Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec

Jakob Lassalle, Clara Möller © Nachmittagfilm

Nicht nur laute Filme vermögen zu polarisieren – auch der Film Ich war zuhause, aber der Berliner Regisseurin Angela Schanelec im Wettbewerb der Berlinale hat die einen begeistert, andere geärgert.

Das liegt am konsequenten Stil der Filmemacherin, einer Vertreterin der Berliner Schule. Ihre Filme lassen einen in keinem Moment vergessen, dass man im Kino sitzt, entführen nicht leichtfüssig in eine Geschichte rein, versuchen nie, das Medium vergessen zu machen.

Im Gegenteil – die Inszenierung immer mitzeigen, mitdenken, die Zuschauerinnen und Zuschauer damit herausfordern, das ist Programm in Schanelecs Filmen. „Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec“ weiterlesen

Berlinale 19: SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt

Helena Zengel © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Dieses deutsche Spielfilmdebut lief zwar schon am zweiten Festivaltag, ist aber bis jetzt – es sind schon mehr als die Hälfte aller Filme des internationalen Wettbewerbs gelaufen – immer noch der spannendste Beitrag. Weil er aufregend ist, laut, fordernd und überfordernd. Und weil er viel wagt und dabei viel gewinnt.

«Systemsprenger», das sind Kinder, die weder in Familien, noch in Wohngruppen oder Heimen zurechtkommen, die Regeln noch mit Konventionen einhalten können, denen mit dem Erziehungssystem nicht beizukommen ist. „Berlinale 19: SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt“ weiterlesen

Berlinale 19: GRÂCE À DIEU von François Ozon

Melvil Poupaud (Rechts) © filmcoopi

Am 7. Januar stand der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin vor Gericht. Er habe trotz Kenntnis der Pädophilie eines Priesters diesen nicht der Justiz gemeldet. Fast genau einen Monat später gelangt François Ozons fiktionalisierte Aufarbeitung des Falles um den Priester Bernard Preynat – als Geschichte eines langen Kampfes der Opfer.

Grâce à dieu ist ein Spielfilm, aber Fiktion ist wenig daran. Die Personen der Kirche tragen ihre Klarnamen, die ehemaligen Opfer zumindest die echten Vornamen. In einer Art filmischer Stafette zeichnet Ozon den Kampf dreier Männer nach, alle sind in ihrer Jugend bei Bernard Preynat in der Pfadfindergruppe gewesen, alle sind von diesem missbraucht worden. „Berlinale 19: GRÂCE À DIEU von François Ozon“ weiterlesen

Berlinale 19: THE KINDNESS OF STRANGERS von Lone Scherfig

Tahar Rahim, Bill Nighy © Per Arnesen

Lauter verlorene Seelen eröffnen die 69. Berlinale: Der Film der dänischen Regisseurin Lone Scherfig (Italian For Beginners, An Education), die auch Geschichte und Drehbuch geschrieben hat, ist eine Art Grossstadtmärchen in New York, in dem der Zufall verschiedene Figuren zueinander bringt – und sie aus ihrer Verlorenheit rettet.

Claire (Zoe Kazan) ist mit ihren zwei Jungen mit dem Auto aus Buffalo nach New York gekommen, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. „Berlinale 19: THE KINDNESS OF STRANGERS von Lone Scherfig“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 591: The Favourite, Beautiful Boy, Carpenter Effect

Timothée Chalamet und Steve Carell in ‚Beautiful Boy‘ © Ascot-Elite

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Das Kostümdrama The Favourite ist nicht nur Oscarfavorit, sondern auch unser Liebling der Woche. Ausserdem heute in der Rolle: der Film Beautiful Boy und die Antwort auf die Frage: «Was eigentlich ist der Carpenter-Effekt?» Und Tonspurrätsel und Kurztipps fehlen auch heute nicht.

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Filmpodcast Nr. 587: Mary Poppins Returns, Loveling, Climax

Emily Blunt, Joel Dawson, Pixie Davies unnd Nathanael Saleh in ‚Mary Poppins Returns‘ © Disney Int.

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Mit der Weihnachtsausgabe – nächste Woche macht Kino im Kopf Pause. Aber heute gibt es noch dies alles in der Rolle: Georges Wyrsch hat sich von der Energie des brasilianischen Familiendramas Loveling anstecken lassen. Ann Mayer spricht darüber, ob Mary Poppins Returns dem Original den Staubwedel reichen kann. Und ich habe mit Gaspard Noé über seinen ausartenden Tanzfilm Climax gesprochen. Dazu wie immer Kurztipps und eine Tonspur.

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Filmpodcast Nr. 586: A Polar Year, Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm, Shoplifters

Hannah Herzsprung im ‚Dreigroschenfilm‘ © filmcoopi

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Heute mit Hannes Nüsseler über einen dänischen Lehrer im grönländischen Eis: A Polar Year. Elisabeth Baureithel hat Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm gesehen und Michael Sennhauser mit dem japanischen Regisseur Hirokazu Kore-Eda über Shoplifters gesprochen, der im Frühling in Cannes die goldene Palme bekam und jetzt ins Kino kommt. Eine Tonspur zum Erraten und die fünf Kurztipps sind auch heute dabei..

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Filmpodcast Nr. 579: Pájaros de verano, Plaire aimer et courir vite, Becoming Animal

‚Becoming Animal‘ © Outside the Box

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Heute mit dem kolumbianischen Vor-Mafiafilm Pájaros de verano, dem französischen Drama Plaire, aimer et courir vite und dem naturphilosophischen Essayfilm Becoming Animal. Dazu gibts eine Tonspur aufs Ohr und die fünf Kurztipps für Unentschiedene.

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Filmpodcast Nr. 573: Chris the Swiss, Gundermann, The Man Who Killed Don Quixote, Ryuichi Sakamoto, Oleg Sentsov

Anna Unterberger (Conny) und Alexander Scheer in ‚Gundermann‘ von Andreas Dresen &copy: filmcoopi

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Einer der ungewöhnlichsten Filme des Jahres kommt aus der Schweiz: Chris the Swiss von Anja Kofmel. Gundermann heisst Andreas Dresens filmische Biographie des gleichnamigen DDR-Liedermachers. Terry Gilliam hat endlich seinen Don Quixote fertig. Der Filmmusikkomponist Ryuichi Sakamoto hat ein eigenes Filmporträt bekommen. Und der ukrainische Filmregisseur Oleg Sentsov ist im Hungerstreik. Dazu wie immer eine Tonspur, wie gewohnt, und unsere Kurztipps.

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Venedig 18: THE BALLAD OF BUSTER SCRUGGS von Joel und Ethan Coen

‚The Ballad of Buster Scruggs‘ © Netflix

Eine Anthologie nennen die Brüder ihren sechsteiligen Episodenfilm, der ursprünglich als Serie für Netflix geplant war.

Nun ist es ein Episodenfilm geworden mit Geschichten aus dem Wilden Westen, die Joel und Ethan Coen – schön gemacht – in ein altes Buch packen, das auf einem groben Holztisch liegt und von einer Hand umgeblättert wird. Aber natürlich ist das Buch nicht wirklich alt, die Coens haben ihre Geschichten selber geschrieben und wie immer ironisch, humorvoll, bitterböse und mit einer ordentlichen Portion Gewalt. „Venedig 18: THE BALLAD OF BUSTER SCRUGGS von Joel und Ethan Coen“ weiterlesen