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    Berlinale 14: DIE GELIEBTEN SCHWESTERN von Dominik Graf

    Von Brigitte Häring | 8. Februar 2014 - 21:30

    Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Henriette Confurius © Senator Film

    Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Henriette Confurius © Senator Film

    Jedem Wettbewerb seinen Kostümschinken. Und dieser, Die geliebten Schwestern von Dominik Graf, ist tatsächlich ein Schinken. Eine Schwarte gar. 170 Minuten lang. Als Graf in der Pressekonferenz gefragt wurde, ob er den Film nicht auch hätte kürzer machen können, hat er nein gesagt. Man müsse als Zuschauer sich diese Zeit nehmen, eine Geschichte erzählt zu bekommen. Falsch. Diese Geschichte will ich mir nicht fast drei Stunden lang erzählen lassen. Oder nicht so, wie er es getan hat, mit einer ungeheuren Geschwätzigkeit, die mir eben die Zeit, zuzuschauen, gar nie lässt.

    Es ist die Geschichte einer Dreiecksliebe zwischen Friedrich Schiller und den beiden Schwestern Charlotte von Lengefeld und Karoline von Beulwitz.

    Florian Stetter © Senator Film

    Florian Stetter © Senator Film

    Ich glaube, die Tatsache, dass ich schon die Literatur Friedrich Schillers nicht mag, hat meinen Blick etwas eingefärbt. (Darüber darf man mit mir gerne auch streiten). Aber daran liegt es nicht, dass ich mehrmals versucht war, dieses Drama vorzeitig zu verlassen, ich habe es ausgesessen bis zum bitteren Ende, bis zum Tod Schillers.

    Meine Abneigung gegen den Film hat viele Gründe. Da ist zum einen diese Art, alles, wirklich alles erzählen zu wollen, „auszudeutschen“, jeden Briefwechsel vorzulesen, jede Wendung in der Geschichte in einen bildungsbürgerlich getränkten Off-Kommentar zu packen.

    Und dann aber wiederum die wirklich spannenden Momente auszuklammern – das Treffen Schillers mit Goethe wird nur aus der Ferne, am anderen Flussufer gezeigt.

    Und Goethe bleibt der geheimnisvolle Fremde, den man nur von hinten sieht. (Warum kann man eigentlich Goethe kein Gesicht geben, wenn Schiller doch eine der Hauptrollen spielt? Warum kann man das Gespräch der beiden nicht zeigen, wenn man auch alles andere frei erfunden hat in diesem Film?).

    Hannah Herzsprung © Senator Film

    Hannah Herzsprung © Senator Film

    Da ist einmal mehr die Haltung, Schillers Ehefrau Charlotte als schwaches Mauerblümchen zu zeichnen. Ein Bild, das in der Literaturforschung längst überholt ist und der starken und überaus klugen Frau gar nicht entspricht.

    Henriette Confurius, Florian Stetter, Hannah Herzsprung © Senator Film

    Henriette Confurius, Florian Stetter, Hannah Herzsprung © Senator Film

    Und dann ist da noch diese formale Unentschlossenheit, da sind seltsame filmische Einfälle, die eher peinlich als gut sind: Wenn die Protagonisten ihre Briefe quasi direkt in die Kamera sprechen etwa.

    Henriette Confurius, Hannah Herzsprung © Senator Film

    Henriette Confurius, Hannah Herzsprung © Senator Film

    Hanna Herzsprung und Henriette Confurius spielen die beiden Schwestern, sie sind passend besetzt, können aber im Korsett der manierierten Dialoge nicht wirklich aufblühen.

    Und Florian Stetter mag ein sympathischer und gar charismatischer Schauspieler sein – als Fritz Schiller ist er aber denkbar falsch besetzt.

    Mit „Die geliebten Schwestern“ ist wohl eine der vier deutschen Bärenhoffnungen vorzeitig aus dem Rennen ausgeschieden.

    Beim Dreh: Florian Stetter, Dominik Graf, Henriette Confurius © Senator Film

    Beim Dreh: Florian Stetter, Dominik Graf, Henriette Confurius © Senator Film

     

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | Kommentare deaktiviert für Berlinale 14: DIE GELIEBTEN SCHWESTERN von Dominik Graf

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