Filmpodcast Nr. 406: Nightcrawler, Electroboy, Winter Sleep, Kraftidioten

'Winter Sleep' von Nuri Bilge Ceylan © trigon film
‚Winter Sleep‘ von Nuri Bilge Ceylan © trigon film

Kino im Kopf – heute mit Michael Sennhauser. Hannes Nüsseler hat die amerikanische TV-New-Satire Nightcrawler mit Jake Gyllenhaal gesehen. Brigitte Häring freut sich über die «Kraftidioten» im norwegischen Einer nach dem andern. Ich empfehle Ihnen den Cannes Sieger dieses Jahres: Winter Sleep von Nuri Bilge Ceylan. Und ich lege Ihnen Marcel Gislers grossartigen Dokumentarfilm Electroboy ans Herz. Kurztipps haben wir auch wieder, eben so wie eine frisch ausgelegte Tonspur für cinephile Ohren.

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Die Unverpassbaren, Woche 48 – 2014

'Kraftidioten - Einer nach dem Andern' © Xenix
‚Kraftidioten – Einer nach dem Andern‘ © Xenix

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Winter Sleep von Nuri Bilge Ceylan. Ein alternder Schauspieler hat sich als Hotelbetreiber und Dorfkönig selbstgerecht und selbstmitleidig in den kappadokischen Bergen eingerichtet. Ein dreieinhalbstündiger Meisterfilm mit tschechowschem Atem.
  2. Electroboy von Marcel Gisler. Der junge Schweizer Florian Burkhardt raste auf der Bugwelle des Zeitgeistes durch die 90er-Jahre. Er erfand sich immer wieder neu, als Filmstar, als Fotomodell, als Internet-Pionier und schliesslich als Party-Designer «Electroboy». Marcel Gislers packender Dokumentarfilm geht seinen Häutungen auf den Grund.
  3. Kraftidioten – Einer nach dem andern von Hans Petter Moland. Ein unbescholtener schwedischer Immigrant tritt einen grandiosen Rachefeldzug an. Rabenschwarze, ziemlich blutige und extrem witzige Komödie, ein bisschen Fargo, ein bisschen Kaurismäki, dazwischen durchaus tarantinesk und dennoch ureigen norwegisch.
  4. My Old Lady von Israel Horovitz. Die unvergleichliche Dame Maggie Smith spielt die störrische alte Dame, die keine Anstalten macht, bald zu sterben, bloss um Kevin Kline ihre Pariser Wohnung freizugeben. Eine überaus menschliche Tragikomödie.
  5. Memories On Stone von Shawkat Amin Korki. Korki geht Saddams Husseins Genozid an 180’000 Kurden vor 25 Jahren mit einem vielschichtig raffinierten, unterhaltsamen Spielfilm über zwei Filmemacher und ihre Bemühungen an. Selbstironisch, raffiniert und bissig ist der Film beschämend unterhaltsam.

Und morgen im Filmpodcast: Winter Sleep, Electroboy, Kraftidioten und Nightcrawler.

Marcel Gislers «Electroboy» – ein fragiler Avantgardist

'Electroboy' Florian Burkhardt © Vinca Film
‚Electroboy‘ Florian Burkhardt © Vinca Film

Der junge Schweizer Florian Burkhardt raste auf der Bugwelle des Zeitgeistes durch die 90er-Jahre. Er erfand sich immer wieder neu, als Filmstar, als Fotomodell, als Internet-Pionier und schliesslich als Party-Designer «Electroboy». Marcel Gislers Dokumentarfilm rekonstruiert seine vielen Häutungen – in Reflexe gibt er Auskunft über den Prozess. „Marcel Gislers «Electroboy» – ein fragiler Avantgardist“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 405: My Old Lady, Maggie Smith, Memories on Stone, Filmmuseum Moskau

Dame Maggie Smith in 'My Old Lady' © Ascot-Elite
Dame Maggie Smith in ‚My Old Lady‘ © Ascot-Elite

Kino im Kopf mit Brigitte Häring. Eine echte Lady spielt im Film My Old Lady: Georges Wyrsch zum Film und zu seiner Hauptdarstellerin Maggie Smith. Wie ein kurdisch-iranischer Filmemacher mit Saddam Husseins Genozid an den Kurden im Film Memories on Stone umgeht, erzählt Michael Sennhauser. Und Russland-Korrespondent Peter Gysling berichtet über skandalöse Zustände am Filmmuseum Moskau. Dazu haben wir unsere Kurztipps und verführen Sie mit der Tonspur zum Hören und Raten.

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Die Unverpassbaren, Woche 47 – 2014

Raffinierter Film im Film: 'Memories on Stone' © trigon film
Raffinierter Film im Film: ‚Memories on Stone‘ © trigon film

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. My Old Lady von Israel Horovitz. Die unvergleichliche Dame Maggie Smith spielt die störrische alte Dame, die keine Anstalten macht, bald zu sterben, bloss um Kevin Kline ihre Pariser Wohnung freizugeben. Eine überaus menschliche Tragikomödie.
  2. Memories On Stone (Bîranînên li ser kevirî) von Shawkat Amin Korki. Korki geht Saddams Husseins Genozid an 180’000 Kurden vor 25 Jahren mit einem vielschichtig raffinierten, unterhaltsamen Spielfilm über zwei Filmemacher und ihre Bemühungen an. Selbstironisch, raffiniert und bissig ist der Film beschämend unterhaltsam.
  3. Das Salz der Erde von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado. Zusammen mit dessen Sohn portraitiert Wenders den zutiefst an Menschen und Menschlichkeit interessierten Fotografen und Abenteurer Sebastião Salgado und seine Arbeit.
  4. Mr. Turner von Mike Leigh. Timothy Spall als Jahrhundertmaler William Turner ist ein monstre sacré bei Mike Leigh. Ein grosser, schwerer Mann, dessen Seele auf seinen Leinwänden explodiert, der aber ansonsten gefangen ist in einem Körper, den er selber als Zumutung begreift.
  5. Le meraviglie von Alice Rohrwacher. Deutsche Aussteiger in Umbrien, eine autarke, isolierte Kleinfamilie, im Fokus eine adoleszente Tochter: Ein träumerisch realistischer Spielfilm mit einem klaren, weiblichen Blick, formal hypnotisch unfixiert.

Und morgen im Filmpodcast: My Old Lady, Dame Maggie Smith, Memories on Stone, Filmmuseum Moskau.

Filmpodcast Nr. 404: Schweizer Helden, Salz der Erde, Pride, Pink Panorama, Kevin Smith

'Schweizer Helden', der Tell: Komi Mizrajim Togbonou als Punishment © frenetic
‚Schweizer Helden‘, der Tell: Komi Mizrajim Togbonou als Punishment © frenetic

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Von Peter Luisi laufen die Schweizer Helden an, der Film, der in Locarno den Publikumspreis gewonnen hat. Von Wim Wenders kommt Das Salz der Erde, ein Dokumentarfilm über den Fotografen Sebastião Salgado. Und aus England der Spielfilm Pride, den Georges Wyrsch vorstellt. Eva Pfirter hat mit einem der Organisatoren des Luzerner lesbisch-schwulen Filmfestivals Pink Panorama geredet. Und schliesslich treffen wir noch auf «Silent Bob» Kevin Smith, schmeissen mit Kurztipps um uns und legen eine Tonspur aus.

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Die Unverpassbaren, Woche 46 – 2014

Wenders / Salgado 'Das Salz der Erde' © Donata Wenders  Filmcoopi Zürich AG
Wenders / Salgado ‚Das Salz der Erde‘ © Donata Wenders Filmcoopi Zürich AG

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Das Salz der Erde von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado. Zusammen mit dessen Sohn portraitiert Wenders den zutiefst an Menschen und Menschlichkeit interessierten Fotografen und Abenteurer Sebastião Salgado und seine Arbeit.
  2. Mr. Turner von Mike Leigh. Timothy Spall als Jahrhundertmaler William Turner ist ein monstre sacré bei Mike Leigh. Ein grosser, schwerer Mann, dessen Seele auf seinen Leinwänden explodiert, der aber ansonsten gefangen ist in einem Körper, den er selber als Zumutung begreift.
  3. Interstellar von Christopher Nolan. Die Erde stirbt und ein Farmer-Astronaut macht sich auf zur Rettung der Menschheit. Nur die Nolan-Brüder können US-Pioniergeist-Nostalgie und dystopische Zukunfstängste derart schamlos effizient verbinden. Starke Bilder und wuchtiges Geschwurbel in fünf Dimensionen.
  4. Le meraviglie von Alice Rohrwacher. Deutsche Aussteiger in Umbrien, eine autarke, isolierte Kleinfamilie, im Fokus eine adoleszente Tochter: Ein träumerisch realistischer Spielfilm mit einem klaren, weiblichen Blick, formal hypnotisch unfixiert.
  5. Deux jours, une nuit von Jean-Pierre und Luc Dardenne. Marion Cotillard spielt die Arbeiterin Sandra, deren Boss die Belegschaft darüber abstimmen lässt, ob sie alle auf ihren Jahresbonus verzichten mögen, damit er Sandra nicht entlassen muss. In knackigen 95 Minuten spielen die beiden Belgier alle möglichen Begegnungen durch, präzise und unerbittlich.

Und morgen im Filmpodcast: Das Salz der Erde, Pride, Pink Panorama Luzern, Schweizer Helden und Kevin Smith.

Kevin Smith, Sex und Star Wars

Kevin Smith - Guest of honour - Director, producer, actor, author
Kevin Smith – Guest of honour – Director, producer, actor, author USA © NIFFF (Giona Mottura)

Kevin Smith ist der Schöpfer von Independent-Filmen wie Clerks, Dogma, Chasing Amy und Zak and Miri Make a Porno, Podcaster, Blogger und als «Silent Bob» auch noch sein eigenes alter Ego. Ich habe mich diesen Sommer am NIFFF mit ihm über die US-Popkultur und ihre Referenzsysteme Sex und Star Wars unterhalten. „Kevin Smith, Sex und Star Wars“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 403: Le Meraviglie, Im Labyrinth des Schweigens, Kurzfilmtage Winterthur

Monica Bellucci in Le meraviglie von Alice Rohrwacher copy filmcoopi
Monica Bellucci in ‚Le meraviglie‘ von Alice Rohrwacher © filmcoopi

Kino im Kopf mit Brigitte Häring. Diese Woche mit folgenden Beiträgen: Mit Georges Wyrschs Besprechung von Le meraviglie, einem italienischen Spielfilm von Alice Rohrwacher. Mit Michael Sennhauser über den deutschen Film Im Labyrinth des Schweigens von Giuglio Ricciarelli und mit einem Gespräch, das David Vogel mit dem künstlerischen Leiter der Kurzfilmtage Winterthur, John Canciani, geführt hat. Und mit den allseits beliebten Kurztipps und dem Rätsel um die Filmtonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 45 – 2014

'Interstellar' Regisseur Christopher Nolan mit Matthew McConaughey © Warner Bros. Ent.
‚Interstellar‘ Regisseur Christopher Nolan mit Matthew McConaughey © Warner Bros. Ent.

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen.

  1. Mr. Turner von Mike Leigh. Timothy Spall als Jahrhundertmaler William Turner ist ein monstre sacré bei Mike Leigh. Ein grosser, schwerer Mann, dessen Seele auf seinen Leinwänden explodiert, der aber ansonsten gefangen ist in einem Körper, den er selber als Zumutung begreift.
  2. Interstellar von Christopher Nolan. Die Erde stirbt und ein Farmer-Astronaut macht sich auf zur Rettung der Menschheit. Nur die Nolan-Brüder können US-Pioniergeist-Nostalgie und dystopische Zukunfstängste derart schamlos effizient verbinden. Starke Bilder und wuchtiges Geschwurbel in fünf Dimensionen.
  3. Le meraviglie von Alice Rohrwacher. Deutsche Aussteiger in Umbrien, eine autarke, isolierte Kleinfamilie, im Fokus eine adoleszente Tochter: Ein träumerisch realistischer Spielfilm mit einem klaren, weiblichen Blick, formal hypnotisch unfixiert.
  4. Deux jours, une nuit von Jean-Pierre und Luc Dardenne. Marion Cotillard spielt die Arbeiterin Sandra, deren Boss die Belegschaft darüber abstimmen lässt, ob sie alle auf ihren Jahresbonus verzichten mögen, damit er Sandra nicht entlassen muss. In knackigen 95 Minuten spielen die beiden Belgier alle möglichen Begegnungen durch, präzise und unerbittlich.
  5. ThuleTuvalu von Matthias von Gunten. Schmilzt auf der einen Seite der Welt das Eis, versinkt auf der anderen ein Staat im Meer. Der Schweizer Dokumentarfilm zeigt anhand zweier extrem abgelegener Orte – Thule im Norden Grönlands und Tuvalu mitten im Pazifischen Ozean – die unmittelbaren Auswirkungen der Klimakatastrophe. Bedrohte Sehnsuchtsorte, ursprüngliche Lebensweisen in wunderschönen Filmbildern eingefangen: eindringlich, eindrücklich und hoffentlich auch nachdrücklich.

Und morgen im Filmpodcast: Le meraviglie, Im Labyrinth des Schweigens, Kurzfilmtage Winterthur.