Die Oscars, die Zivilgesellschaft und der Widerstand in den USA

Von der Oscar-Verleihung in der Nacht auf den Montag ist mehr zu erwarten als die übliche Gratulations-Feier, die Stars und die Kreativen sind in der gleichen Zwickmühle wie die Zivilgesellschaft und die US-Wissenschaft: Ruhe bewahren oder protestieren? Kommt es zu den ersten Protest-Oscars?

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Zwei Césars für MA VIE DE COURGETTE

Claude Barras, Courgette, César, Céline Sciamma

Bei der Verleihung der wichtigsten französischen Filmpreise gestern Abend in Paris hat Ma vie de Courgette des Wallisers Claude Barras den César für den besten Animationsfilm gewonnen. Und den für das beste adaptierte Drehbuch für Claude Barras und seine Co-Autorin Céline Sciamma. Und nun muss das Team nach durchgefeierter Nacht nach Los Angeles fliegen und an der Oscar-Verleihung in der Nacht auf Montag noch einmal fiebern. Wenn auch mit deutlich weniger Chancen als gestern.

Den gleichen Parcours absolviert übrigens auch Schauspielerin Isabelle Huppert. Auch sie war gestern in Paris, wo ihr Film Elle von Paul Verhoeven als bester Film ausgezeichnet wurde. Und sie einmal mehr als beste Darstellerin. Im Januar wurde Huppert für ihre Rolle in Elle schon bei den Golden Globes ausgezeichnet. Und für den Oscar morgen Nacht ist sie ebenfalls nominiert.

Alle Césars gibt es auf der Webseite der französischen Académie.

Filmpodcast Nr. 506: Marija, Neruda, Fauda, 3D-Kino quo vadis?

Gael García Bernal als Óscar Peluchonneau in ‚Neruda‘ von Pablo Larraín © filmcoopi

Pablo Larraín, der Regisseur von Jackie, hat sich den legendären Dichter Pablo Neruda vorgeknöpft. Schauspieler Michael Koch, einst Star in «Achtung Fertig Charlie!» ist mit seinem starken Spielfilmerstling Marija für den Schweizer Filmpreis nominiert. Netflix bringt die israelische Serie Fauda in die gute Stube. Und wir fragen nach, was aus dem Hype ums 3D-Kino geworden ist. Dazu haben wir wie immer die Tonspur, und die Kurztipps.

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Die Unverpassbaren, Woche 8 – 2017

Sahin Eryilmaz (Cem), Margarita Breitkreiz in ‚Marija‘ © frenetic

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Marija von Michael Koch. Eine Ukrainerin kämpft in Dortmund um Integrität und eine eigene Existenz. Ein präzise gestalteter, realistischer Film vom einstigen Schauspieler Michael Koch. Nominiert für den Schweizer Filmpreis.
  2. Neruda von von Pablo Larraín. Der Dichter fiktionalisiert sich selber auf der Flucht vor den politischen Verhältnissen. Ein cleveres Spiel mit erfundenen Wirklichkeiten von dem Regisseur, der das eben auch mit Jackie und dem Kennedy-Mythos durchgespielt hat.
  3. Ma vie de courgette von Claude Barras. Puppenanimation und Kinderdialoge in einem engagierten, realistischen Szenario. Hinreissend. Und Oscar-nominiert.
  4. T2 Trainspotting von Danny Boyle. Zwanzig Jahre nach dem Original ist das ganze Team wieder da, vor und hinter der Kamera. Eine ambitionierte Wiederbegegnung mit Reminiszenzen.
  5. Elle von Paul Verhoeven. Eine Frau weigert sich, Opfer zu sein und dreht ihre wiederholte Vergewaltigung um in einen Zweikampf. Brutale Konsequenz und dunkle Komik ohne Zynismus. Eine kühl unterhaltsame Herausforderung mit einer wie immer absolut souveränen Isabelle Huppert.

Im Filmpodcast morgen: Marija, Neruda, Serie Fauda, 3D-Kino

Filmpodcast Nr. 505: T2 Trainspotting, Ma vie de Courgette, Greta App, Zglinskis Tiere

‚Ma vie de Courgette‘ von Claude Barras © Praesens Film

Wir haben zwanzig Jahre nach dem Original ein Wiedersehen mit Danny Boyle und seinen schottischen Antihelden in T2 Trainspotting. Wir hören Claude Barras zu seinem oscarnominierten Puppenfilm Ma vie de Courgette, und wir besuchen eine Vorstellung davon mit Blinden und ihrer neuen Kinofreundin Greta. Und an der Berlinale hat Brigitte Häring Greg Zglinskis Tiere gesehen. Dazu haben wir wie immer die Tonspur, und die Kurztipps.

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Die Unverpassbaren, Woche 7 – 2017

Ewen Bremner, Ewan McGregor, Johnny Lee Miller, Robert Carlyle in ‚T2 Trainspotting‘ von Danny Boyle © Walt Disney Schweiz

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Ma vie de courgette von Claude Barras. Puppenanimation und Kinderdialoge in einem engagierten, realistischen Szenario. Hinreissend. Und Oscar-nominiert.
  2. T2 Trainspotting von Danny Boyle. Zwanzig Jahre nach dem Original ist das ganze Team wieder da, vor und hinter der Kamera. Eine ambitionierte Wiederbegegnung mit Reminiszenzen.
  3. Elle von Paul Verhoeven. Eine Frau weigert sich, Opfer zu sein und dreht ihre wiederholte Vergewaltigung um in einen Zweikampf. Brutale Konsequenz und dunkle Komik ohne Zynismus. Eine kühl unterhaltsame Herausforderung mit einer wie immer absolut souveränen Isabelle Huppert.
  4. Skizzen von Lou von Lisa Blatter. Eine junge Frau zwischen Freiheitsdrang und Sinnleere, Aufbruch und Heimsuche. Auch wenn der Film sein Paket am Ende etwas zu gründlich schnürt, bleiben starke Szenen mit einer packenden Hauptdarstellerin.
  5. Jackie von Pablo Larraín. Jackie Kennedy in den Stunden und Tagen nach dem Mord an ihrem Mann, zwischen Existenzangst, Entschlossenheit, Medienbewusstsein und Inszenierungswut. Ein beklemmend subjektiver, analytischer Film mit einer starken Natalie Portman.

Im Filmpodcast morgen: Tiere an der Berlinale, T2 Trainspotting, Ma vie de courgette, Kino-App für Blinde.

Berlinale 17: TIERE von Greg Zglinski (Forum)

Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair in ‚Tiere‘ © tellfilm, Andreas Seibert

Es ist der Film zum Festival: Tiere, Tiere, überall wilde Tiere, die in die Welt der Menschen einbrechen, symbolisch und ganz real. Das fängt auf dem Berlinale-Plakat schon an: Bären im normalen Strassenbild, im Fotoautomat, in der Tiefgarage oder in der U-Bahnstation. Aber dieser Film heisst sogar Tiere – gedreht hat ihn Greg Zglinski, polnischer Filmemacher, der in der Schweiz gross geworden ist.

In der Schlüsselszene fahren Anna und Nick im Cabrio auf einer Bergstrasse, spielen das Spiel, in dem einer das Alphabet durchbuchstabiert, die andere «stopp» sagt und dann beide jeweils ein Tier mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben sagen müssen. Anna hat ‚t‘ gesagt und so zählt sie im Wechsel mit ihrem Mann Nick Tiere auf: Teppichkäfer, Tapir, Tarantel sind schon dran gewesen, Tier zählt nicht, weil es zu allgemein ist. Schliesslich schreit Anna «Schaf!» und Nick sagt noch «Das zählt doch nicht, das ist nicht mit ‚t‘.» Doch dann ist es zu spät. Das Auto donnert frontal in ein Schaf. Schaf tot, Anna leicht verletzt, Nick unverletzt. „Berlinale 17: TIERE von Greg Zglinski (Forum)“ weiterlesen

Berlinale 17: THE PARTY von Sally Potter (Wettbewerb)

Patricia Clarkson und Bruno Ganz in ‚The Party‘ © Adventure Pictures Limited 2017

Schon wieder, wie in so vielen Filmen dieser Berlinale, huscht ein Tier durch den Film: ein Fuchs schaut mal schnell durch die Terrassentür des Hauses von Janet (Kristin Scott Thomas), die Gesundheitsministerin von England geworden ist und dies mit ihrem Mann Bill (Timothy Spall) und ihren besten Freunden feiern will.

Der Fuchs lässt ahnen: diese Party wird nicht so harmonisch verlaufen. Aber das weiss man auch so schon, denn das allererste Bild ist Janet, die die Haustür öffnet und mit der Pistole auf jemanden zielt. Sally Potter, die 1992 mit Orlando (Tilda Swinton in der Hauptrolle) durch die Jahrhunderte gerauscht ist, und mit ihrem letzten Film Ginger & Rosa 2012 einen Farbenrausch gefeiert hat, erzählt The Party in schwarzweiss und in Echtzeit. „Berlinale 17: THE PARTY von Sally Potter (Wettbewerb)“ weiterlesen

Berlinale 17: TESTRŐL ÉS LÉLEKRŐL (On Body and Soul) von Ildikó Eneydi (Wettbewerb)

‚Testrol és lélekrol‘ (On Body and Soul) von Ildikó Enyedi

Eine erste Perle im Wettbewerb lief schon als zweiter Film des Berlinale-Wettbewerbs: der ungarische Film Testről és Lélekről (On Body and Soul) von Ildikó Eneydi. Die Regisseurin hat schon vor fast 30 Jahren in Cannes ihren ersten Preis bekommen, die Caméra d’or für den besten Nachwuchsfilm mit Mein 20. Jahrhundert. Nur in grossen Zeitabständen dreht die inzwischen 61jährige Eneydi einen Film, dieser nun, Testről és Lélekről ist erst ihr fünfter Langfilm.

Von Körper und Seele erzählt der Film, so sagt es der Titel. Diese Körper und Seelen sind in dieser seltsamen, leisen Liebesgeschichte alle irgendwie beschädigt, geschunden, kaputt und trotzdem wunderschön. Und es ist nur logisch, dass dieser Film in einem Schlachthof spielt, wo täglich Kühe reingetrieben werden, wo sie getötet werden, wo ihnen das Blut abgelassen wird und ihre Körper zu anonymen Fleischbrocken verarbeitet werden. „Berlinale 17: TESTRŐL ÉS LÉLEKRŐL (On Body and Soul) von Ildikó Eneydi (Wettbewerb)“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 504: A Monster Calls, Das Mädchen vom Änziloch, Muhammad der Terrorist, Neue Luzerner Kinos

‚A Monster Calls‘ © Impuls

Heute mit zwei Filmen und zwei Hintergründen. A Monster Calls und Das Mädchen vom Änziloch laufen jetzt im Kino. Wir fragen nach, wie Hollywood das Moslem-Bild geprägt hat. Und während die einen schon den Tod des Kinos verkünden, bauen andere neue Säle, zum Beispiel in Luzern. Oder in Basel. Dazu haben wir wie immer eine Tonspur, und die Kurztipps.

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