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  • Locarno 17: CHARLESTON von Andrei Cretulescu (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 7. August 2017 - 14:00

    Radu Iacoban, Serban Pavlu © Versatile

    Der Film, der im Abspann Ioana gewidmet ist, beginnt mit dem Unfalltod eben dieser Ioana. Ein paar Schnitte weiter stehen wir mit ihrem Ehemann Alexandru am Grab, unpassende Musik im Ohr. Bis ein älterer Herr an ihn herantritt und etwas fragt. Da nimmt Alexandru einen Stöpsel aus dem Ohr und die Musik setzt aus.

    Auf dem Heimweg lernen wir Alexandru als schweigsamen, lakonisch-schlagfertigen und trinkfesten Mann kennen. Er füttert die Katze auf dem Küchentisch, lässt aber das Telefon unter dem Sessel läuten. Erst als es an der Wohnungstür klingelt, geht er öffnen. Und als der bebrillte, beschnautzte junge Mann draussen sich als Liebhaber seiner verstorbenen Frau vorstellt, streckt er ihn wortlos mit einem Faustschlag nieder. Weiterlesen »

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    Locarno 17: AS BOAS MANEIRAS (Good Manners) von Juliana Rojas und Marco Dutra (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 6. August 2017 - 16:30

    © urbandistrib.com

    Wenn Sie sich gerne auf ein Kinoabenteuer einlassen, ohne die geringste Ahnung zu haben, wohin die Reise geht, dann lesen Sie jetzt noch nicht weiter.

    As boas maneiras ist Genrekino im weitesten Sinne. Und auch im engeren. Das heisst, der Film nutzt eine phantastische Prämisse, baut sie aber auch sorgfältig als Überraschung auf. Weiterlesen »

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    Locarno 17: MADAME HYDE von Serge Bozon (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 6. August 2017 - 14:00

    Isabelle Huppert ist Madame Géquil © Praesens

    Das Prinzip dieses Films erschliesst sich spätestens dann, wenn man den Namen der von Isabelle Huppert gespielten Lehrerin Madame Géquil und den Titel kombiniert.

    Sie macht eine traurige Figur, diese Physik-Lehrerin am Lycée Arthur Rimbaud in Lyon. Sie hat sich der Wissenschaft und dem Unterrichten mit ganzem Herzen verschrieben. Aber pädagogisches Talent geht ihr völlig ab; ihre Schüler und ihre Kolleginnen hassen die ungeschickte, kleine rothaarige Lehrerin. Bis sich ihre Persönlichkeit über Nacht verändert. Weiterlesen »

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    Locarno 17: GEMINI von Aaron Katz (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 5. August 2017 - 16:30

    Lola Kirke als Jill LeBeau in ‚Gemini‘ von Aaron Katz © Park Circus

    Die Assistentin eines Filmstars gerät unter Verdacht, ihre Arbeitgeberin erschossen zu haben. Sie färbt sich die Haare blond, taucht unter und beginnt ihre eigenen Recherchen.

    Ein Genrefilm über Oberflächen müsste zumindest etwas Tiefe erahnen lassen. Aber Aaron Katz wirft hier alles auf den Tisch, als ob schicke Autos, schöne Gesichter und vor allem teure Architektur ganz von selber etwas zu erzählen hätten. Weiterlesen »

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    Locarno 17: WAJIB (Duty) von Annemarie Jacir (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 5. August 2017 - 14:00

    Saleh und Mohammad Bakri © trigon-film

    Die in Bethlehem geborene Annemarie Jacir setzt sich immer wieder mit ihrer Heimat Palästina und dem Exil auseinander. Wajib ist nun zugleich ein Film über allgemeine Familienkonstellationen und über diese ganz spezielle, wie sie sich in Nazareth ergeben kann.

    Vater Mohammad und Sohn Saleh Bakri spielen Vater und Sohn in Wajib. Abu Shadi war und ist ein palästinensischer Lehrer in Nazareth, unter strenger Kontrolle und Beobachtung durch die israelischen Behörden. Sein Sohn Shadi lebt als Architekt in Italien und ist über die Weihnachtstage zurück gekommen für die bevorstehende Hochzeit seiner Schwester. Weiterlesen »

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    Locarno 17: DREI ZINNEN von Jan Zabeil (Piazza Grande)

    Von Michael Sennhauser | 4. August 2017 - 21:30

    Alexander Fehling, Bérénice Bejo, Arian Montgomery © xenix

    Die Drei Zinnen des Filmtitels sind Berggipfel in den italienischen Dolomiten. Irgendwo in der ersten Hälfte des Film hat Aaron (Alexander Fehling) eine Diskussion mit Tristan, dem achtjährigen Sohn seiner Freundin: Ist das nun ein Berg mit drei Gipfeln, oder sind es drei verschiedene Berge?

    Die Drei Zinnen, das sind auch die drei Figuren des Films. Aaron, seine Freundin Léa (Bérénice Bejo) und deren Sohn aus der vorherigen Beziehung, der kleine Tristan. Ob die drei separate, einsame Gipfel bilden, oder zusammen zu einem Berg werden, darum dreht sich Drei Zinnen – und dies zunehmend und überzeugend dramatisch. Weiterlesen »

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    Locarno 17: LUCKY von John Carroll Lynch (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 4. August 2017 - 16:30

    Harry Dean Stanton als Lucky © Magnolia Pictures

    Was für ein hinreissender Film! Was für eine umwerfende Figur!

    «You are nothing!» begrüsst Diner-Chef Joe (Barry Shabaka Henley) den neunzigjährigen Lucky (Harry Dean Stanton) am Morgen. «Danke, Du bist auch nichts!» lautet dessen rituelle Antwort. Weiterlesen »

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    Locarno 17: TA PEAU SI LISSE von Denis Coté (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 4. August 2017 - 14:00

    © Sister Distribution

    Sie heissen Jean-François, Ronald, Alexis, Cédric, Benoit und Maxim. Sie bestehen aus Bergen von Muskeln. Und wenn sie nicht gerade hart am Aufbau weiterer Berge arbeiten, posieren sie wie Youtube-Teenies mit einstudierten Posen und einem Lächeln, das sie alle leicht psychotisch wirken lässt.

    Bodybuilder und Wrestler sind für das gängige Festivalpublikum in Locarno keine alltäglichen Figuren. Schon gar nicht, wenn sie breites Kanadafranzösisch sprechen und zuweilen wirken, wie Popeye the Sailorman nach einer Spinatorgie. Weiterlesen »

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    Locarno 17: FREIHEIT von Jan Speckenbach (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 3. August 2017 - 16:30

    Andrea Szabová, Johanna Wokalek © One Two Films

    Auf der Piazza Grande und im Wettbewerb, in Locarno werden dieses Jahr Familienkonstellationen durchgespielt. Wobei Speckenbachs Freiheit die vielleicht vertrauteste Variante unter höchst präzise Parallelbeobachtung stellt: Ein Partner bricht aus und verschwindet.

    Hier ist es die von Johanna Wokalek genau und distanziert gespielte Nora, die eines Abends die gemeinsame Wohnung verlässt und nicht mehr zurückkommt. Weiterlesen »

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    Locarno 17: VINTERBRØDRE (Winter Brothers) von Hlynur Pálmason (Wettbewerb)

    Von Michael Sennhauser | 3. August 2017 - 14:00

    Elliott Crosset Hove © Masterplan Pictures

    Der Film beginnt in der Finsternis, wie die Schöpfungsgeschichte. Aber diese Dunkelheit entpuppt sich bald als Mine, in der harte Männer etwas erziges abbauen, von dem wir nie erfahren, was es eigentlich ist. Auch wenn in der Fabrik oben das Zeug offenbar gemahlen und verarbeitet wird.

    Um das Produkt (gedreht wurde in einer Kalkverarbeitungsfabrik) geht es aber auch gar nicht, sondern vor allem um die beiden Brüder, die untertags und auch schon im Transporter am Morgen den schwarz gebrauten Schnaps des jüngeren an die Kollegen verticken. Bis einer der Kollegen plötzlich todkrank im Spital landet und das Schwarzgebräu in den Augen der Kollegen die Schuld daran trägt.

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