Ein neuer Film von Fred van der Kooij:
DIE VERLIESE DES FLÜCHTIGEN

© Fred van der Kooij
© Fred van der Kooij

Es ist der erste Kinofilm von Fred van der Kooij seit sieben Jahren – und er sprengt gleich wieder alle künstlichen Grenzen zwischen Musik, Film, Raum und Bewegung. Schon der Titel ist ein schillerndes Programm: Die Verliese des Flüchtigen. Das klingt nach dem schmachtenden Graf von Montecristo, aber auch nach jenem flüchtigen Duft, den man nur im Kopf festhalten kann, die olfaktorische Komponente der Erinnerung. Im Film hat eine Frau in klaren Glasflaschen den Geruch der wichtigsten Tage ihres Lebens eingefangen. Die Flaschen stehen auf einer Kommode und die Vergangenheiten lassen sich teilen – mit jenen, welche die Nase dafür haben. „Ein neuer Film von Fred van der Kooij:
DIE VERLIESE DES FLÜCHTIGEN“
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Filmpodcast Nr. 378: Her, Neuland, WinWin, Peter Schamoni, Franz Schnyder

Liselotte Pulver und Hannes Schmidhauser in Franz Schnyders 'Uli der Knecht' von 1954 © SF/PRAESENS FILM AG/CINÉMATHÈQUE SUISSE
Liselotte Pulver und Hannes Schmidhauser in Franz Schnyders ‚Uli der Knecht‘ von 1954 © SF/PRAESENS FILM AG/CINÉMATHÈQUE SUISSE

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Im Angebot: Scarlett Johansson fürs Ohr in Her von Spike Jonze, der Basler Dokfilm Neuland von Anna Thommen, und aus dem Jura die Komödie WinWin. Ein kurzes Memento für den Schätzchen-Produzenten Peter Schamoni, und eine Art Rehabilitierung für Gotthelf-Filmer Franz Schnyder. Dazu die Kurztipps und, wie immer, eine knapp ausgelegte Tonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 13 – 2014

Nazlije Aliji in 'Neuland' von Anna Thommen © filmcoopi
Nazlije Aliji in ‚Neuland‘ von Anna Thommen © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Her von Spike Jonze. Theodore verliebt sich in sein Computer-Betriebssystem, das ihm mit der Stimme von Scarlett Johansson die Lebensfreude wiedergibt. Romantisch und realistisch: G-Punkt Hirn.
  2. Neuland von Anna Thommen. Ein Lehrer und seine Basler Integrationsklasse. Zwei Jahre Respekt, Arbeit und ein Gefühl von Zukunft.
  3. Finsterworld von Frauke Finsterwalder. Deutschland ist hell und schön. Aber die Menschen in diesem Film verstehen sich katastrophal bis nur noch Lachen gegen leeres Schlucken hilft. Stark und eigenartig.
  4. August: Osage County von John Wells. Das Erfolgsstück von Schauspieler Tracy Letts ist dampfdramatisch in bester US-Manier. Aber das Schauspielensemble, insbesondere Meryl Streep und eine erstaunliche Julia Roberts, sorgt für tragikomische Höhenflüge.
  5. Short Term 12 von Destin Cretton. Eine Auffangstation für schwierige Kinder mit ihren engagierten und auch nicht gerade einfachen Betreuerinnen und Betreuern – ein rasant und höchst wirkungsvoll inszenierter Film.

Morgen im Filmpodcast mehr zu Neuland, Her, Peter Schamoni und Schnyders Gotthelf.

HER von Spike Jonze

Joaquin Phoenix, Amy Adams © Ascot-Elite
Joaquin Phoenix, Amy Adams © Ascot-Elite

Ein einsamer Mann verliebt sich in sein neues Computerbetriebssystem. Das ist nachvollziehbar, schliesslich sind wir im Kino, und der Computer spricht mit der Stimme von Scarlett Johansson. Aber Her von Spike Jonze lässt keinen Zweifel zu: Zentrale erogene Zone des Menschen ist das Gehirn.

Er hat 2009 Maurice Sendaks „Wilde Kerle“ zu grandiosem Leinwandleben erweckt und er hat uns 1999 mit Being John Malkovich direkt in den Kopf des Schauspielers geführt. Spike Jonze macht „High Concept Movies“ für Gehirnakrobaten. „HER von Spike Jonze“ weiterlesen

Schweizer Filmpreis für Alexander J. Seiler

dvd box seiler

Heute Abend werden im Zürcher Schiffbau die Schweizer Filmpreise 2014 vergeben. Der diesjährige Ehrenpreis für das Gesamtwerk geht an einen der heimlichen Revolutionäre des Schweizer Films, an den 86jährigen Alexander J. Seiler, Theaterwissenschaftler, Filmemacher, Publizist.

Mit Dokumentarfilmen wie Siamo italiani von 1964, mit kulturpolitischen Initiativen und mit unzähligen Aufsätzen und Publikationen hat sich Alexander Seiler unermüdlich eingemischt in die „eigenen Angelegenheiten“ der Schweiz. „Schweizer Filmpreis für Alexander J. Seiler“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 377: Finsterworld, Journey to Jah, Alexander J. Seiler, Arabischer Film

'Journey to Jah' © look now
‚Journey to Jah‘ © look now

Kino im Kopf – mit Michael Sennhauser. Ich war verblüfft von Finsterworld und Georges Wyrsch unternahm die reggaeselige Journey to Jah. Alexander J. Seiler bekommt den Schweizer Ehrenfilmpreis und eine DVD Box, und der arabische Film unterläuft immer häufiger seine Klischees. Kurztipps haben wir auch und das gewohnte Tonspurrätsel.

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Die Unverpassbaren, Woche 12 – 2014

‚Finsterworld‘ © 2014 Spot On Distribution

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Finsterworld von Frauke Finsterwalder. Deutschland ist hell und schön. Aber die Menschen in diesem Film verstehen sich katastrophal bis nur noch Lachen gegen leeres Schlucken hilft. Stark und eigenartig.
  2. August: Osage County von John Wells. Das Erfolgsstück von Schauspieler Tracy Letts ist dampfdramatisch in bester US-Manier. Aber das Schauspielensemble, insbesondere Meryl Streep und eine erstaunliche Julia Roberts, sorgt für tragikomische Höhenflüge.
  3. Short Term 12 von Destin Cretton. Eine Auffangstation für schwierige Kinder mit engagierten und ihren auch nicht gerade einfachen Betreuerinnen und Betreuern – ein rasant und höchst wirkungsvoll inszenierter Film.
  4. Tableau noir von Yves Yersin. Bei Monsieur Hirschi in der abgelegenen Jura-Berg-Gesamtschule wäre man auch gerne Primarschüler gewesen. Ein hochverdichteter Dokumentarfilm von dem Mann, der uns seinerzeit Les petites fugues geschenkt hatte.
  5. The Grand Budapest Hotel von Wes Anderson. Eigentlich macht Anderson immer den gleichen Film über seine disfunktional erweiterte Wunschfamilie. Aber er macht ihn jedesmal so originell und eigenwillig und anders, dass man ihn von neuem sehen will.

Morgen im Filmpodcast mehr zu Finsterworld, Journey to Jah, Alexander J. Seiler.

FINSTERWORLD von Frauke Finsterwalder

© 2014 Spot On Distribution

Finsterworld ist der ungewöhnlichste deutsche Kinospielfilm seit Jahren. Regisseurin Frauke Finsterwalder hat nicht nur einen Teil ihres eigenen Namens in den Filmtitel eingebaut, sie hat das Drehbuch auch gleich zusammen mit ihrem Ehemann geschrieben, mit dem Schweizer Autor Christian Kracht.

Auf sonniger Wiese spricht Gymnasiast Dominik mit einem grünglänzenden Käfer. Älter werden, das bedeute, abzusterben, stumpf und gefühllos zu werden, nach einer Kindheit voller Offenheit und Neugier. „FINSTERWORLD von Frauke Finsterwalder“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 376: Tableau noir, August Osage County, Frauen, Petterson & Findus

Julia Roberts, Ewan McGregor, Meryl Streep in: 'August: Osage County' © Ascot-Elite
Julia Roberts, Ewan McGregor, Meryl Streep in: ‚August: Osage County‘ © Ascot-Elite

Kino im Kopf – mit Michael Sennhauser. Ich habe die grossartige Kleinschuldoku Tableau noir gesehen und mit Regisseur Yves Yersin gesprochen. Meryl Streep und Julia Roberts schenken sich nichts in August: Osage County, Hollywood vernachlässigt nach wie vor die Frauen. Und für die Kinder gibt es neue Petterson & Findus Abenteuer. Tonspur. Kurztipps.

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