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    Duisburg 11: NICHTS FÜR DIE EWIGKEIT von Britta Wandaogo

    Von Michael Sennhauser | 11. November 2011 - 11:10

    Nicht für die Ewigkeit

    Ein Film wie ein Rückfall. Oder stimmt das doch nicht? Es kommt selten vor, dass es mich so schüttelt im Kino, und noch seltener, dass ich an einer der Duisburger Diskussionen emotional Achterbahn fahre. Ist die Frau da oben auf dem Podium, die uns eben das Leben und das Sterben ihres heroinsüchtigen Bruders vorgeführt hat, bei Trost? Ist der Film Trost? Ich weiss nicht, was mich mehr fasziniert: Die ruhige, klare und direkte Art, wie Britta Wandaogo mit den Fragen zu ihrem Film umgeht, oder der Gedanke daran, was die Frau für eine Entwicklung hinter sich hat, wie sie es geschafft hat, nicht nur zu überleben, sondern dies gleichzeitig innerhalb und ausserhalb der kleinbürgerlichen Vorgaben ihrer Herkunft. Am Ende der Diskussion bin ich hingerissen, mehr als her. Und ich habe in meiner eigenen Arroganz wieder einmal einen Dämpfer erfahren: Man kann die Welt offensichtlich auch spüren, nicht nur klassifizieren.

    Dem Film ist mit Worten von aussen noch schwieriger beizukommen, als von innen heraus, darum Wandaogos eigene Worte vorab:

    Meine erste Videokamera 1993. Dirk und ich sitzen im Bett und filmen uns gegenseitig. Ich sage zu ihm: „Ich bin jetzt 27 Jahre alt und total fertig…, aber vorher bringe ich meinen kleinen Bruder noch auf Hoch!“

    Was auch immer damals mein Vorhaben war, ab dieser Zeit habe ich unzählige Situationen mit uns gemeinsam gefilmt, unser Leben „zwischendurch“ mit der Kamera festzuhalten war Schutz und Erinnerung zugleich. Dirk das „leidige“ Zentrum unserer Familie über den viel geredet wurde.

    Dirk starb, unsere Familie brach auseinander – doch Dirk war meine Familie! Mit ihm verband mich eine Nähe, ein Humor, der vielleicht nur zwischen Bruder und Schwester existieren kann. Seine Heroinsucht war eine Begleiterscheinung mit der wir beide leben mussten – immer getragen von dem Gedanken, dass er da irgendwie rauskommt.

    Das Material, das Wandaogo zur Verfügung hatte, waren Stunden um Stunden von Aufnahmen, die sie – immer mehr oder weniger aus der Hand heraus – in Gesellschaft ihres Bruders gedreht hatte. Er verladen, oder schlafend, aufwachend, charmant, immer wieder charmant, dann wieder völlig drauf, inkohärent und verzweifelt. Britta Wandaogo manchmal im Bild, von ihm gefilmt, als Co-Abhängige von ihm klassifiziert, herabgesetzt und geliebt und ausgenutzt und aufgestellt: Material, das vor Spannung bebt.

    Schon die ersten Einstellungen platzen von Symbolkraft: Dirk fährt mit dem Motorrad vor, irgendwo im Süden in Dschungelnähe, die Schwester steigt hinten auf, hält immer weiter die Kamera, rasante Fahrt. Und schliesslich bleibt das Motorrad im Schlamm stecken bis über die Naben.

    Wandaogo wird Mutter, Dirk damit Onkel. Das kleine Mädchen liebt den Onkel; das nicht mehr ganz so kleine Mädchen heult, weil der Onkel schon wieder sein Zimmer bei der Grossmutter besetzt und das danach wieder renovationsbedürftig sein wird.

    Nichts für die Ewigkeit funktioniert als Film wie die Punk-Version von Thomas Imbachs Day is Done. Die Intimität, das Private, das allzu persönliche wird zu dem was mich angeht, packt, schüttelt und weh tut. Unter anderem, weil es mir irgendwann nichts mehr nützt, den Süchtigen als Idioten ab zu tun, weil das nicht mehr funktioniert, angesichts seiner Bindungen, seiner Aura, seines Charmes und seiner eigenwilligen Lebensauslegung. Und dies wiederum funktioniert, weil die Schwester das alles preisgibt, mit Bedacht, mit Fleiss, mit perfektioniertem Können und bewusst filmischer Montage.

    Britta Wandaogo

    Topics: Dokumentarfilm, Film, Filmbesprechung, Filmfestival | 42 Kommentare »

    42 Comments

    1. Danke für diese Kritik, die mehr als eine Kritik ist. Was sie hier geschreiben haben bringt den Film wieder hoch in mir und wieder bestätigt warum bestimmte Dokumentarfilme mir so wichtig sind; die verbinden uns mit etwas was mit dem wesentlichen an Menschsein zu tun hat.

      Kommentar by Katherine Prewitt — 19. November 2011 @ 11:12

    2. anstatt die verdammte kamera in die hand zu nehmen hätte sie lieber ihrem bruder helfen sollen. das ist doch einfach krank.

      Kommentar by blabla — 3. November 2012 @ 14:23

    3. blabla,
      das was sie geleistet hat ist an hilfe und an aufgebrachter stärke nicht zu überbieten.
      aus einem dokumentarfilm von einigen wenigen minuten zu schließen, was eines familienangehörigen versäumnis sei in ihren augen, ist leider nur eins, unfassbar vermessen.

      Kommentar by peter — 3. November 2012 @ 14:47

    4. gilt also als „stark“ wenn man das leid seines familienangehörigen monetarisiert?

      heroin ist nicht gleich der tot. wenn man so eine „besondere bindung“ zu seinem bruder hat dann hilf ihm doch gottverdammt nochmal. versteh mich nicht falsch aber rein vom lesen her riecht das schon einfach nach geldmacherei und mich wunderts einfach das sowas belohnt wird.

      nennt mir doch mal wie sie „stärke“ zeigt? indem sie ihren kranken bruder filmt? also sorry aber das muss ich jetz einfach fragen.

      Kommentar by blabla — 4. November 2012 @ 13:56

    5. ich würde es als stark bezeichnen bei ihm geblieben gewesen zu sein, keine ahnung wieviele süchtige du so im freundeskreis hast oder gar im engsten verwandtenkreis.
      natürtlich ist heroin nicht „gleich der tod“ aber es ist nun mal wie einige andere krankheiten auch, eine, die den tod oft zur folge hat.
      den monetarisieren vorwurf kann ich gelinde gesagt nicht nachvollziehen, ich glaube kaum die idee zu dieser doku war mit den ersten aufnahmen gefasst.

      und nein, meiner erfahrung nach wirst du keinem helfen „können“ der es eben einfach nicht will, aber das ist müßig zu diskutieren, es gibt kein zwangsclean sein, aber für jeden süchtigen viele gute gründe nicht clean leben zu wollen.
      die trauer auszuhalten, das eigene scheitern, betrug, lüge etc im eigenen leben aushalten zu müssen weil man einen menschen nicht allein lässt mit seiner entscheidung wie er lebt, das ist für mich tatsächlich stärke. ihn als mensch mit krankheit angenommen zu haben ebenfalls.

      Kommentar by peter — 7. November 2012 @ 21:57

    6. Man kann einem Abhängigen nur halt geben und den weg zeigen. Gehen muss er ihn selbst. Ergreifender Film

      Kommentar by bla — 8. November 2012 @ 00:02

    7. Liebe/r, blabla,

      bitte sehen Sie sich den Film an. Danach eine Meinung bilden.

      Ich habe den Film gerade auf 3sat gesehen und bin mitten ins Herz getroffen. Es ist ein großer Film über Liebe und Leben.

      Ihr BLA-BLA ist wirklich völlig vorbei an diesem Film und bedeutungsloses Genöle.

      Kommentar by Klosi — 8. November 2012 @ 00:03

    8. Ich hab den Film leider nur die letzten 10 Minuten gesehen, die mich aber total gepackt haben.Ich würd gern den ganzen Film sehen, wer weiß wo?Erst dann kann ich mir eine ehrliche Meinung bilden!

      Kommentar by Porsche — 8. November 2012 @ 00:15

    9. Und an Blabla: gut gewählter Name, wenn ich die Texte lese!

      Kommentar by Porsche — 8. November 2012 @ 00:16

    10. Bei Heroin hört jede Besserwisserei auf. Da macht man nur alles falsch und nichts richtig. Ähnlich wie Aids. Es ist ein psycho-soziales Mahnmal einer Gesellschaft, die sich überlegen fühlt, ohne zu wissen, mit wem sie es so ganz eigentlich zu tun hat. Die Erkrankten sind für die Gesellschaftslenker- und Befürworter nichts weiter als Fliegen auf der Windschutzscheibe… dagegen gibt es Scheibenwischer, Wasser und ein Knopf zum betätigen. Und solange die Mehrheit dieser Ansicht ist, wird sich daran nichts ändern. Sie werden auch irgendwann zur Fliege werden, wenn der auftaucht der sich noch überlegener fühlt.

      Kommentar by Machmatuma — 8. November 2012 @ 00:19

    11. Ein Dokumentarfilm der sehr ans Herz geht. Sehr traurig und ergreifend! Als Außenstehender bekommt man einen Eindruck wie heftig diese schreckliche Droge ist und wie sie das Leben nicht nur des Süchtigen beeinflusst sondern auch das Leben der Familie.Einfach krass-dieser Film schreckt sicher mehr ab und klärt mehr auf als alle Infobroschüren und Literatur und sollte zur Abschreckung an Schulen gezeigt werden, da man hier ein wirkliches Bild von einem jungen Menschen hat,der zudem noch sehr sympatisch ist und den Verfall Stück für Stück miterlebt. Der Tod des Bruders ist schockierend und einfach nur traurig!

      Kommentar by Linda Schwerdtfeger — 8. November 2012 @ 00:40

    12. ganz im ernst, mich hat die doku absolut gepackt. das schlimmste an allem war und ist wohl der charm und die anziehung, die dirk hatte. man hat mitgefühlt und obwohl man wusste wo es endet, hat man bis zum schluss gehofft, dass er es doch noch irgendwie schafft. und nur wer die doku gesehen hat, wird wissen, dass die familie schon lange nicht mehr an ihn rangekommen ist.

      Kommentar by Angi — 8. November 2012 @ 00:44

    13. Ich bin eine betroffene Mutter. Konnte mir nur den Trailer anschauen.Irgendwann schaue ich mir den ganzen Film an, wenn ich den Mut dazu habe.Es spiegelt genau das wieder, was unsere Familie seit Jahren erlebt, immer noch mit der Hoffnung auf einen guten Ausgang.

      Kommentar by Barbara — 8. November 2012 @ 08:40

    14. Wow,… ergreifend,mitfühlend,hoffend,und zu sehen,wie trotzdem miteinander umgegangen wurde,einfach nur die Nähe der Geschwister in dieser Zeit zu spüren,wahnsinn…Bis zum bitteren Ende und zu wissen, daß es auswegslos ist, trotz Beistand, der an den Nerven zerrt.
      Ich finde gar keine Worte dafür, bin innerlich so aufgewühlt, dass ich gar nicht schlafen konnte!
      Erinnert mich an die Zeit, als „Wir Kinder vom Bahnhofszoo“ gezeigt wurde.
      Dirk lebt in diesem Film weiter und ich finde es gut, dass es dokumentiert wurde um zu zeigen wie es ist ,drogenabhängig zu sein, immer auf der Suche nach Stoff. Cocain in my Brain…Wie sich alles nur darum dreht, einfach immer etwas zu bekommenund so den Tagesablauf bestimmt.
      Der Film soll wachrütteln, damit jeder sieht, was Stoff aus einem Menschen macht!
      Respect!

      Kommentar by Blackpearl — 8. November 2012 @ 09:08

    15. Ich bin noch sehr jung und auch sehr unerfahren was das Leben und das leben des Lebens betrifft.

      Ich bin gerstern per Zufall ca. im ersten drittel des Films dazu gestoßen und habe ab da gebannt der Doku gefolgt.
      Wie viel Kraft Frau Wandaogo hat, wie stark Sie ist eventuell durch die Liebe zu Ihrem Bruder?
      Wie Sie ihn versucht zu schützen, ihn zu stärken und Ihn, und ich glaube das ist der wichtigste Punkt, NICHT alleine lässt, ihn einfach nicht fallen lässt, sondern für Ihn da ist. Es ist eine sehr einseitige Beziehung, die zum einen nur aus Nehmen und zum anderen nur aus Geben besteht. Dennoch lässt die Dame sich durch nichts zurückschrecken. Sie hat ihrem Burder beistand geleistet, auch noch zu einem Punkt an dem sich viele andere schon längst abgewand hätten.

      Man bekommt einen Einblick wie stark die Droge den Ablauf des Lebens eines abhängigen Manschen bestimmt.

      Es wird mir lange zu denken geben

      Kommentar by SHRM — 8. November 2012 @ 11:10

    16. unfassbar ehrlich und schonungslos menschlich. meine hochachtung!

      Kommentar by sch — 8. November 2012 @ 12:29

    17. Hallo, falls jemand den Film nochmal online sehen will:

      http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/sendungsbeitraege/2012/0405/bruder.jsp

      Kommentar by Pauls — 8. November 2012 @ 13:03

    18. Gut beobachtet das mit der kleinbürgerlichen Herkunft: kulminiert in der Szene des 60. Geburtstags der Mutter.
      Würde unsere Gesellschaft wohl am liebsten wegstecken – Süchtige und Todkranke als letzte Klassenkämpfer. Paradoxerweise aber das Humanste, was ich seit langem gesehen habe. Sehr kompliziert das mit der Würde halt, darum auch schon wieder die Moral in den Kommentaren von Menschen aus dem Kopf.

      Kommentar by Stefan Peter — 8. November 2012 @ 13:09

    19. hmmm…ohne mir jetzt alle einträge durchgelesen zu haben…es stimmt. die „doku“ lies gewisse einblicke zu.es gab die möglichkeit zu sehen und zuzusehen.das ermöglichte bei einem gewissen wollen zuzulassen zu leiden.mir tat er leid.von anfang bis ende.mir tat aber nicht „nur“ er leid.viel mehr stellt ich mir auch die frage wie sehr mögen seine nähsten dabei gelitten haben.wie schwer tat sich die schwester…aus video´s von tief innen nach aussen zu fremden zu tragen.was für ein elend!nur ist die frage offen ob sein finales ende das zeug hat zum wecken.ich befürchte 3sat ist ein zu kleines medium.was schade für die möglichkeiten ist die dieses zeigen hat.und wenn man sich bedenkt…dieser dirk ist/war nicht allein mit diesem gewissermaßen gewoltem leiden.und dabei belehrte er seine schwester sie würde bei freitod nicht in den himmel kommen können.
      naja…glaube shakespeare schrieb in hamlet…

      Aller Rest ist Schweigen.

      Kommentar by Osti — 8. November 2012 @ 15:27

    20. ich glaube, hier anschuldigend auf Britta loszugehen, kann und darf sich keiner erlauben.

      Ich selbst bin seit über 15 Jahren H-Konsument und aus meiner Sicht, hat sie so ziemlich alles
      getan, um ihrem Bruder beizustehen. Psychisch sowie physisch.
      Wollen jetzt Leute wie „blabla“ ihr vorwerfen, daß – nur weil sie eine Kamera mitlaufen lies –
      sie nicht ihr Möglichstes versucht hat, ihren Bruder zu unterstützen ??

      Liebe Leute, wenn mehr Heroin-Konsumenten eine DERARTIGE Untersützung eines Familien-
      angehörigen bekäme wie Dirk von Britta, dann könnten es vielleicht mehr schaffen, aus der
      Sucht rauszukommen. ICH hätte mir jemanden wie Britta an meiner Seite gewünscht…

      RIP, Dirk

      Kommentar by Insider — 8. November 2012 @ 17:42

    21. Ich bin selbst einen Tag später noch völlig ergriffen, bekomme diesen Film mit seinen Menschen nicht aus dem Kopf. Mir war oft übel bei all dem Elend. Das Ende will ich bis heute eigentlich nicht akzeptieren. Das Telefonat zwischen seinem Vater und Britta ließ Böses ahnen, warum muß man so enden?

      Kommentar by Punkt — 8. November 2012 @ 17:51

    22. Dank und Respekt an Frau Wandaogo das sie den Mut und die Kraft hatte diesen Film wahr werden zu lassen…!
      Sehr,sehr wertvoll,sollte Pflichtprogramm in jeder Schule sein!

      Kommentar by Icke halt — 8. November 2012 @ 19:33

    23. Auch ich bekomme diesen Film nicht aus dem Kopf und sehe nun einiges mit anderen Augen. Die starke Bindung und innige Liebe zwischen den Geschwistern überträgt sich auf den Zuschauer. Zumindest war dies bei mir der Fall. Den Atem hab ich angehalten, als Dirk´s Wohnung aufgeräumt wurde und die Ahnung bestätigte sich beim Blick ins Badezimmer. Ganz schlimm fand ich das Sterbedatum mit dem Wortzusatz -zwischen dem- … und ich empfand eine seltsame Leere… Alles Gute für Sie und ihre Familie, Frau Wandaogo..

      Kommentar by Pfeilchen — 9. November 2012 @ 07:40

    24. Scheinliebe. Der feinsinnige, redende und mitfühlende Dirk ist unfähig die (kleinbürgerlichen!) familiären Grenzen zu durchstoßen. Geistig unterfordert,ist er gefangen wie ein Vogel im Käfig. Das Joch, das ihm von seiner eher schweigsamen Umwelt aufgelegt wird, duldet er mit Sanftmut und ewigem Lächeln. Dieser Abhängigkeit versucht er zu entkommen und weiß nicht wie.
      Solange die Stärkeren hilflos und klein bleiben, können die Schwächeren ihre Scheinwelt behaupten.
      Auch Jesus starb einen ähnlichen Tod – scheinbar !

      Kommentar by Machmatuma — 9. November 2012 @ 12:05

    25. Ich habe diesen „Dokumentarfilm“ auch gesehen, und ich habe mich danach geärgert. Es ist ein privater „Familienfilm“, der auchprivat in der Familie gezeigt werden sollte. Das Leiden von Dirk ist wirklich dramatisch und ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum man das in die Öffentlichkeit schleppen muss. Ich las vorab eine Kritik, worin stand, dass die „Filmerin“ ihrem Bruder beim Verfall zuschaut, ohne zu helfen. Ich dachte, na das wird nicht so sein, aber mitnichten – sie sitz da und untertstütz ihn noch dabei indem sie ihm Geld gibt und alles ohne Widerspruch oder Argumentationen mitmacht. Aber richtig übel wurde mir bei der Szene, als Dirk völlig drauf und out of Control, den Kinderwagen mit der Tochter der Schwester fast auf die Straße schiebt. Auch das die Schwester ihrer Tochter diesen Umgang angetan hat – schrecklich. Wer weiß, wie sie ihr Kind damit traumatisiert hat. Ich sehe immer noch das arme Kind bei der Oma sitzen und weinen, als es erfährt, dass der liebe Onkel mal wieder in ihr Zimmer einquartiert werden soll, weil sie weiß, dass dann das Zimmer wiede renoviert werden muss. Das ist schon Kindeswohlgefährdung. Also beim besten Willen – ein absolutes NO GO!!!!! Und der Ton ist ganz mies..man versteh kaum was von dem eh schon meist genuschelten Dialogen. Also ich habe mich sehr geärgert, über die Zeitverschwendung, diesen Film anzuschauen. Armer Dirk – ob er das so gewollt hätte, dass seine Schwester Profit aus seinem Leidensweg schlägt und es der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht?

      Kommentar by Stefanie — 9. November 2012 @ 14:00

    26. „Das Leiden von Dirk ist wirklich dramatisch und ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum man das in die Öffentlichkeit schleppen muss.“

      Dann solltest du deine erkenntnistheoretischen Lücken mal schleunigst schließen und bei Vertretern der Kritischen Theorie nachlesen, was diese zur Kulturindustrie schreiben. Es ist kein unverständliches Hexenwerk, warum (nicht nur) derlei Filme veröffentlicht werden.

      Kommentar by . — 9. November 2012 @ 16:28

    27. Ich habe durch zufall den film gesehen. War am ende völlig fertig. Genau das selbe habe ich mit meinem Bruder vor fast zwanzig jahren auch durch gemacht ich war gerade 16 und er 22 jahre alt, als er heroin abhängig wurde und wir wohnen auch nur auf einem kleinem dorf. Der film hat mich so mitgenommen das ich jetzt hier erstmal nachschauen mußte. Mein Bruder hat es gott sei dank geschafft und ist jetzt seid fast 20 jahren clean lebt seid dem in Berlin und arbeit als Drogenterapeut in der Einrichtung wo er seine Terapie gemacht hat. Wir feiern jedes jahr sein cleangeburtstag und ich bin mächtig stolz auf ihn. Und ich finde es richtig gut das der film veröffentlicht wurde.

      Kommentar by Giwana — 9. November 2012 @ 19:45

    28. Mich hat diser Film sehr aufgewühlt und mit vielen Fragen zurückgelassen. Wer hat die Kinder rauchend auf dem Sofa gefilmt, wie hat sich Dirk seine Sucht finanziert, wie ist es überhaupt dazu gekommen? Monetäre Aspekte kann ich nicht erkennen. Wohl eher die Verarbeitung der ganzen extremen Erlebnisse. Außerdem wissen wir als Betrachter überhaupt nicht was zwischen den gezeigten Bildern passiert ist.
      Ich bin übrigens Jahrgang ´71 und komme aus West-Berlin…

      Kommentar by Tunichso — 10. November 2012 @ 07:32

    29. Danke für den Film! Mir kommt soviel bekannt vor! Auch ich bin eine Schwester…

      Kommentar by Sandra — 11. November 2012 @ 13:54

    30. @Stefanie: Du hast keine Ahnung.

      Ich bin dafür, diesen Film in Schulen zu zeigen.

      Kommentar by Xtesie — 11. November 2012 @ 15:59

    31. Das war auch mein Gedanke. Dieser Film sollte Unterrichtsmaterial sein. Hinterläßt mehr Eindruck als jedes gesprochene Wort.

      Kommentar by Punkt — 11. November 2012 @ 17:08

    32. Ich finde den Film sehr gut für Schulen geeignet. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand belehrend den Zeigefinger hebt der denkt man würde sich Hasch spritzen, oder ein Film das echte Elend zeigt.

      Kommentar by Xtesie — 11. November 2012 @ 17:39

    33. Ich habe den Film leider nur zu 1/3 gesehen und bin daher auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihn noch einmal sehen zu können. Die kürzere Fassung (eine Überdosis Leben) habe ich bereits gesehen. Trotzdem möchte ich die Doku von 3Sat gerne ansehen. Ich bin total berührt und irgendwie gefesselt von Dirk und finde, man kann Britta keinerlei Vorwürfe machen, wegen der angeblich nicht aktiv geleisteten Hilfe. Blödsinn. Sie war doch immer für ihn da… Da gebe ich Peter recht und blabla schreibt wirklich dummes Zeug!
      Wer hat den Film eventuell aufgezeichnet oder weiß, wo man ihn downloaden, bzw. in Wiederholung sehen kann?

      Kommentar by tina — 13. November 2012 @ 16:28

    34. Kein Mensch kann hier urteilen außer die Familie selbst. Aber es gibt viele Leute denen der Respekt fehlt und den Mund so voll nehmen das sie sich schämen sollten. Der Film hat mich gefesselt in allen Hinsichten. Liebe Grüße

      Kommentar by Vuk-Andrijan — 14. November 2012 @ 20:12

    35. was manche leute sich erlauben! „sie hätte helfen sollen statt filmen“! ich habe das gleiche erlebt wie britta,und mßte wochenlang den selben käse anhören.“ hättest du nicht…….“
      der film ist toll, und sie hat alles richtig gemacht.

      Kommentar by alex — 23. Dezember 2012 @ 23:00

    36. Leute sie anzugrenzen wegen profit sucht dass echt mal scheise mein bruder war Heroin abhängig ich bin bis heute Methamphetamin süchtig bin 21 mein Bruder 27 es ist ein todeskreislauf einer der süchtig kann keiner helfen aussehr er selbst war selber in einer Klinik es hilft nichts wenn man es selber nicht will am Schluss der Tod war am weihnachten hat da einer mal darangedacht warum denn genau in der zeit ?

      Kommentar by crystal meth — 3. Januar 2013 @ 13:50

    37. ich hab die doku nun auch schon 3 mal gesehen und bin immer noch bedrückt,wie kann ich den absturz meines eigenen bruders filmen,anstatt ihm ne ohrfeige zu geben und ihm kraft und beistand geben damit er von der scheisse loskommt,stattdessen hat sie ihm noch kohle gegeben um seine sucht zu unterstützen…ich hab auch geschwister und ich würde alles dafür tun das sie weg von der droge kommen,es wäre ein jammer nicht dafür zu kämpfen und dann auch noch zu sehen wie sie elendich daran verrecken…anderseits wenn ein mensch partour keine hilfe annimmt dann hat er damit sein eigenes schiksal besiegelt…bin immer wieder hin und hergerissen…

      Kommentar by melanie — 18. Februar 2013 @ 10:07

    38. zuersteinmal an alle „ahnungslosen“ die der meinung sind seine schwester britta hätte nichts getan. ich weiß nicht ob ihr ihren satz verpasst habt“ich würde alles für dich tun“.sie war immer für ihn da. glaubt ihr wenn sie ihn seinem schicksal(und ganz allein) überlassen hätte wäre es dirk besser gegangen? sie wahr wahrscheinlich die einzigste ehrliche person in seinem umfeld(wer die szene kennt weiß das es dort keine echten freunde gibt!!!)
      und ich gehe davon aus das sie ihm auch beiseite gestanden hätte, wenn dirk!!! den „mut“ gefasst hätte clean zu werden.
      mag sein das außenstehende nicht verstehen warum sie ihn noch finanziell unterstützt. ich möchte euch mal sehen wenn ihr zuseht wie euer/eure bruder/schwester unter den entzugsqualen leidet!!!(kommentare wie er ist ja selber schuld könnt ihr euch sparen…bullshit) der film zeigt „leider“ nur einen kleinen teil seiner suchtgeschichte. hinter jedem süchtigen steht eine (lebens)geschichte. niemand wird als süchtiger geboren oder entschliesst sich zu einer „ausbildung zum abhängigen“!!!
      zum „filmprojekt“ selbst kann ich nur sagen…was ursprünglich als privates videotagebuch begann ist meiner meinung nach eine schockierende ehrliche dokumentation über das „teilweise“ leben eines junkies sowie deren evtl. vorhandenen familie. und der film hat wahrlich nicht alles offengelegt was den „tagesablauf“ eines süchtigen wiederspiegelt(beschaffungskriminalität, evtl. obdachlosigkeit, gewalt in der szene, usw.)
      ich finde ebenfalls das diese doku in jeder schule gezeigt werden sollte anstelle von pädagogen(meißt ohne eigene erfahrung) die mit erhobenem zeigefinger über die gefahren von drogen erzählen(ihr würdet euch auch nicht von einer kinderlosen frau erklären lassen wie sich eine entbindung anfühlt!!!)
      r.i.p. dirk

      p.s. ich war selber 10 jahre h-abhängig und bin seit 7 jahren clean.

      Kommentar by icke_bins — 18. Februar 2013 @ 16:42

    39. Hallo „icke_bins“, auch wenn ich hier schonmal gepostet habe (Nr.21), muß ich trotzdem nochmal kurz meinen Senf dazugeben. Dein Posting, icke_bins, bekräftigt mich eindeutig in meiner Meinung, das nur derjenige, der die H-Sucht schoneinmal mitgemacht hat (egal ob als Süchtiger oder wie in Brittas Fall als nächste Bezugsperson) sich hier eine objektive Meinung erlauben kann.
      Dementsprechend danke ich dir für deinen Kommentar, der wirklich auf Sachverstand (bzw. Erfahrungswerte) schließen läßt und sich so wunderbar abhebt von den ganzen Nasen die meinen, sie müßten hier den Moralapostel spielen, nur weil es die Gesellschaft so sieht.
      Gerade in so einem Fall ist eben nicht schwarz = schwarz und weiß = weiß. Ich habe es schoneinmal gesagt und ich sage es wieder: hätten mehr Süchtige eine Bezugsperson/Unterstützung wie es Britta für Dirk war, würden sich mehr Süchtige wie Menschen fühlen und nicht (wie es leider oft ist) wie der letzte Abschaum der Gesellschaft.
      Liebe Grüße …. der Insider

      Kommentar by Insider — 18. Februar 2013 @ 19:35

    40. Ein paar gedanken
      Dirk hat wohl in einer echteren Welt gelebt als sein Umfeld. Schuld an seinem tod ist mindestens zu 50% die Pharmaindustrie. Denn bevor die Fliege weggewischt wird, wird nochmal kassiert. Mir kam Dirk vor wie ein Intelektueller der sich viel selber beigebracht hat. Ich kann diese Perspektivlosigkeit voll nachvollziehen. Es schafft nicht jeder Mensch mit Verstand sich diese Welt schön zureden!

      Kommentar by name — 14. August 2013 @ 14:28

    41. Kann man die Doku noch irgendwo anschauen ?

      Kommentar by Sabrinchen — 26. August 2014 @ 01:09

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