Berlinale 19: THE KINDNESS OF STRANGERS von Lone Scherfig

Tahar Rahim, Bill Nighy © Per Arnesen

Lauter verlorene Seelen eröffnen die 69. Berlinale: Der Film der dänischen Regisseurin Lone Scherfig (Italian For Beginners, An Education), die auch Geschichte und Drehbuch geschrieben hat, ist eine Art Grossstadtmärchen in New York, in dem der Zufall verschiedene Figuren zueinander bringt – und sie aus ihrer Verlorenheit rettet.

Claire (Zoe Kazan) ist mit ihren zwei Jungen mit dem Auto aus Buffalo nach New York gekommen, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. „Berlinale 19: THE KINDNESS OF STRANGERS von Lone Scherfig“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 06 – 2019

Emma Stone in ‚The Favourite‘ © Twentieth Century Fox

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Immer und Ewig von Fanny Bräuning. Die Tochter begleitet ihre Eltern auf die Reise mit dem Wohnmobil, das ihr Vater für sich und seine gelähmte Frau gebaut hat. Ein Dokumentarfilm über Liebe, Grosszügigkeit und diese Sache mit der Abhängigkeit.
  2. Le vent tourne von Bettina Oberli. Selbstbestimmtes Leben auf dem Oeko-Hof im Jura. Mit jenen Fallen und Leidenschaften, die wir fürchten und lieben.
  3. The Favourite von Yorgos Lanthimos. Hintersinniges, intrigantes, und grausam komisches Historiendrama am englischen Königshof von Queen Anne zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Olivia Coleman, Rachel Weisz und Emma Stone spielen alle an die Wand. Kino wie ein barockes Festmahl.
  4. Alles ist gut von Eva Trobisch. Janne weiss, dass sie vom besoffenen Martin vergewaltigt worden ist. Aber sie will kein Opfer sein und verdrängt den Abend. Bis ihr alles entgleitet. Intelligent, unaufgeregt, präzise und eindringlich.
  5. Burning (Beoning) von Lee Chang-dong. Ein kunstvoll verrätselter und verbildeter Slow-Thriller nach Haruki Murakami. Kunst und Vorstellung als theoretische Konstruktion und praktisches Kino. Zauberhaft.

Und im Filmpodcast morgen: The Price of everything, Straightwashing.

Filmpodcast Nr. 592: Green Book, Le vent tourne, Immer und Ewig, Filmpreis-Nominationen

Prix de Soleure 2019 für ‚Immer und Ewig‘: Niggi, Annette und Fanny Bräuning © Filmtage

In Green Book wird ein weisser Türsteher zum Chauffeur eines afroamerikanischen Pianisten. In Le vent tourne bringt eine Windturbine einem Bio-Bauern-Paar im Jura mehr Unabhängigkeit. Aber anders, als erhofft. In Immer und Ewig begleitet die Basler Dokumentarfilmerin Fanny Bräuning ihren Vater und ihre gelähmte Mutter auf eine Reise im Wohnmobil. Ausserdem ein kleiner Rückblick auf die Nacht der Nominationen zum Schweizer Filmpreis an den Solothurner Filmtagen. Dazu Tonspurrätsel und Kurztipps wie gewohnt.

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Die Unverpassbaren, Woche 05 – 2019

‚Le vent tourne‘: Pauline (Mélanie Thierry) am Creux du Van © Niels Ackermann / Lundi13

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Immer und Ewig von Fanny Bräuning. Die Tochter begleitet ihre Eltern auf die Reise mit dem Wohnmobil, das ihr Vater für sich und seine gelähmte Frau gebaut hat. Ein Dokumentarfilm über Liebe, Grosszügigkeit und diese Sache mit der Abhängigkeit.
  2. Le vent tourne von Bettina Oberli. Selbstbestimmtes Leben auf dem Oeko-Hof im Jura. Mit jenen Fallen und Leidenschaften, die wir fürchten und lieben.
  3. The Favourite von Yorgos Lanthimos. Hintersinniges, intrigantes, und grausam komisches Historiendrama am englischen Königshof von Queen Anne zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Olivia Coleman, Rachel Weisz und Emma Stone spielen alle an die Wand. Kino wie ein barockes Festmahl.
  4. Alles ist gut von Eva Trobisch. Janne weiss, dass sie vom besoffenen Martin vergewaltigt worden ist. Aber sie will kein Opfer sein und verdrängt den Abend. Bis ihr alles entgleitet. Intelligent, unaufgeregt, präzise und eindringlich.
  5. Burning (Beoning) von Lee Chang-dong. Ein kunstvoll verrätselter und verbildeter Slow-Thriller nach Haruki Murakami. Kunst und Vorstellung als theoretische Konstruktion und praktisches Kino. Zauberhaft.

Und im Filmpodcast morgen: Le vent tourne, Green Book, Fanny Bräuning, CH Filmpreis Nominationen

SFT19: SOHN MEINES VATERS von Jeshua Dreyfus

Schalom Schabat am 60. Geburtstag von Karl (Dani Levy) in ‚Sohn meines Vaters‘ © Vinca Film

Die Welt ist nicht so, wie sie die Eltern geschildert haben. Die Eltern wissen das schon lange. Darum behalten sie die Deutungsmacht.

Da kann der Sohn mit der Geliebten des Vaters ins Bett, so lange er will: Die Erklärung dafür bekommt er vom Papa weiterhin präsentiert wie eine Rechnung. „SFT19: SOHN MEINES VATERS von Jeshua Dreyfus“ weiterlesen

SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning

Niggi und Annette Bräuning © frenetic

Ein Wohnmobil für sich und seine tetraplegische Frau Annette, das ist einer der Träume, die Niggi Bräuning mit Hartnäckigkeit realisiert hat.

Ihr Vater weigere sich, ihre Mutter als schwerbehindert zu betrachten, sagt Filmemacherin Fanny Bräuning. Sie könne schliesslich essen, denken und kommunizieren. Für Niggi ist Annette noch immer die Frau, die ihn 1971 geheiratet hatte, die schöne Grafikstudentin, die dem zukünftigen Fotografen an der Basler Kunstgewerbeschule aufgefallen war – und er ihr. „SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 591: The Favourite, Beautiful Boy, Carpenter Effect

Timothée Chalamet und Steve Carell in ‚Beautiful Boy‘ © Ascot-Elite

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Das Kostümdrama The Favourite ist nicht nur Oscarfavorit, sondern auch unser Liebling der Woche. Ausserdem heute in der Rolle: der Film Beautiful Boy und die Antwort auf die Frage: «Was eigentlich ist der Carpenter-Effekt?» Und Tonspurrätsel und Kurztipps fehlen auch heute nicht.

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SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick

Christoph Eggimann, Stefan Kurt, Stephan Ribi, Yves Progin, Bernhard Nick © trinipix

Wie gut gealterte Punks feixen die fünf Männer in die Kamera.  Das Bild nimmt eine Einstellung auf, die vor vierzig Jahren für den Original-Tscharniblues entstanden ist.

Der Mann ganz rechts ist Bernhard „Bäne“ Nick, der Vater von Aron, dem Regisseur. Damals, 1979, war es Bernhard Nicks Bruder, Arons Onkel, der Regie führte. „SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 04 – 2018

Emma Stone als Abigail in ‚The Favourite‘ © Twentieth Century Fox

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. The Favourite von Yorgos Lanthimos. Hintersinniges, intrigantes, und grausam komisches Historiendrama am englischen Königshof von Queen Anne zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Olivia Coleman, Rachel Weisz und Emma Stone spielen alle an die Wand. Kino wie ein barockes Festmahl.
  2. Alles ist gut von Eva Trobisch. Janne weiss, dass sie vom besoffenen Martin vergewaltigt worden ist. Aber sie will kein Opfer sein und verdrängt den Abend. Bis ihr alles entgleitet. Intelligent, unaufgeregt, präzise und eindringlich.
  3. Burning (Beoning) von Lee Chang-dong. Ein kunstvoll verrätselter und verbildeter Slow-Thriller nach Haruki Murakami. Kunst und Vorstellung als theoretische Konstruktion und praktisches Kino. Zauberhaft.
  4. Capharnaüm von Nadine Labaki. Ein Junge im Libanon verklagt seine Eltern dafür, dass sie ihn in die Welt gebracht haben. Ein eben so harter wie schön gemachter Film, eine Anklage als grosses Kino in jedem Wortsinn.
  5. Three Faces von Jafar Panahi. Der schlitzohrige Iraner unterläuft das Arbeitsverbot Film um Film. Auch sein jüngster gibt wieder vor, keiner zu sein. Und das auf höchst raffinierte Weise.

Und im Filmpodcast morgen: The Favourite, Beautiful Boy.

Filmpodcast Nr. 590: Glass, Alles ist gut, Zwingli & Stefan Haupt & Max Simonischek

Zwingli und ein Ex-Söldner an der Zürcher Schipfe © C-Films

Heute mit M. Night Shyamalans Glass, Alles ist gut von Eva Trobisch und natürlich einer Ladung Zwingli – über ein Gespräch mit Regisseur Stefan Haupt und seinem Zwingli-Darsteller Max Simonischek. Dazu Tonspur und Kurztipps, wie immer.

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