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    Berlinale 13: PRINCE AVALANCHE von David Gordon Green

    Von Michael Sennhauser | 13. Februar 2013 - 20:50

    Emile Hirsch, Paul Rudd

    Emile Hirsch, Paul Rudd

    Dass die Amerikaner gerne Remakes drehen von originellen und/oder erfolgreichen Filmen in fremden Zungen, das ist nicht der Rede wert. Dass so ein Remake im Wettbewerb der Berlinale läuft, schon eher. Prince Avalanche ist das amerikanische Remake von Hafsteinn Gunnar Sigurðssons Á annan veg, einer erst zwei Jahre alten dramatischen Komödie aus Island.

    Aber irgendwie ist es Green gelungen, sich das Material wirklich zu eigen zu machen. Er siedelt die Geschichte der zwei Männer in der Semi-Wildnis im Texas von 1988 an. Der ältere Alvin und der jüngere Lance sind damit beschäftig, hunderte von Kilometern Strasse nach den Waldbränden vom Vorjahr mit neuen Reflektorstangen und der gelben Mittellinie zu versehen. Ein einsamer Sommerjob für fast echte Männer.

    Für so einen hält sich zumindest Alvin, auch wenn er Psychopharmaka dabei hat und vor allem die Beziehungskrise mit seiner Freundin zu verdauen sucht. Und Lance ist deren kleiner Bruder, dem er auf diese Weise einen Sommerjob verschafft hat. Bloss ist Lance nicht wirklich Wildnis-kompatibel. Er wäre lieber zuhause in der Stadt und liesse sich „den kleinen Mann drücken“.

    Emile Hirsch, Paul Rudd

    Emile Hirsch, Paul Rudd

    Dass ausgerechnet Emile Hirsch diesen den Wäldern abholden Lance spielt, ist ein hübscher Metawitz. Schliesslich wurde der Schauspieler bekannt mit der Hauptrolle in Sean Penns Into the Wild. In Prince Avalanche wirkt er plötzlich wie ein jüngerer Jack Black – mit durchaus zwiespältiger Wirkung

    Genremässig hängt der Film irgendwo zwischen Road- und Buddy-Movie, und in seiner Konzentration auf zwei us-amerikanische Männertypen, bzw. ihr jeweiliges Selbstbild gespiegelt im anderen, entfaltet er ein gewisses lakonisches Potential.

    Anthropologisch betrachtet dreht sich dieser Film um verkümmerte rites of passage, eine Art urtümliches Erwachsenwerden im Wald. Mitunter ist das sogar richtig komisch, und über die zwei einzigen zusätzlichen Charaktere, die im Wald auftauchen, kommt eine tragisch-poetische Komponente dazu.

    Ach und der Titel: Alvin hat eine Sammlung von Original-Comics dabei, welche Lance desekriert, indem er die Kreuzworträtsel meuchlings ausfüllt. Und gegen Ende des Films, wenn die beiden über gemeinsamen Frustabbau näher zusammen gefunden haben, meint Alvin, vielleicht gäbe es ja dereinst ein Comic über die Abenteuer von Alvin & Lance …

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival, Regisseur/in | Kommentare deaktiviert für Berlinale 13: PRINCE AVALANCHE von David Gordon Green

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