A HERO (Ghahreman) von Asghar Farhadi

Kunstvoll geschrieben, mit lebendigen, abgerundeten Figuren ist der vierte Film, mit dem Farhadi in Cannes in den Wettbewerb geladen wurde. Seit ihn Cannes von der Berlinale «abgeworben» hat, hat Farhadi etliches ausprobiert, auch eine Version von A Separation in Frankreich, mit Le passé,  und eine Variation darauf in Spanisch, mit Todos lo saben.

Cannes 18: TODOS LO SABEN von Asghar Farhadi (Wettbewerb)

Ein ausgeklügeltes, durchdachtes, unentrinnbares Familiendrama als Auftakt für dieses Festival, das sich seit mehr als siebzig Jahren als Familientreffen der globalen Cinéphilie gebärdet: Das hat was. Laura (Penélope Cruz) kommt mit ihrer sechzehnjährigen Tochter und dem deutlich jüngeren Sohn aus Argentinien zu einer Hochzeit zurück in die spanische Kleinstadt, ihr Mann Alejandro (Ricardo Darín) ist …

Cannes 16: FORUSHANDE (The Salesman) von Asghar Farhadi (Wettbewerb)

Warum ausgerechnet der Arthur-Miller-Klassiker „Death of a Salesman“ das Strukturgerüst für Farhadis jüngstes Familiendrama liefert, erschliesst sich nicht ohne weiteres. Vielleicht hat er ein universal bekanntes Drama gesucht, vielleicht hat das Stück im Iran eine besondere Bedeutung. Aber Farhadis Meisterschaft bei der Inszenierung familiärer Beziehungen spiegelt sich gut in Millers fast siebzig Jahre alten Drama. Der …

Cannes 13: LE PASSE von Asghar Farhadi

Wenn der Titel A Separation nicht schon besetzt wäre, hätte er auch für diesen Film von Asghar Farhadi perfekt gepasst. Eine Frau (Bérénice Bejo) holt einen Mann (Ali Mosaffa) in Paris am Flughafen ab. Aus ihrem Dialog reimt man sich nach und nach zusammen, dass die beiden verheiratet sind, seit vier Jahren getrennt, und dass …

Die 100 Besten Filme
(Stand Januar 2017 für «Le Temps»)

Kollege Stéphane Gobbo plant für die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» eine Liste der besten Filme nach Meinung der Schweizer Filmjournalistinnen und Filmjournalisten. Er hat daher alle Kolleginnen und Kollegen unseres Verbandes SVFJ angeschrieben. So habe ich mir diesen Sonntagmorgen meine Liste abgekämpft. Ein Vergnügen einerseits. Weil es gut tut, sich ein paar Stunden selber zu …

Die Unverpassbaren, Woche 4 – 2017

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: Jackie von Pablo Larraín. Jackie Kennedy in den Stunden und Tagen nach dem Mord an ihrem Mann, zwischen Existenzangst, Entschlossenheit, Medienbewusstsein und Inszenierungswut. Ein beklemmend subjektiver, analytischer Film mit einer starken Natalie Portman. Personal Shopper von Olivier Assayas. Eine junge Amerikanerin in Paris zwischen Luxus und Jenseits. Kein grosser Film. Aber …

Die Unverpassbaren, Woche 3 – 2017

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: Personal Shopper von Olivier Assayas. Eine junge Amerikanerin in Paris zwischen Luxus und Jenseits. Kein grosser Film. Aber ein vielseitiges Vergnügen mit Chic, Schock und Stewart. Das kann sich sehen lassen. La La Land von Damien Chazelle. Eine grosse Verbeugung vor den Hollywood-Musicals der 50er Jahre, ein Traum in Cinemascope …

Filmpodcast Nr. 500:
Meryl Streep, The Salesman, La La Land

Brigitte Häring präsentiert die 500. Ausgabe unserer Filmrolle! Meryl Streep schrieb letzte Woche Hollywood-Geschichte, als sie den zukünftigen Präsidenten der USA, Donald Trump, bei den Golden Globes scharf kritisierte. Michael Sennhauser erläutert im Gespräch, warum diese Rede tatsächlich wichtig und geschichtswürdig ist. Auch an den Golden Globes Furore machte der Film La La Land von …

Die Unverpassbaren, Woche 2 – 2017

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen: La La Land von Damien Chazelle. Eine grosse Verbeugung vor den Hollywood-Musicals der 50er Jahre, ein Traum in Cinemascope und Technicolor. Die Nostalgie ist immer da und spürbar, aber sie ist klug reflektiert und gebrochen. Forushande – The Salesman von Asghar Frahadi. Eine erschreckte Frau, ihr hilflos …

Cannes 16: Zweite Goldene Palme für Ken Loach – Le palmarès

Nach der goldenen Palme, welche Ken Loach für The Wind that Shakes the Barley 2006 gewonnen hat, und den viele als eine Art Preis für sein Lebenswerk empfunden hatten, hat der 79jährige britische Altmeister des sozialen Agitprop-Kinos nun die Palme d’or für einen „richtigen“ Loach gewonnen: Palme d’Or I, Daniel Blake von Ken Loach Grand Prix: Xavier Dolan, C’est …