Zum Tod von Wes Craven

Wes Cravens populärste Schöpfung: Freddy Krueger in 'A Nightmare on Elm Street'
Wes Cravens populärste Schöpfung: Freddy Krueger in ‚A Nightmare on Elm Street‘

Ein Ehepaar foltert und tötet die Vergewaltiger ihrer Tochter. Das war 1972, The Last House on the Left, Wes Cravens zweiter Spielfilm und ein ebenso einschlägiger wie bis heute notorischer Schockauftritt. Sex und Gewalt gehörten zur Formel des damaligen Exploitation («Ausbeutungs»)-Kinos, «Rape & Revenge», Vergewaltigung und Rache war eine der Formeln.
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Filmpodcast Nr. 437: Rider Jack, Ingrid Bergman, Jörg Schneider, Peter Kern, Anna Muylaert und ‚The Second Mother‘

Peter Kern mit Ingrid Caven in Daniel Schmids 'La Paloma' von 1974
Peter Kern mit Ingrid Caven in Daniel Schmids ‚La Paloma‘ von 1974

Der Sommer war gross, aber jetzt sind wir wieder da, mit unserem wöchentlichen Soundtrack zu künftigen und vergangenen Bildern. Heute zum neuen Schweizer Film Rider Jack, mit einer Würdigung zu 100 Jahren Ingrid Bergman, mit Nachrufen auf Jörg Schneider und Peter Kern. Und mit einem kurzen Gespräch mit der brasilianischen Filmemacherin Anna Muylaert zu ihrem Film The Second Mother.

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Die Unverpassbaren, Woche 35 – 2015

Roeland Wiesnekker und Wolfram Berger in 'Rider Jack' von This Lüscher © Vinca Film
Roeland Wiesnekker und Wolfram Berger in ‚Rider Jack‘ von This Lüscher © Vinca Film

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Rider Jack von This Lüscher. Eine Schweizer Alzheimer-Roadmovie-Vater-Sohn-Dramödie, gut geschrieben und umgesetzt, und beflügelt von der Schauspieler-Paarung Roeland Wiesnekker / Wolfram Berger. Ein bittersüsses Vergnügen.
  2. La isla minima von Alberto Rodríguez. Ein andalusischer Marschland-Krimi mit zwei sehr besonderen Polizisten. Erinnert an die besten Zeiten von Carlos Saura und ist doch völlig eigenständig. Und spannend.
  3. White God – Fehér isten von Kornél Mundruczó. Hundeaufstand in Budapest. Metaphorisch, politisch, eindrücklich. Und darüber hinaus auch noch sehr unterhaltsam.
  4. Ich seh, ich seh von Veronika Franz und Severin Fiala. Nach der Gesichtsoperation ist Mami anders. Die Zwillinge hegen den Verdacht, sie sei es gar nicht mehr. Und sie sind entschlossen, das auf jeden Fall und mit allen Mitteln herauszufinden. Geseidelter Arthouse-Horror aus Österreich. Gekonnt unterkühlt, raffiniert giftig, schonungslos brutal.
  5. Taxi Teheran von Jafar Panahi. Zum dritten Mal unterläuft der iranische Regisseur das Arbeitsverbot. Und dieses Mal mit feinem Humor, bissigem Witz und mit einer raffiniert minimalistischen Anlage: Er spielt einen Taxifahrer in Teheran, seine Fahrgäste geben ihm und vielen anderen eine subversive Stimme.

Im Filmpodcast morgen: Rider Jack, Ingrid Bergman, Jörg Schneider, Peter Kern, Anna Muylaert und Que horas ela volta? (The Second Mother)

Locarno 15: HAPPY HOUR von Ryusuke Hamaguchi (Wettbewerb)

Happy Hour 1
MIHARA Maiko , TANAKA Sachie , KAWAMURA Rira , KIKUCHI Hazuki

Mit seinen fast fünfeinhalb Stunden überzieht dieser japanische Film die «Happy Hour» seine Titels gewaltig. Aber jede seiner 317 Minuten ist gerechtfertigt und sehenswert.

Vier Frauen in der Stadt Kobe, enge Freundinnen seit der Schulzeit, erleben Erschütterungen und Veränderungen in ihren Leben, als eine von ihnen sich überraschend für die anderen scheiden lässt. „Locarno 15: HAPPY HOUR von Ryusuke Hamaguchi (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 15: SUITE ARMORICAINE von Pascale Breton (Wettbewerb)

Suite armoricaine 1

Vielleicht ist schon der Name der Regisseurin Verpflichtung. Jedenfalls ist Bretons Suite armoricaine der Bretagne verpflichtet, genauer, der Universität der bretonischen Hauptstadt Rennes.

Von zwei Generationen wird erzählt, jener, die vor zwanzig Jahren hier studiert hat und nun zum Teil hier doziert. Und von jener, die ihren Platz heute eingenommen hat. „Locarno 15: SUITE ARMORICAINE von Pascale Breton (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 15: JIGEUMEUN MATGO GEUTTAENEUN TEULLIDA (Right Now, Wrong Then) von Hong Sang-soo (Wettbewerb)

Right Now Wrong Then 1

Der Südkoreaner Hong Sang-soo macht immer wieder sehr ähnliche Filme. Ein Mann, hier wieder ein Filmemacher, begegnet auf Durchreise in einer Stadt einer Frau, die ihn fasziniert.

Er spricht sie an, gehen ins Café, dann zum Sushi Essen, wo vor allem er zu viel trinkt. Dann zu Freunden von ihr, wo er noch mehr trinkt. Die Annäherung verläuft ins nichts, zu viele Phrasen, zu wenig Ehrlichkeit. „Locarno 15: JIGEUMEUN MATGO GEUTTAENEUN TEULLIDA (Right Now, Wrong Then) von Hong Sang-soo (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 15: THE SKY TREMBLES AND THE EARTH IS AFRAID AND THE TWO EYES ARE NOT BROTHERS von Ben Rivers (Wettbewerb)

The Sky Trembles

Zwischen Atlas und Sahara in Marokko bewegt sich der britische Künstler und Experimental-Filmemacher Ben Rivers auf den Spuren einer gleichtiteligen Erzählung des amerikanischen Beat-Autors Paul Bowles.

Ein Problem des Films ist, dass er sich allenfalls dann erschließt, wenn man die Geschichte kennt. Und das andere, dass der Filmemacher für seine Kunst leiden muss. Er wird von vier Banditen niedergeschlagen, in ein mit Konservendosen-Deckeln benähtes Sackkostüm gesteckt und zum scheppernden Tanzbär abgerichtet. Da helfen die dokumentarisch schönen Wüstenbilder nur wenig, man bleibt aussen vor und leidet auch. „Locarno 15: THE SKY TREMBLES AND THE EARTH IS AFRAID AND THE TWO EYES ARE NOT BROTHERS von Ben Rivers (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 15: CHEVALIER von Athina Tsangari (Wettbewerb)

© The Match Factory
© The Match Factory

Eine Gruppe griechischer Männer mittleren Alters und offensichtlich höheren Einkommens vergnügt sich auf einer Luxusjacht. Mit Speerfischen und Tauchen und den üblichen Seitenblicken auf die Leistungsfähigkeit der anderen.

Dann aber schlägt einer vor, den «grundsätzlich Besten» unter ihnen zu küren und mit einem Chevalier-Ring auszuzeichnen. Nun setzt ein irrwitziger skurriler Wettbewerb ein. „Locarno 15: CHEVALIER von Athina Tsangari (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 15: BOMBAY VELVET von Anurag Kashyap (Piazza Grande)

Ranbir Kapoor ist Johnny Balraj in 'Bombay Velvet'
Ranbir Kapoor ist Johnny Balraj in ‚Bombay Velvet‘

Der indische Produzent und Regisseur Anurag Kashyap ist ein grosser Fan klassischer amerikanischer Gangsterfilme und insbesondere vom New Yorker Regisseur Martin Scorsese. Mit Bombay Velvet hat er sich einen Traum erfüllt.

Der Film erzählt vom Aufstieg und Fall zweier Strassenjungs, die es schaffen, zu «Big Shots» zu werden – wie James Cagney in The Roaring Twenties. „Locarno 15: BOMBAY VELVET von Anurag Kashyap (Piazza Grande)“ weiterlesen