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    Berlinale 14: TUI NA – Blind Massage von Lou Ye

    Von Brigitte Häring | 11. Februar 2014 - 19:50

    Ting Mei, Zhiyou Han, Xiaodong Guo, Lei Zhang, Dan Jiang, Huaipeng Mu, Xuan Huang © Travis Wei

    Ting Mei, Zhiyou Han, Xiaodong Guo, Lei Zhang, Dan Jiang, Huaipeng Mu, Xuan Huang © Travis Wei

    Wahrscheinlich ist dieser Film aus China ganz und gar nicht metaphorisch gemeint, sondern soll durchaus und sprichwörtlich einen blinden Fleck der chinesischen Gesellschaft zeigen. Der Film erzählt nämlich von blinden Menschen in China, in Nanjing, die in einem Massagesalon arbeiten. Das scheint in dem Land gang und gäbe zu sein, wie eine Offstimme zu Beginn erklärt, sogenannte „Blind Massages“ waren zumindest eine Zeit lang sehr begehrt.

    Lei Zhang © Travis Wei

    Lei Zhang © Travis Wei

    Der Spielfilm von Lou Ye spielt in einem solchen Salon, in dem sowohl die beiden Chefs, als auch alle Angestellten blind sind. Nur die Empfangsdamen und die Köchin sind sehend. In diesem geschützten Mikrokosmos – die Masseurinnen und Masseure leben auch im Salon – entwickeln sich viele Geschichten, glückliche und unglückliche Liebesgeschichten, Familienzwiste und ganz private Dramen der Menschen, die ihr Leben in Dunkelheit verbringen. Dabei ist der Film auch erstaunlich freizügig was Liebesszenen angeht, ungewohnt und selten gesehen im chinesischen Kino.

    Xiaodong Guo, Lei Zhang © Travis Wei

    Xiaodong Guo, Lei Zhang © Travis Wei

    Regisseur Lou Ye ist ein versierter Filmemacher, der mit seinen Werken schon an mehreren Festivals in Europa war, auch in Cannes und Venedig. Mit seinem Spielfilm „Tui Na – Blind Massage“ erkundet er die Blindheit auch filmisch.

    Das beginnt schon damit, dass er die Titel nicht auf die Leinwand schreibt, sondern sie vorlesen lässt. Filmtitel, alle Darsteller, die ganze Crew, alle werden auf der Tonspur verlesen. Und natürlich wurde auf diese Tonspur enorm viel Sorgfalt verwendet.

    Ständig tönt irgendetwas, überall im Massagesalon hängen Glöckchen, es tickt und klappert. Auch filmisch wird immer mal wieder eine Szene abgedunkelt, das passiert immer dann, wenn Chaos ausbricht, wenn sich die blinden Protagonisten nicht mit gewohnter Sicherheit und Ruhe bewegen können.

    Lou Ye hat sowohl mit blinden Laiendarstellern, als auch mit professionellen Schauspielern gearbeitet. Und hat einen Film geschaffen, der nicht nur von seinem Thema her wirklich Neues zeigt und erzählt, sondern auch berührt und hängen bleibt.

    Regisseur Lou Ye

    Regisseur Lou Ye

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival, Regisseur/in | Kommentare deaktiviert für Berlinale 14: TUI NA – Blind Massage von Lou Ye

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