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    Cannes 12: THE ANGELS‘ SHARE von Ken Loach

    Von Michael Sennhauser | 22. Mai 2012 - 15:22

    kilted coppers

    Die Zusammenarbeit von Ken Loach mit Drehbuchautor Paul Laverty ist ziemlich eingespielt – fast ein bisschen zu sehr, könnte man nach diesem Film sagen. The Angels‘ Share ist ein Hybrid aus den ernsthaften Sozialdramen, für die das Duo bekannt ist, und den komödienhaften Ausflügen, mit denen es überrascht hat, etwa Looking for Eric, mit dem sie 2009 hier im Programm waren.

    Der neue Film beginnt mit einer grossartigen Solonummer einer der Figuren an einem Bahnsteig und der Stimme Gottes über Lautsprecher. Danach ist allerdings erst mal Schluss mit lustig; wir lernen das harte Leben von Robbie und seinen Freunden kennen. Arbeitslosigkeit, Gewalt, Gerichtsverfahren – und Strafarbeit im Dienste der Gemeinde.

    Group in Pub

    Bei diesem Himmelfahrtskommando der Halbwilligen lernt Robbie den Gruppenleiter Harry kennen, der ihm hilft, und ihn nebenbei eher zufällig in die Geheimnisse des Whisky einführt. Nach einer Führung in einer Distillerie und einer Whiskydegustation, bei der Robbie vom absurden Wert rarer Fässer erfährt, entsteht die Idee, sich vor einer dieser Auktionen einen Teil des millionenteuren Fasses abzuzapfen. Damit wechselt der Film vom Sozialdrama zum Heist-Movie und wird recht vergnüglich, wenn auch ziemlich absehbar.

    kilted

    Wie meist bei Loach/Laverty sind die Dialoge so geschliffen wie natürlich, die Darsteller authentisch und das Setting echt. Der Film macht ordentlich Spass, aber der Eindruck bleibt, dass die beiden, vielleicht zum ersten Mal, so etwas wie eine Formel ausprobiert haben. Das, was bei Looking for Eric noch überraschend war, geht nun eher Richtung Full Monty. Durchaus möglich, dass es de engagierten Duo darum zu tun ist, auch zuhause in England wieder ein Publikum zu erreichen. Denn die Menschen, die in den klassischen Loach-Filmen dargestellt werden, gehen sie kaum mehr gucken. Was mit Fussball (und der Legende Eric Cantona) seinerzeit funktioniert hat, dürfte aber ausgerechnet mit dem Thema Whisky wieder an der Zielgruppe vorbeischrammen. Auch wenn die Whisky-Enthusiasten ganz schön auf die Schippe genommen werden.

    Ach ja: Der ‚Anteil der Engel‘ des Titels, das sind jene zwei Prozent des Whiskys, welche pro Jahr im Fass verdunsten, wenn man ihn altern lässt.

    Ken Loach

    Regisseur Ken Loach (Mitte)

    Topics: Autor / Drehbuchautorin, Filmbesprechung, Filmfestival, Regisseur/in | 1 Kommentar »

    1 Kommentar

    1. Endlich jemand, der bei der Zusammenfassung der Handlung das Bedeutende im Film erkannt und benennt hat.

      Vielleicht wäre nicht schlecht gewesen davor zu warnen, dass auch Deutschsprachige mit guten Englischkenntnissen Mühe haben werden, die schottischen Dialoge aus der benachteiligten Kleinkriminellenwelt zu verstehen.

      Kommentar by Chris — 21. August 2012 @ 09:08

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