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    Venedig 16: NOCTURNAL ANIMALS von Tom Ford

    Von Brigitte Häring | 2. September 2016 - 17:07

    Jake Gyllenhaal in 'Nocturnal Animals' von Tom Ford © Universal Pictures International

    Jake Gyllenhaal in ‚Nocturnal Animals‘ von Tom Ford © Universal Pictures International

    Tom Ford macht nicht nur schöne Kleider, er macht auch tolle Filme. Sein Debüt als Regisseur mit A Single Man mit Colin Firth und Julianne Moore lief 2009 auch schon im Wettbewerb von Venedig und brachte Colin Firth den Darstellerpreis ein und Tom Ford gehörigen Respekt als Filmemacher. Nun ist auch sein zweiter Film Nocturnal Animals im Wettbewerb von Venedig – als nächster Höhepunkt nach dem Eröffnungsfilm La La Land.

    Tom Ford führt nicht nur Regie, er schrieb auch das Drehbuch zu diesem komplexen Drama mit integriertem Thriller. Nocturnal Animals ist die Adaptation des Romans «Tony and Susan» von Austin Wright und damit eine Roman-im-Roman-Geschichte. In Tom Fords Film wird daraus Roman-im-Film, beziehungsweise eben Film-im-Film.

    Amy Adams als Susan Morrow in 'Nocturnal Animals' von Tom Ford © Universal Pictures International

    Amy Adams als Susan Morrow in ‚Nocturnal Animals‘ von Tom Ford © Universal Pictures International

    Susan (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles, die von ihrem artifiziellen Leben gelangweilt ist. Eines Tages bekommt sie ein Paket: ihr Ex-Mann, von dem sie seit 19 Jahren geschieden ist, schickt ihr seinen Roman. Da ihr jetziger Ehemann auf Geschäftsreise fährt, nimmt sie sich das Wochenende frei, um den Roman zu lesen.

    Dieser ist ihr gewidmet – ist aber zu ihrem Schrecken und gleichzeitig zu ihrer Faszination ein unglaublich brutaler Thriller – ein Familiendrama, eine Geschichte um Verlust und Rache.

    Geschickt sind in Nocturnal Animals die Erzählebenen verbunden: Susans jetziges Leben, ihre Romanlektüre, dann der Roman selber und schliesslich die Erinnerungen an ihre Beziehung zu Edward, dem Ex-Mann und Schriftsteller.

    Wie das alles zusammenhängt, warum dieser schrecklich brutale Roman ihr gewidmet ist, kann man kaum erahnen. Denn – das erfährt man in einer Rückblende – Susan riet Edward zwanzig Jahre zuvor, nicht immer nur über sich selber zu schreiben. Und so schrieb er dann  diesen Thriller, der scheinbar so gar nicht mit seinem eigenen Leben zu tun hat. Aber Regisseur Tom Ford besetzt nun ausgerechnet die Titelfigur des Romans mit dem Darsteller des Edward (ein grossartiger Jake Gyllenhal).

    'Nocturnal Animals' von Tom Ford © Universal Pictures International

    ‚Nocturnal Animals‘ von Tom Ford © Universal Pictures International

    Schon der Aufbau, die Verflechtung dieser drei Geschichten aus drei komplett unterschiedlichen Welten, der artifiziellen Kunstszene Los Angeles‘, der Studentenszene New Yorks und der texanischen Wüste, heben diesen Film über viele andere hinaus. Auch wenn das Nachdenken über falsche Lebensentscheidungen, Rache und Vergebung manchmal etwas zu wenig subtil passiert.

    Was den Film zusätzlich auszeichnet: Mit Tom Ford ist (natürlich) ein Ästhet am Werk, der einem immer wieder Bilder schenkt, die fast schon zu viel des Guten sind – der Einstieg ist schockierend schön und nebenbei noch ein beissender Kommentar auf den Schönheitswahn. Tom Fords Fortsetzung seiner Filmkarriere ist mit diesem Zweitling überaus geglückt.

    Kinostart Deutschschweiz: 22.Dez.2016 via Universal Pictures International Switzerland

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | Kommentare deaktiviert für Venedig 16: NOCTURNAL ANIMALS von Tom Ford

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