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    The Twilight Saga: NEW MOON

    Von Michael Sennhauser | 21. November 2009 - 06:10

    Wahre Liebe wartet. Robert Pattinson und Kristen Stewart © ascot elite

    Wahre Liebe wartet. Robert Pattinson und Kristen Stewart © ascot-elite

    Schon überraschend, wenn in einem Vampirfilm nur von den Werwölfen richtig zugebissen wird. Mit diesem zweiten Film ist die Saga bei der Buchreihe (und der Harry-Potter-Franchise) angekommen, und all die schmachtend konservativen Werte von Stephenie Meyers Romanen sind auf dem besten Weg, zur Formel zu erstarren. Ist es Catherine Hardwicke mit dem ersten Film noch erstaunlich gut gelungen, Romantik, Frauentraum und Teenager-Angstlust in ansprechender Schwebe zu halten, spielt Auftragsregisseur Chris Weitz die vom Studio zweifellos analysierten Attraktionselemente bereits in serieller Reihung aus: „Wahre Liebe wartet“ ist das zentrale Motto, auch wenn es im Film nie so ausgesprochen wird.

    Bella und Edward in 'New Moon' © ascot-elite

    Bella und Edward in 'New Moon' © ascot-elite

    Bella Swan ist eine romantische Heldin aus dem 19. Jahrhundert, ein schmachtendes Mädchen, das sich in Leidenschaft verzehrt nach ihrem goldenen Vampir-Jungen Edward. Der aber will partout nicht zubeissen, um die Seele der Geliebten nicht der ewigen Verdammnis anheimfallen zu lassen. Da kann Bella noch so lange beteuern, dass sie nicht an diese Verdammnis glaube. Irgendwann, nach vielen dramatischen und romantischen Komplikationen, welche auch den attraktiven Nebenbuhler, Indianer und Werwolf Jacob involvieren, taucht dann tatächlich die Frage nach der Heirat auf, und Edward bittet sogar da noch um drei Jahre Aufschub. Das dürfte doch mindestens noch für drei Sequels gut sein – auch wenn es nur noch zwei Romane aus der Reihe umzusetzen gibt.

    Nun habe ich nichts Grundsätzliches einzuwenden gegen das Schmachtprinzip. Schliesslich gehört die sublimierte Bisserotik grundsätzlich zum Vampirfilm, und den permanenten coitus interruptus hat die Twilight Saga gekonnt zum Stilprinzip erhoben. Auch hat die Ausweitung des archaischen Kampfes von Gut gegen Böse über die vorgebenen Grenzen des Genres hinaus einen brav postmodernen Touch: Es gibt die guten, vegetarischen Vampire (welche die Fernsehserie True Blood wunderbar konsequent weiterdenkt) und die guten beschützenden Werwölfe, welche jeweils vor allem gegen die Bösen in den anderen Reihen aktiv werden. Aber das Schema ist letztlich wieder das des Schmachtromans, wenn die Eifersucht zwischen Werwolf Jacob und Vampir Edward zum wahren dramatischen Motor wird, und die zum Turnierpreis reduzierte Bella auch die Qual der Wahl endlos geniessen darf. Unappetitlich ist an dieser Konstellation der latente Rassismus. Der vom Briten Robert Pattinson gespielte, europäisch bleich aristokratische Übermensch und Golden Vampire Boy Edward ist die grosse Liebe der Bella, der Indianer, Werwolf, Underdog, Bikerboy und oft auch noch animalisch halbnackte Jacob dagegen ein gefährliches Bündel erotischer Phantasien – von Chris Weitz in New Moon denn auch konsequent als Plantagen-Sklave in der infamen Mandingo-Tradition inszeniert.

    Bella und Jacob in 'New Moon' © ascot-elite

    Bella und Jacob in 'New Moon' © ascot-elite

    Der Film setzt schon ziemlich penetrant auf die Instinkte seiner Zielgruppe. Angstlust und unterdrückte Erotik auf der einen Seite, der latente Flirt mit dem Suizid auf der anderen (Romeo und Julia wird ausgiebig zitiert), die Unverstandenheit und Einsamkeit des Teenagers, das alles wird in Endlosschleifen rekombiniert. Während aber Catherine Hardwicke im ersten Film mit einer klaren Deklaration der Elemente eine Offenheit schuf, welche auch der Ironie ihre Rolle zuwies (und mit dem unerreichten Vampir-Baseball-Game-Rockmusik-Clip mitten im Film auch ein Ventil dafür fand), wirkt New Moon nun wie die konsequente Umsetzung einer Markt- und Produktanalyse. Biss zum Morgengrauen.

    Topics: Film, Filmbesprechung | 3 Kommentare »

    3 Comments

    1. Zum Anfang war ich eher skeptisch gegnüber „Twillight“ aber der 1te Teil hat mir so gut gefallen das ich den 2ten unbedingt sehen wollte.
      Ein Fehler!
      Habe noch nie so eine schlechte Schauspielerin wie „Bella“ in einer Hauptrolle gesehen.
      So emotionslos, so gefühlskalt, so ausdruckslos!
      Keine Stimmung im Film konnte ich von Ihr spüren, nur immer diesen treulosen Doofen Hundeblick.
      Total fehlbesetzt!
      Selbst als sie den Arm zugenäht bekommt keine zucken, kein „autsch“ kein Augenzwinkern. Erinnerte mich irgendwie an Rambo II ;-).
      Und die Traumscenen – Erinnerten mich eher an Christiane F. auf Entzug!
      Fazit:
      130min pure langeweile, schlechte Schauspieler, nicht empfehlenswert!
      Und das der Film ein „Frauenfilm“ ist wie viele hier schreiben….stimmt! Doch meine Frau fand ihn auch grottenschlecht!

      Kommentar by Thomas — 7. Dezember 2009 @ 11:55

    2. also ich fand den ersten Film einfach toll (auf englisch) finde die deutschen Sprecher machen alles zunichte!
      Ok Bellas Blick ist,… *räusper* nicht sehr intelligent, aber ich werde mir die DVD holen, und hoffen, dass es wie beim ersten in Englisch wieder toll ist und ich nicht umsonst geld ausgebe

      Frauenfilm? JAAA auf jedenfall, welcher Kerl will sehen, wie zwei Kerle sich total bescheuert verhalten um DIE EINE zu bekommen?

      Jacob und die Cullens sind meiner meinung nach sehr gut besetzt, und Bella finde ich auch eine gute besetzung, wie gesagt auf englisch lohnt sich die Reihe um einiges mehr!!!!!!

      Kommentar by jana — 20. Dezember 2009 @ 23:03

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