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    Venedig 16: LA LA LAND von Damien Chazelle

    Von Brigitte Häring | 1. September 2016 - 14:49

    Emma Stone und Ryan Gosling in 'La La Land' von Damien Chazelle © Ascot Elite

    Emma Stone und Ryan Gosling in ‚La La Land‘ von Damien Chazelle © Ascot Elite

    Gestern Abend wurde das Filmfestival Venedig eröffnet: mit einem romantischen Musical. Regisseur Damien Chazelle sagte, angesprochen auf den Film, der so gar nicht die aktuelle düstere Weltlage reflektiere, er glaube, wir bräuchten jetzt mehr denn je Hoffnung und Romantik auf der Leinwand.

    Eine grosse Verbeugung vor den Hollywood-Musicals der 50er Jahren ist La La Land, eine Feier des alten Hollywoods, eine Reminiszenz an Musicals wie «An American in Paris» von Vinzente Minelli oder an «Singin‘ in the Rain» von Gene Kelly. Ein nostalgischer Traum in Cinemascope und Technicolor. Obschon: Nostalgie ist immer da und spürbar, aber sie ist klug reflektiert und gebrochen. Die Geschichte spielt im heutigen Los Angeles, wo Träume und Realität härter aufeinander prallen als irgendwo sonst.

    Damien Chazelle, US-amerikanischer Filmregisseur mit französischem Vater, durfte am Mittwochabend mit seinem Film La La Land das Internationale Filmfestival von Venedig eröffnen. Und schon die erste Szene löste spontane Begeisterung und Zwischenapplaus im Kino aus: Während eines Staus auf einer Autobahnbrücke steigen die Autofahrer einer nach dem anderen aus ihren Autos aus, beginnen in klassischer Musical-Manier zu singen und zu tanzen – während die Kamera in wilden Fahrten durch dieses Auto-Menschen-Chaos durchfährt und mitzutanzen scheint.

    Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen Mia, die versucht, als Schauspielerin Fuss zu fassen und die inzwischen im Café eines Filmstudios Cappucino verkauft, und dem Jazzpianisten Sebastian, der den «guten alten Zeiten» nachträumt und gerne einen eigenen Jazzclub hätte.

    Die erste Stunde des Films nun ist eine anachronistische Feier der Traumfabrik Hollywood mit seinen Musicals der 50er und 60er Jahren, in Farbe, Musik, Bildsprache. Emma Stone und Ryan Gosling machen dabei gute Figur, selbst beim Stepptanz hoch über der Stadt unter sich rosa färbendem Sternenhimmel.

    Ryan Gosling und Emma Stone in 'La La Land' von Damien Chazelle © Ascot Elite

    Ryan Gosling und Emma Stone in ‚La La Land‘ von Damien Chazelle © Ascot Elite

    Damien Chazelle erstarrt aber nicht in seiner Nostalgie und Zitierlust (im Übrigen bezieht er sich selber weniger auf die vielzitierten amerikanischen Musicals, sondern auf die Filme des Franzosen Jaques Demy.) Immer wieder lässt er Traum, Musical und Realität aufeinander prallen, bricht er die Nostalgie mit witzigen Einfällen. Da singen etwa die beiden Hauptdarsteller ihr Liebesduett am Flügel – und zum Schluss bricht die Musik abrupt ab und ein iPhone klingelt in ähnlichen Tönen. Und als die Realität die beiden Verliebten einholt, weicht die Technicolor-Seligkeit, weichen die gelben, grünen, blauen, roten Farben (vorübergehend) einer nüchternen Ausstattung in Beige, grau, schwarz.

    Chazelle (Whiplash) feiert das Kino mit seinem Film, aber er experimentiert auch, macht Neues aus dem Alten und seine Darsteller Emma Stone und Ryan Gosling sind dabei so bezaubernd und grossartig, dass man sich am Ende wünscht, dieser Film wäre noch lange nicht zu Ende gegangen.

    Kinostart Deutschschweiz: 15. Dezember 2016 via Ascot Elite

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | Kommentare deaktiviert für Venedig 16: LA LA LAND von Damien Chazelle

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