Sean Penn Jurypräsident in Cannes

Sean Penn (rechts) führt als Regisseur Emile Hirsch in "Into the Wild" (c) Monopole Pathé Schweiz
Sean Penn (rechts) führt als Regisseur Emile Hirsch in 'Into the Wild' (c) Monopole Pathé Schweiz

„No rest for the wicked“ sagen die Amerikaner gerne. Wenn es um Hollywood und Schlagzeilen geht, stimmt das fast immer. Derzeit ist es Schauspieler und Regisseur Sean Penn, der alle paar Tage auftaucht. Zum Jahresende gab er die Scheidung von seiner zweiten Frau Robin Wright bekannt und heute hat das Filmfestival von Cannes Sean Penn als Jurypräsident für seine nächste Ausgabe im Mai bestätigt. Dazu hat Penn mit seinem jüngsten Film Into the Wild in den USA eben einen Überraschungserfolg verbuchen können. Die Verfilmung des kurzen Lebens von Christopher McCandless folgt dem Tatsachenroman und Bestseller von Jon Krakauer und erzählt, wie ein behüteter junger Mann aus begütertem Elternhaus sich für ein Leben als Tramp entscheidet und schliesslich in Alaska zu Tode kommt. Der Film von Sean Penn ist recht eindrücklich und schliesst thematisch und gestalterisch bei seinem nicht weniger eindrücklichen Debut The Indian Runner von 1991 an. In der Deutschschweiz bringt Monopole Pathé den Film am 7. Februar ins Kino.

Filmpodcast Nr. 57: Mr. Magorium’s Magic Emporium, Dialogue avec mon jardinier.

Dustin Hoffman als Mr. Magorium
Dustin Hoffman als Mr. Magorium

Herzlich Willkommen zum letzten Filmpodcast im Jahr 2007. Ich bin Michael Sennhauser und ich werde Sie dieses Mal nicht lange in Anspruch nehmen. Unsere Kollegin Brigitte Häring ist krank, und wir wünschen gute Besserung. Gearbeitet hat dafür Pierre Lachat und von ihm hören wir gleich die Kurzbesprechungen zu «Mr. Magorium’s Magic Emporium» mit Dustin Hoffman und Nathalie Portman, und zu «Dialogue avec mon jardinier» von Jean Becker – dies sozusagen als Erinnerung, denn ausführlich vorgestellt hat er diesen Film ja schon im letzten Filmpodcast. Und das wars dann auch schon zum Jahresende, abgesehen natürlich von den Kurztipps und dem Soundtrackspiel. Und zur US-Werbekampagne mit Geruchsstoffen gab’s hier schon mal einen Eintrag.

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Filmpodcast Nr. 56: The Golden Compass, The Band’s Visit, Gone Baby Gone, Jane Fonda 70, trigon-film 20, Dialogue avec mon jardinier.

Me and my monkey: Nicole Kidman und ihr Daemon in The Golden Compass
Me and my monkey: Nicole Kidman und ihr Daemon in ‚The Golden Compass‘

Herzlich Willkommen zum zweitletzten Filmpodcast dieses Jahres. Am Mikrofon ist Michael Sennhauser, frisch zurück aus San Francisco und noch ein wenig vom Jetlag gezeichnet. Während ich die kalifornische Küste erforschte, waren meine Kolleginnen und Kollegen hier fleissig an der Arbeit und so kann ich Ihnen ein reichhaltiges Programm anbieten. Brigitt Häring stellt Ihnen den neuen Fantasy-Film «The Golden Compass» und Ben Afflecks «Gone Baby Gone» vor. Pierre Lachat hat «The Band’s Visit» gesehen, er gratuliert Jane Fonda zum 70. Geburtstag und dem trigon-Filmverleih zum 20. und er stellt ausführlich Jean Beckers neuen Film «Dialogue avec mon jardinier» vor. Aber zuerst gibt’s wieder Kurztipps und Filmspiel – und wenigstens die kommen von mir.

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Neues Arbeitszeug: Taschenrecorder (privat:)

Wir sind zwar in den Ferien hier in Kalifornien, aber das soll mich ja nicht daran hindern, mein Werkzeug zu verfeinern. Und weil es sich gerade so ergeben hat, habe ich mein neustes Aufnahmegerät ausprobiert. Mein Bruder, bei dem wir in San Francisco wohnen, ist Chefredakteur bei Blogwerk und da gibts unter anderem einen Gadgetblog. Für dieses neuerdings.com habe ich das neue Aufnahmegerät ausprobiert und vorgestellt. Und für alle, die sich für unsere Radioarbeit interessieren, sind da ein paar Einblicke hinter die technischen Kulissen drin. Die Kurzfassung: Der neue Kleine bringts! Hier gibts die Langfassung.

Beowulfs Schniedelwutz in Imax 3D – Ach, so ist das gemeint!

Lilian Z. und Michael S. mit Imax 3D-Brille in Loews Cinema, San FranciscoEin Passiv-Computergame auf Grossleinwand – das ist der Eindruck, den Robert Zemeckis Motion-Capture-Saga bei mir hinterlassen hat, bei der ersten Visionierung auf einer ganz normalen Leinwand in Basel. Gestern Abend haben wir den Film hier in San Franciscos Metreon-Center als Imax-3D-Projektion gesehen. Und plötzlich leuchtete mir einiges ein, das vorher völlig unverständlich wirkte. Die tiefen Einstellungen mit viel Boden im Vordergrund. Der Rückwärtsflug der Kamera durch Baumwipfel in die Berghöhle des Monsters Grendel, ja sogar all die lächerlichen Zufälligkeiten im Bildvordergrund bei Beowulfs Kampf mit Grendel, die einzig und allein dazu dienen, das Gemächte des nackt kämpfenden Helden nie einem unschuldigen Kinderblick auszusetzen. Das 3D-Bild auf der Imax Leinwand ist nicht immer gleich eindrücklich. Häufig entsteht

mit der polarisierenden Brille auf der Nase nur ein Eindruck von geschichteter Zweidimensionalität, viele Einstellungen sehen aus, wie aus diesen aufklappbaren Bilderbüchern mit Pop-Up-Elementen. Andere dagegen sind unglaublich packend. Insbesondere die grosse Endschlacht zwischen Beowulf und dem Flugdrachen gerät zu einer hyperrealistischen Achterbahnfahrt, bei der es kaum mehr einer Komplizenschaft mit der Technik bedarf, der Effekt wirkt sich oft direkt körperlich aus, der Magen sinkt mit dem stürzenden Helden und dreht sich wie von selbst, wenn er dem Drachen das dunkle Herz aus der Tiefe der Brust reisst, mit blossen Händen notabene. Die Filmerzählung wirkt nicht wirklich subtiler in 3D, aber all die kruden Effekte, die auf der normalen Leinwand nur Kopfschütteln auslösen, bekommen plötzlich eine Motivation. Dass Angelina Jolie als dämonische Mutter des Monsters Grendel zwar in goldiger Nacktheit auftreten darf, aber ohne Brustwarzen, das ist dem Bedürfnis der Produzenten nach einem PG-13-Rating geschuldet, also der Alterskategorisierung, welche die US-Kids nicht aus dem Kreis der zahlenden Klienten ausschliesst. Aus dem gleichen Grund darf Beowulfs Schniedelwutz nie ins Bild hängen. Was aber auf der 2D-Leinwand bemüht peinlich wirkt, löst bei Imax-3D plötzlich Dankbarkeit aus. Denn so wie einem die Schwerter und Streitäxte aus der Tiefe des Raumes ins Gesicht gestreckt werden, muss man sich zwangsläufig auch die Männlichkeit des CGI-Helden vorstellen. Und das möchte man nicht (Frau auch nicht wirklich, hat mir Lilian versichert). Aber eines macht dieses 3D-Abenteuer klar: Das lange gehegte Vorurteil, dass 3D im Kino nur einen Schauwert liefere, aber keine dramaturgische Komponente sein könne, wird hier wiederlegt. Die Kampfszenen in der grossen Trinkhalle des Königs Hrothgar nutzen den ganzen Raum bis unter die Dachbalken und die „Kamera“ bewegt sich entsprechend. Noch hat die Technik Kinderkrankheiten. So werden die Augen der Figuren in „Nahaufnahmen“ mittlerweile perfekt gerendert, mit Spitzlichtern und einem lebendigen Glanz, der die Zombie-Blicke des kleinen Mädchens in Zemeckis „Polar Express“ vergessen macht. Aber auf Distanz scheinen alle Figuren zu schielen. Da haben die Computergrafiker noch ein Problem. Aber in 3D ist dieser Beowulf ein Erlebnis. Noch immer um wenigstens dreissig Minuten zu lang, aber eindrücklich und nicht ohne Humor (den bemerkt man in der 2D Version kaum).

Angelina Jolie ist Grendels nippellose Mutter in Beowulf

CH-Filmpreis 2008: Ab in die Tennishalle

Kaum drehe ich unserer Filmszene für ein paar Tage den Rücken zu, geht das wieder los mit dem Schrei nach Glamour… Da sitze ich in San Francisco und darf online lesen, dass die Sektion Film im BAK für den Filmpreis 2008 nicht nur die Nominationen bekanntgegeben hat, sondern auch gleich noch ein paar Änderungen im Prozedere. So findet die Verleihung am 23. Januar in einer Tennishalle in Solothurn statt (Erfolg und Glamour mit dem Federer-Effekt?) und die Genfer Künstlerin Sylvie Fleury hat mit dem "Quartz" eine neue Trophäe geschaffen. Immerhin sind die Nominationen nachvollziehbar. Und die Tennishalle letztlich auch, wird doch diese Ausgabe zwangsläufig zur Hauptprobe für die schon lange angestrebte Live-Übertragung des Filmpreises bei Frau Deltenre. Zudem hat sich Filmchef Nicolas Bideau auch gleich wieder das Wohlwollen des Tages-Anzeigers organisiert, wie kulturblog.ch mit spitzen Fingern anmerkt.

Filmpodcast Nr. 52: Rendition, Liebesleben, Ted Sieger, Manufactured Landscapes.

Reese Witherspoon und Peter Sarsgaard in "Rendition"Herzlich Willkommen zum Filmpodcast für die Woche 47. Am Mikrofon begrüsst Sie Michael Sennhauser, heute mit den folgenden Themen: Rendition mit Meryl Streep und Jake Gyllenhaal, Liebesleben, die Bestsellerverfilmung der Schauspielerin Maria Schrader. Trickfilmer Ted Sieger hat für «Der vierte König» den Schweizer Jugendmedienpreis gewonnen. und schliesslich ein ausführliches Gespräch mit der kanadischen Regisseurin Jennifer Baichwal zu ihrem Dokumentarfilm Manufactured Landscapes Dazu Filmspiel und Kurztipps, wie gewohnt.

Und noch zwei Hinweise in eigener Sache: Vor einer Woche hat der Filmpodcast mit seiner 50. Ausgabe zum ersten Mal die Schwelle von 1000 Downloads durchbrochen. Sie alle gehören also nach wie vor zu einem exklusiven Zirkel von Kino-Kennern und Film-Liebhaberinnen. Und während Sie mich hier noch reden hören, bin ich bereits unterwegs in meine Ferien in San Francisco. Aus diesem Grund habe ich die nächsten drei Filmpodcasts bereits produziert: Sie sind sehr kurz und bestehen jeweils nur aus dem Soundtrack-Spiel. Den nächsten richtigen Filmpodcast gibt’s dann kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember. Neuigkeiten aus den USA berichte ich nach Möglichkeit hier im Filmblog.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200711230800.mp3]
San Francisco Golden gate Bridge Fog Skyline

Celebrity-Placement II: John Malkovich verkauft sich und Computer

Da habe ich doch gestern noch behauptet, product placement im Kino sei überholt. Keine wirklich fundierte Aussage, muss ich zugeben. Und wie zur Strafe erreicht mich heute die Pressemeldung eines grossen Konzerns, der Filme, Unterhaltungselektronik, Computer und Musik produziert. Ab sofort werben die für ihre Notebook-Reihe mit einer eigenen Website mit Schauspieler John Malkovich. Irgendwie muss sich der Star ja sein Leben in Südfrankreich und die vielen Indie-Filmprojekte finanzieren. Das im Betty-Bossi-Stil gehaltene Webalbum ist nicht sehr gehaltvoll, aber die Stimme und der unverwechselbare Silberblick des Stars erzeugen doch eine gewisse Aura. Im übrigen bin ich überzeugt, dass auch Malkovich, wie fast alle seiner Gattung, in Wirklichkeit mit einem schicken Computer der kalifornischen Firma mit dem Obstlogo arbeitet.

Celebrity Placement: Product Placement im Kino war gestern …

Die jährlichen Award-Shows von Oscar bis MTV-Awards haben es vorgemacht: Wenn E!-online die Stars nach ihren Kleiderausstattern fragt, rollt bei Versace und Co. der Rubel. Aber die Werbung durch Produkt-Platzierung auf oder an Prominenten ist längstens ein gut durch organisiertes Geschäft. Während unser Schweizer Fernsehen noch Probleme kriegt mit sogenannter "Schleichwerbung" in Serien, also gezielt eingesetzten und ins Bild gerückten Markenprodukten oder Dienstleistungen, ist das lukrative System bei so genannten Prominenten längst Teil der Mediensymbiose geworden. Die Süddeutsche von gestern hat eine aufschlussreiche Zusammenstellung und gibt Einblicke in das Geschäft mit "Celebrity Placement".

Filmpodcast 51: Leroy, Beowulf, 4 Monate 3 Wochen und 2 Tage, Preisüberwacher moniert Kinopreise.

Herzlich Willkommen zum Filmpodcast für die Woche 46. Am Mikrofon begrüsst Sie Michael Sennhauser, heute mit den folgenden Themen: Leroy, die Anti-Nazi-Komödie aus Berlin, Beowulf, das Heldenepos aus der Computertrickkiste, der Angriff von Preisüberwacher Rudolf Strahm auf die Schweizer Kinopreise, und schliesslich ein ausführliches Gespräch mit dem rumänischen Regisseur Cristian Mungiu zu seinem Cannes-Siegerfilm 4 Monate 3 Wochen und 2 Tage. Dazu Filmspiel und Kurztipps, wie gewohnt.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200711160800.mp3]