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    Schweizer Filmpreis: Ein Teenager auf dem Weg zur Selbstfindung

    Von Michael Sennhauser | 18. März 2013 - 15:35

    Beste Darstellerin? Mona Petri für  'Verliebte Feinde'

    Beste Darstellerin? Mona Petri für ‚Verliebte Feinde‘

    Am Samstag, dem 23. März, werden in Genf die Schweizer Filmpreise 2013 vergeben. Das Schweizer Äquivalent zu den amerikanischen Academy-Awards geht zum ersten Mal in der Westschweiz über die Bühne. Zuvor sind die nominierten Filme im Zürcher Filmpodium und in den Genfer Cinémas du Grütli zu sehen.

    Von Solothurn nach Luzern, von Luzern nach Genf und von Genf nächstes Jahr zurück nach Zürich: Der Schweizer Filmpreis bleibt in Bewegung – und auf der Suche nach sich selber.

    15 Jahre hat der ehemalige «Quartz» auf dem Buckel und ist noch immer ein zögerlicher Teenager. Am Anfang stand der Traum, den Schweizer Filmschaffenden mit einer Award-Show nach dem Vorbild der Oscars mehr Wahrnehmung und Anerkennung in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Dazu wurden die Qualitätsprämien aus der Filmförderung des Bundes in Preisgelder umgemünzt und eine Akademie der Schweizer Filmschaffenden gegründet. Die Akademie nominiert seither in einem laufend verfeinerten Verfahren die Kandidatinnen und Kandidaten und stimmt danach über die effektiven Preisträger ab.

    Bester Darsteller? Fabian Krüger doppelt nominiert, für 'Rosie' und 'Verliebte Feinde'

    Bester Darsteller? Fabian Krüger doppelt nominiert, für ‚Rosie‘ und ‚Verliebte Feinde‘

    Zumindest faktisch. Denn theoretisch liegt die Vergabe der Gelder weiterhin in der Kompetenz des Bundes, die Abstimmungsresultate der Akademiemitglieder werden als Vorschlag entgegengenommen. Die offizielle Formulierung dazu lautet so:

    «Das Eidgenössische Departement des Innern EDI wählt die neunköpfige Nominationskommission, bestehend aus Mitgliedern der Schweizer Filmakademie. Diese spricht die Nominationen basierend auf den Empfehlungen der Mitglieder der Schweizer Filmakademie aus.»

    Beste Darstellerin? Sibylle Brunner in 'Rosie'

    Beste Darstellerin? Sibylle Brunner in ‚Rosie‘

    Während es sich dabei vor allem um eine rechtliche Formalie handelt, hat die neue Ausrichtung des Filmpreises durch das Bundesamt für Kultur als Veranstalter auch faktische Auswirkungen:

    «Der Schweizer Filmpreis zählt seit 2012 zu den Eidgenössischen Preisen, die das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Kulturbotschaft für jeden Kreativbereich ausrichtet. Grundgedanke ist, das Schweizer Filmschaffen von offizieller Seite zu würdigen und durch mediale Aufmerksamkeit zu fördern.»

    Bester Nebendarsteller? Antonio Buil in 'Opération Libertad'

    Bester Nebendarsteller? Antonio Buil in ‚Opération Libertad‘

    Da liegen mindestens zwei Hasen im Pfeffer. Zum einen wird der Filmpreis dadurch zu einem Bundespreis wie jene für Literatur oder Design, mit dem Unterschied, dass dank der Akademie der Filmschaffenden nach US-Vorbild die Preiswürdigkeit von den Filmschaffenden selber ausgemarcht wird. Eine etwas seltsame Konstruktion, die aber durchaus den schweizerischen Gegebenheiten entspricht. Und faktisch auch in den anderen Sparten ähnlich funktioniert, da alle Experten überall und immer irgendwie mit den kreativen Kreisen verbandelt sind.

    Beste Darstellerin? Sabine Timoteo in 'Cyanure'

    Beste Darstellerin? Sabine Timoteo in ‚Cyanure‘

    Zum anderen, und das ist weitreichender, musste das Bundesamt für Kultur als Veranstalter auch eine regelkonforme Ausschreibung für Durchführung und Durchführungsort initiieren. Die Städte Genf und Zürich haben diese Ausschreibung mit der Gründung der «Association Quartz Genève-Zürich» und einer gemeinsamen Eingabe gewonnen, der Filmpreis wird damit jährlich alternierend in Genf und in Zürich vergeben.

    Die beiden Städte sind sehr wohl die jeweiligen Zentren des Filmschaffens in der jeweiligen Sprachregion und damit repräsentativ genug. Zugleich aber wurde die Organisation des Anlasses an Franziska von Weissenfluh vergeben, eine unabhängige Veranstalterin, nachdem in den letzten Jahren Swiss Films, die Promotionsagentur für den Schweizer Film und die SRG die Feier organisiert (und vor allem von Seiten der SRG massiv) mitfinanziert hatten.

    Bester Dokumentarfilm? 'More than Honey' von Markus Imhoof

    Bester Dokumentarfilm? ‚More than Honey‘ von Markus Imhoof

    Swiss Films organisiert nach wie vor auf Auftragsbasis einen Teil der Verfahren und betreut das Medienzentrum vor Ort. Aber mit dem teilweisen Rückzug der SRG aus der Organisation und Finanzierung des Anlasses hat sich auch der mediale Schulterschluss gelockert. Und dies dürfte die deutlichsten Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung der Preisvergabe haben.

    Zwar bemühen sich nach wie vor die Senderketten aller Sprachregionen um adäquate Berichterstattung und Einbettung. Aber eine Veranstaltung in Genf am Samstagabend ist für das Deutschschweizer Fernsehpublikum nicht zwingend. Das galt für die Filmpreise von jeher. Im Gegensatz zu den Swiss Music Awards oder dem populären Prix Walo sind die Filmpreise nicht massentauglich. Eine Direktübertragung der Preisverleihung kam schon zu den glamourösesten Zeiten im KKL in Luzern für SRF nicht in Frage.

    Man behalf sich mit Einschaltungen in Tagesschau, 10vor10 oder Glanz und Gloria, einer moderierten Zusammenfassung mit Highlights oder auch einmal einer zeitversetzt ausgestrahlten kommentierten Aufzeichnung. Auf den Westschweizer und Tessiner Kanälen wurde der Anlass jeweils etwas ausführlicher begleitet und das wird auch dieses Jahr wieder der Fall sein – ortsbedingt und dank einer etwas anderen Ausgangslage bei den potentiell erforderlichen Einschaltquoten.

    Bester Animationsfilm? 'La nuit de l'ours' von Samuel und Frédéric Guillaume

    Bester Animationsfilm? ‚La nuit de l’ours‘ von Samuel und Frédéric Guillaume

    Um trotzdem die erhoffte gesteigerte Öffentlichkeitswirkung zu finden, setzen die Veranstalter einerseits auf ein live-Streaming im Internet. Wer Lust hat, kann die ganze Preisverleihung am Samstag ab 19.30 Uhr auf der Webseite schweizerfilmpreis.ch mit verfolgen.

    Zum anderen wurde die «Woche der Nominierten» institutionalisiert. Sowohl in Zürich (Filmpodium) wie auch in Genf (Cinémas du Grütli) sind ab 19. März die nominierten Filme zu sehen, am Sonntag nach der Preisverleihung dann auch die entsprechenden Sieger.

    Das Moderations-Duo Fabienne Hadorn und Alain Croubalian führen am 23. März im Bâtiment des Forces Motrices durch die Abendshow. Die Zeremonie findet in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset statt. Die Preise werden von folgenden Persönlichkeiten übergeben: Therese Affolter, Daniel Cohn-Bendit, Müslüm, Anatole Taubmann und Isabelle Caillat.

    Und der Name? «Quartz» ist vom Tisch. So heisst nur noch die von Zürich und Genf zur Ausrichtung gegründete Vereinigung. Der Preis selber heisst jetzt offiziell «Schweizer Filmpreis».

     

    Auf SRF ZWEI findet der Anlass seinen Niederschlag am Sonntag, 24. März:

    21.45 Uhr Box Office mit den Highlights des Schweizer Filmpreises 2013
    22.10 Uhr Giocchi d’estate (Free-TV-Premiere), Spielfilm von Rolando Colla
    00.00 Uhr Coeur animal, Spielfilm von Séverine Cornamusaz

     

    Topics: awards, CH Film, Film, Filmpolitik, Leute, Regisseur/in, Schauspieler/in | Kommentare deaktiviert für Schweizer Filmpreis: Ein Teenager auf dem Weg zur Selbstfindung

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