Filmpodcast Nr. 330: No, When Pigs have Wings, Himmelfahrtskommando, Rubinrot, Schweizer Filmpreis

'When Pigs Have Wings' ©frenetic
‚When Pigs Have Wings‘ ©frenetic

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Vier Filme sind heute im Angebot: No mit Gael Garcia Bernal, When Pigs have Wings, eine Geschichte aus Gaza, das Himmelfahrtskommando aus der Schweiz und die Teenager-Fantasy Rubinrot. Dazu eine kleine Vorschau auf den Schweizer Filmpreis und die üblichen Kurztipps sowie das Tonspur-Rätsel.

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Die Unverpassbaren, Woche 12

Gael García Bernal in 'No' ©cineworx
Gael García Bernal in ‚No‘ ©cineworx

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. No von Pablo Larraín. Ein filmisches und politisches Lehrstück mit Schalk: Wie man mit Werbetechnik eine Diktatur aushebelt.
  2. Hitchcock von Sacha Gervasi. Ein vergnügliches Spiel mit der Angst des Angstmeisters vor dem Verblassen des eigenen Sterns – rund um die Produktion von Psycho
  3. Il comandante e la cicogna von Silvio Soldini. Diana und Leo, Elia und der Storch, sowie der urbane Einsiedler Amanzio, und Leos verstorbene Frau Teresa. Viele Geschichten, ein Fluss.
  4. Laurence anyways von Xavier Dolan. Laurence beschliesst, eine Frau zu sein. Und seine Freundin Fred macht mit. Eine Paargeschichte.
  5. Like Someone in Love von Abbas Kiarostami. Das Identitätspiel von Copie conforme geht weiter. In Japan, mit einem 20jährigen Callgirl und einem 80jährigen Professor.

Im Filmpodcast morgen mehr, zu Himmelfahrtskommando, No, Rubinrot, When Pigs have Wings und dem kommenden Schweizer Filmpreis.

HIMMELFAHRTSKOMMANDO von Dennis Ledergerber

Walter Andreas Müller in 'Himmefahrtskommando' ©moviebizfilms
Walter Andreas Müller in ‚Himmefahrtskommando‘ ©moviebizfilms

Ein schlechter Film verschlingt, jedenfalls in der Schweiz, wo niemand absichtlich spekulativ und billig dreht, mindestens so viel Energie und Herzblut wie ein guter. Um so stärker schmerzt es dann, wenn das Resultat nicht hält, was sich alle Beteiligten davon versprochen haben.

Das Himmelfahrtskommando von Dennis Ledergerber ist tatsächlich eines. Die zugrundeliegende Novelle des Journalisten Stefan Millius hätte wohl tatsächlich das Zeug zur dürrenmattschen Schweizer Groteske gehabt. Bloss fehlt Ledergerber und Millius offensichtlich die Erfahrung für ein funktionierendes Drehbuch in Spielfilmlänge. „HIMMELFAHRTSKOMMANDO von Dennis Ledergerber“ weiterlesen

Schweizer Filmpreis: Ein Teenager auf dem Weg zur Selbstfindung

Beste Darstellerin? Mona Petri für  'Verliebte Feinde'
Beste Darstellerin? Mona Petri für ‚Verliebte Feinde‘

Am Samstag, dem 23. März, werden in Genf die Schweizer Filmpreise 2013 vergeben. Das Schweizer Äquivalent zu den amerikanischen Academy-Awards geht zum ersten Mal in der Westschweiz über die Bühne. Zuvor sind die nominierten Filme im Zürcher Filmpodium und in den Genfer Cinémas du Grütli zu sehen.

Von Solothurn nach Luzern, von Luzern nach Genf und von Genf nächstes Jahr zurück nach Zürich: Der Schweizer Filmpreis bleibt in Bewegung – und auf der Suche nach sich selber.

15 Jahre hat der ehemalige «Quartz» auf dem Buckel und ist noch immer ein zögerlicher Teenager. Am Anfang stand der Traum, den Schweizer Filmschaffenden mit einer Award-Show nach dem Vorbild der Oscars mehr Wahrnehmung und Anerkennung in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Dazu wurden die Qualitätsprämien aus der Filmförderung des Bundes in Preisgelder umgemünzt und eine Akademie der Schweizer Filmschaffenden gegründet. Die Akademie nominiert seither in einem laufend verfeinerten Verfahren die Kandidatinnen und Kandidaten und stimmt danach über die effektiven Preisträger ab.

„Schweizer Filmpreis: Ein Teenager auf dem Weg zur Selbstfindung“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 329: Laurence Anyways, Hitchcock, NIFFF, Il comandante e la cicogna.

'Hitchcock'-Regisseur Sacha Gervasi mit Anthony Hopkins ©fox-warner
‚Hitchcock‘-Regisseur Sacha Gervasi mit Anthony Hopkins ©fox-warner

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Wir stellen Laurence Anyways vor vom kanadischen Wunderkind Xavier Dolan. Dann Sacha Gervasis Hitchcock mit Anthony Hopkins, den Hitchcock-Buchklassiker von François Truffaut, den Schweizer Bankratspräsidenten Jean Studer als neuen Hüter des phantastischen Films am NIFFF und schliesslich Silvio Soldinis Il comandante e la cicogna. Dazu die üblichen Kurztipps und das Tonspur-Rätsel.

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Die Unverpassbaren, Woche 11

Silvio Soldini ©filmcoopi
Silvio Soldini ©filmcoopi

Manchmal kommt es einfach dick. Diese Woche starten elf Filme in unseren Kinos. Und mindestens drei davon sind unverpassbar: Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Hitchcock von Sacha Gervasi. Ein vergnügliches Spiel mit der Angst des Angstmeisters vor dem Verblassen des eigenen Sterns – rund um die Produktion von Psycho. Nein, der Film ist nicht auf der Höhe des Meisters. Aber er macht Spass.
  2. Il comandante e la cicogna von Silvio Soldini. Diana und Leo, Elia und der Storch, sowie der urbane Einsiedler Amanzio, und Leos verstorbene Frau Teresa. Viele Geschichten fliessen zusammen.
  3. Laurence anyways von Xavier Dolan. Laurence beschliesst, eine Frau zu sein. Und seine Freundin Fred macht mit. Eine Paargeschichte mit Hindernissen.
  4. Like Someone in Love von Abbas Kiarostami. Das Identitätspiel von Copie conforme geht weiter. In Japan, mit einem 20jährigen Callgirl und einem 80jährigen Professor.
  5. Post Tenebras Lux von Carlos Reygadas. Wer sich vom Kino herausfordern lassen will, ist mit Reygadas immer an der richtigen Adresse. Der Mexikaner macht sich nichts aus Filmgeschichte, er erfindet alles neu für sich, so wie er haben will.

Im Filmpodcast morgen mehr, zu fast allem, und zum neuen Präsidenten des NIFFF.

LAURENCE ANYWAYS von Xavier Dolan

Suzanne Clément ©filmcoopi
Suzanne Clément ©filmcoopi

Der Kanadier Xavier Dolan gilt als Filmwunder. Mit dreiundzwanzig Jahren hat er bereits drei Spielfilme ins Kino gebracht und eine Festivalkarriere am Laufen. Mit Laurence anyways erzählt er die Geschichte eines Mannes, der als längst Erwachsener beschliesst, als Frau weiterzuleben.

Laurence Emmanuel James Alia ist der Name des von Melvil Poupaud gespielten Mannes, zu Beginn des Films ein arrivierter Romanautor und Lehrer für Literaturgeschichte. Und in einer mehrjährigen und glücklichen Liebesbeziehung mit der quirligen Fred (Suzanne Clément, die in Cannes für diese Rolle ausgezeichnet wurde). Eines Abends macht er eine Rückblende: «Schon als ich dich das erste Mal sah, Fred, dachte ich: Das wird funktionieren. Ich liebe Dich so sehr… ich muss dich so lieben, wie ich bin!» „LAURENCE ANYWAYS von Xavier Dolan“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 328: The Making of Jesus Christ, Appassionata, Bille August, Münchhausen, Martina Gedeck, Nachtzug nach Lissabon

Bille August auf dem Dreh für 'Nachtzug nach Lissabon' ©frenetic
Bille August auf dem Dreh für ‚Nachtzug nach Lissabon‘ ©frenetic

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Der Innerschweizer Luke Gasser hat einen Dokumentarfilm über Jesus gedreht, Christian Labhart einen über die Pianistin Alena Cherny. Ich habe mit Bille August gesprochen, dem Regisseur von Nachtzug nach Lissabon. Und Michael Marek blickt zurück auf die bewegte Geschichte von Münchhausen, einem der ersten deutschen Farbfilme. Die Schauspielerin Martina Gedeck erzählt unter anderem, wie sie mit dem portugiesischen Akzent in ihrem Englisch für Nightrain to Lisbon klargekommen ist. Und schliesslich haben wir die gewohnten Kurztipps und das Tonspur-Rätsel.

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Die Unverpassbaren, Woche 10

Rin Takanashi in 'Like Soemone in Love' von Abbas Kiarostami
Rin Takanashi in ‚Like Soemone in Love‘ von Abbas Kiarostami ©praesens

Nette Neustarts, aber keine Unverpassbaren. Darum weiterhin: Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Like Someone in Love von Abbas Kiarostami. Das Identitätspiel von Copie conforme geht weiter. In Japan, mit einem 20jährigen Callgirl und einem 80jährigen Professor.
  2. Post Tenebras Lux von Carlos Reygadas. Wer sich vom Kino herausfordern lassen will, ist mit Reygadas immer an der richtigen Adresse. Der Mexikaner macht sich nichts aus Filmgeschichte, er erfindet alles neu für sich, so wie er haben will.
  3. The Master von Paul Thomas Anderson. Dem Titel zum Trotz nicht Andersons Meisterwerk. Aber ein starker Film mit einem schauspielerischen Duell zwischen Philip Seymour Hoffman, und Joaquin Phoenix, mithin einfach ungemein sehenswert
  4. Adieu Berthe – L’enterrement de mémé von Bruno Podalydès. Eine jener skurril-poetischen französischen Alltagskomödien die bei uns keiner hinkriegt. Grotesk, komisch und rührend.
  5. Vergiss mein nicht von David Sieveking. Abschied und Denkmal für die demente Mutter. Nie war diese Tragik fröhlicher und menschlicher als bei dem Mann, der David Lynch bei seinen Flugversuchen beobachtet hat.

Im Filmpodcast morgen mehr. Zu Appassionata, Nachtzug nach Lissabon, The Making of Jesus Christ, Münchhausen und Gerhard Polt.

THE MAKING OF JESUS CHRIST von Luke Gasser

The Making of Jesus Christ
©jeridoo productions

Mit historisierender Alpen-Fantasy wie Anuk – Der Weg des Kriegers ging der Innerschweizer Rockmusiker und Filmemacher Luke Gasser unbeirrt den Weg des grössten Widerstands. Sein jüngstes Werk ist The Making of Jesus Christ – ein Dokumentarfilm.

Über einem flirrenden Musikteppich eine Frauenstimme: „Am Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott…“

Der Beginn des Johannes-Evangeliums. Ein ungewohnter, unerwarteter Anfang – für einen Luke-Gasser-Film. Der Musiker und filmische Autodidakt aus dem Kanton Obwalden erscheint uns Unterländern hin und wieder wie ein Findling, einer jener von eiszeitlichen Gletschern zurückgelassenen fremdartigen Felsbrocken. Dezidiert misstrauisch gegenüber jedem intellektuellen Gehabe, hielt er es bisher eher mit der Wucht der Mythen, der Rockmusik – und der entsprechenden Selbstinszenierung. Und auf genau diesem Weg nähert sich Luke Gasser nun der historischen Figur von Jesus Christus an. „THE MAKING OF JESUS CHRIST von Luke Gasser“ weiterlesen