Cannes 17: HIKARI (Radiance) von Naomi Kawase

Naomi Kawase zählt seit Jahren zu meinen Cannes-Favoriten, ihre poetischen, wind- und lichtdurchzogenen Filme haben eine überaus persönliche Wirkung. Aber mit Hikari hat sie auf ihre enigmatische, zurückhaltende Erzählweise verzichtet und fährt schon in der ersten Sequenz lebens- und kinometaphorisch ein.

Cannes 14: FUTATSUME NO MADO – Still the Water – von Naomi Kawase

Es ist die letzte Einstellung von Still the Water, welche diesen grossartigen Film für unverdienten Spott exponiert: Die Teenager Kaito und Kyoko, welche sich zuvor auf jeweils eigene Weise mit ihren Müttern auseinandersetzen mussten, sind erwachsen geworden. Sie hatten den Sex, welchen der empörte Kaito seiner Freundin zuvor trotzig verweigert hat, und sie schwimmen im …

Cannes 11: HANEZU NO TSUKI von Naomi Kawase

Für ihren Wettbewerbsbeitrag Der Wald des Abschieds hätte Naomi Kawase von mir schon 2007 die goldene Palme bekommen. Die ging dann an Cristian Mungiu, Kawase erhielt immerhin den Grossen Preis der Jury. Jetzt sind wir wieder so weit: Auch ihr jüngster Film ist für mich ein coup de coeur – und wieder wird sie es …

Filmpodcast Nr. 721: Stürm – Bis wir tot sind oder frei, True Mothers, Apenas el sol, Non Fungible Tarantino

Der Spielfilm zum Schweizer Ausbrecherkönig Walter Stürm und seiner Anwältin Barbara Hug hat lange auf seinen Kinostart warten müssen. Georges Wyrsch hat ihn gesehen. Ich freue mich über True Mothers, das jüngste Werk der Japanerin Naomi Kawase. Und Apenas el sol, der Dokumentarfilm der in Basel lebenden Arami Ullon wurde von ihrem Heimatland Paraguay für …

Die Unverpassbaren, Woche 47 – 2021

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: True Mothers von Naomi Kawase. Adoption und Mutterschaft aus zwei Perspektiven, Adoptiveltern und Geburtsmutter, poetisch, eindringlich und von filmischer Schönheit geprägt. Apenas el Sol von Arami Ullon. Ein Werk gegen das Verblassen der Spuren des paraguyanischen Urvolkes der Ayoreos. Hochemotional und hochpolitisch, dank dem Engagement des betagten …

Cannes 18: CAPHARNAÜM von Nadine Labaki (Wettbewerb)

Dieser Film stellt harte Anforderungen, sowohl subjektiv wie auch objektiv. Er setzt die lange Reihe von Kinderschicksals-Epen fort, die auf der härteren Seite von Hector Babencos Pixote (1981) geprägt sind, auf der weicheren von Wohlfühl-Elend im Stil von Slumdog Millionaire (2008). Regisseurin Nadine Labaki wurde im Libanon geboren und gehört seit Caramel von 2007 zu …

Die 100 Besten Filme
(Stand Januar 2017 für «Le Temps»)

Kollege Stéphane Gobbo plant für die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» eine Liste der besten Filme nach Meinung der Schweizer Filmjournalistinnen und Filmjournalisten. Er hat daher alle Kolleginnen und Kollegen unseres Verbandes SVFJ angeschrieben. So habe ich mir diesen Sonntagmorgen meine Liste abgekämpft. Ein Vergnügen einerseits. Weil es gut tut, sich ein paar Stunden selber zu …

Die Unverpassbaren, Woche 37 – 2015

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: Youth von Paolo Sorrentino. Michael Caine und Harvey Keitel als alternde Künstlerfreunde im Schweizer Luxusresort. Ein überbordendes, felineskes Meisterwerk zwischen Altherrenwitz, Kunstkritik und Lebensweisheit. El botón de nácar von Patricio Guzman. Der chilenische Filmemacher schlägt nach seinem Nostalgia de la luz von 2010 einen weiteren philosophisch-poetischen Bogen …

Die Unverpassbaren, Woche 36 – 2015

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: Härte von Rosa von Praunheim. Die Dokufiktion blickt zurück auf das Leben des brutalen Berliner Zuhälters Andreas Marquardt und seiner Freundin Marion. Der Titel trifft, aber auch die zeitreisenden Filmbilder von Elfi Mikesch – und von Praunheims Blick für die ungelösten Widersprüche in einem vordergründig geläuterten Leben. …

Cannes 15: Hoffnung, Kunst und Koproduktion

Am Sonntagabend werden in Cannes die Palmen des 68. Filmfestivals vergeben. Über die vergangenen zehn Tage an der «Olympiade des Autorenkinos» reden heute in Cannes Michael Sennhauser und seine zwei deutschen Kolleginnen Anke Leweke und Katja Nicodemus.