist, dass sie dabei sind, denn daraus ergibt sich der Stoff. Dann kommt eines Tages ein Un-Erhörter, will an ihrem Thron sägen und macht ihnen den Prozess. Er behauptet, dass sie sich schuldig gemacht haben, weil alle schon vorher einig sind. Festivalkritiker sind wie Kulturdirektoren. Das nächste Locarno kommt bestimmt.

      Kommentar by Stefan Peter — 9. August 2009 @ 02:46

    4. Liebe Petra,die ENTWICKLUNG von TV-Serien war vom BAK schon vor Jahren finanziert worden.Dann kaprizierte man sich auf die langen Formate und half den langen Sonntagabend-TV-Filmen… auch nicht gerade eine Erfolgsstory. Und im Animationsfilm versenkte man mit „Max & Co.“ auf Jahre hinaus die Möglichkeit, Spielfilmlänge zu produzieren. Mit anderen Worten: die Mitfinanzierung von Pilotfilmen beispielsweise im Animationsfilmbereich tut dringend Not. Die Probleme werden wohl wieder im Detail der Förderung liegen,aber die Idee ist gut (ist ja auch nicht vom BAK…).

      Kommentar by Jonas — 10. August 2009 @ 14:23

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