Ist die Rote Zora eine Albanerin?

Der aktuelle Kinofilm nach Kurt Helds Jugendroman ist ja leider ein ziemliches Machwerk. Verhotzenplotzt und infantilisiert, ein Verrat am Buch. Aber der Film hat Interesse geweckt, wo lange keines mehr war: In Senj, in Kroatien, jenem Ort, in dem Kurt Held die Geschichte angesiedelt hat. Der dortige Bürgermeister, so berichtet die NZZ, sei sehr an der „Marke“ Rote Zora interessiert. Dabei ist das mutige Mädchen, weist der Artikel nach, gar keine Kroatin. Zora stammt aus Albanien…

Filmpodcast Nr. 64: There Will Be Blood, I’m Not There, Max und Co., Kim Novak 75, Berlinale 08.

Herzlich Willkommen zum DRS Filmpodcast. Am Mikrofon ist Michael Sennhauser, und das kann ich ihnen heute anbieten: There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson, I’m Not There, der hochgelobte Bob-Dylan-Film ohne Bob Dylan, Max & Co. der Schweizer Animationsfilm der Frères Guillaume, ein kurzer Rückblick auf 75 Jahre Kim Novak, und schliesslich einen ausführlichen Rückblick auf die Berlinale 2008. Und natürlich Kurztipps und Soundspiel.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200802150800.mp3]

2,2% weniger Kinozuschauer in Europa 2007

Das ist auf den ersten Blick keine beeindruckende Zahl, diese 2,2% Zuschauerschwund welche die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle festgestellt hat. Das sind immer noch 910 Millionen verkaufte Tickets 2007, bloss 21 Millionen weniger als 2006. Grundsätzlich ist der Zuschauerschwund aber spürbar, wie auch in der Schweiz. Deutschland hat 8.2% verloren, Frankreich 5.6% und Oststaaten wie Ungarn (minus 13.8%) oder die Slowakei (minus 19.9%) gar noch massiver. Wer nun aber die Konkurrenz von TV und DVD zitiert, liegt möglicherweise daneben. Denn gleichzeitig haben einige Territorien markant zugelegt. Italien hat 12,3% mehr Zuschauer verzeichnet, England 3,7% und Litauen hat gar einen Sprung von 34% erreicht. Eine der vorsichtigen Folgerungen des Berichtes besagt, dass die markanten Zunahmen jeweils von lokalen Produktionen herrühren. Und das können wir in der Schweiz mit den Zahlen von 2006 ebenfalls belegen – und allenfalls mit denen von 2007, wo die zugkräftigen Schweizer Filme eben fehlten. Ach ja und noch etwas darf nicht vergessen gehen: 2006 sind die Zahlen in der EU um 4% gestiegen, 2003 sind sie um 5% gesunken … alles in allem wirkt das noch immer wie normale Gezeiten. (via Variety)

Filmpodcast Nr. 63: Charlie Wilson’s War, Into the Wild, Eddie Vedder.

Tom Hanks, Julia Roberts in "Charlie Wilson's War" von Mike Nichols
Tom Hanks, Julia Roberts in ‚Charlie Wilson’s War‘ von Mike Nichols

Herzlich Willkommen zum Kino im Kopf. Am Mikrofon ist Michael Sennhauser, heute kurz und bündig, mit Charlie Wilson’s War von Mike Nichols und Into the Wild von Sean Penn, mit Soundtrackspiel und Kurztipps.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200802080800.mp3]

Woody Allens Titel-Font

Woody Allen ist bekannt dafür, dass er seit vielen Jahren mit den gleichen Leuten arbeitet (so lange sie seine tiefen Honorare akzeptieren), und dass er fast immer die gleichen Titel verwendet: Windsor, weiss auf schwarzem Grund. Der Grafiker Cristian-Kit Paul ist in seinem Blog ein wenig dieser Vorliebe auf den Grund gegangen. Unter anderem hat er Allens Filmmografie auf Titelkonsistenz überprüft und eine hübsche Screenshot-Serie zusammengestellt. (via BoingBoing

Susann Wach Ròzsa

Susann Wach Ròzsa (Foto Website Fotoscene AG)Gemäss Kleinreport von heute Freitag verlässt die langjährige Produzentin Susann Wach Ròzsa das  Schweizer Fernsehen.  Zwar sind  Ab- und Neuzugänge  bei SF so normal wie bei anderen Medienunternehmen. Interessant  sind hier allerdings die Verweise auf die  Begründung. Susann Wach war an der Produktion einiger der interessanteren Filme beteiligt, bei denen SF als Partner zeichnete, zum Beispiel Strähl von Manuel Flurin Hendry, und einer ganzen Reihe von "Tatort"-Krimis. Gegenüber dem Kleinreport begründet sie ihren Abgang unter anderem so:

Ihre Arbeit und ihr Filmverständnis seien beim heutigen Schweizer Fernsehen nicht mehr gefragt, fürchtet Susann Wach Ròzsa. Der ebenfalls scheidende Kulturchef Adrian Marthaler habe

in einem Papier Grundsätze für die Stoffentwicklung und die Produktion von Fernsehfilmen verfasst und darin festgehalten, der Fernsehfilm müsse die Bedürfnisse des Sonntagabend-Publikums noch stärker erfüllen, mindestens 22 Prozent Marktanteil erreichen und starkes Identifikationspotenzial bieten. Damit würden Problemfilme, «hektische Actionfilme, düstere Psychodramen, didaktische Sozialdramen und beklemmende Psychothriller» ausgegrenzt. Gefragt seien hingegen Feel-Good-Movies à la «Millionenschwer verliebt» oder «Die Herbstzeitlosen». Dazu die Produzentin: «Es kann doch nicht alles nur auf den Quotenanspruch ausgerichtet sein.» (ganzer Artikel hier)

Auch wenn man berücksichtigt, dass  bei solchen Abgängen selten alles auf den Tisch gelegt  wird,  scheint mir damit  doch  mein eigener Eindruck gestützt, dass die Fernsehfilmproduktion beim SF massiv unter Quotendruck steht, und dass das eine der Erklärungen für die eklatante Harmlosigkeit der meisten dieser Filmchen sein dürfte.

Filmpodcast Nr. 62: 3:10 To Yuma, Der Wilde Weisse, Louis de Funès, Filmszene Moskau.

Zum 62. Filmpodcast begrüsst Sie Michael Sennhauser. Unsere Filme heute sind der Neo-Western «3:10 To Yuma» von James Mangold und der Dokumentarfilm «Der Wilde Weisse» von Renatus Zürcher. Pierre Lachat erinnert kurz an die Nervensäge Louis de Funès, und aus Moskau berichtet Max Schmid über die aktuelle russische Filmszene. Kurz und bündig sind wir heute, inklusive Filmtipps und Soundtrackspiel.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200802010800.mp3]

van der Kooijs „Fred und Film“

Eine faszinierende neue Mischung von Filmpromotion und Filmweiterbildung leistet sich der Zürcher Verleiher Frenetic Films. Auf ihrer Website hosten die ‚Freneten‘ eine neue Clip-Reihe vom Musiktheoretiker, Regisseur und Filmhistoriker Fred van der Kooij. Unter dem Titel „Fred und Film“ stellt der brillante Analytiker in lockerer Abfolge seine eigenen Beobachtungen zu neuen Filmen vor. Den Anfang macht derzeit Fred und Film #1 zu Wong Kar Wais „My Blueberry Nights“. Das kurze, simpel und originell gestaltete Video zeigt van der Kooij, der Dinge wie die Gestaltung des Raums bei Wong Kar Wai erläutert, und dazu entsprechende Filmausschnitte „ins Bild“ zieht. Witzig und erhellend, und vor allem: Tatsächlich eine neue Sicht auf aktuelle Filme, eine Sicht, die formale und künstlerische Aspekte in den Vordergrund stellt, wo wir uns in der traditionellen Filmkritik immer mehr auf inhaltliche Zusammenhänge abstützen.

Fred und Film #1

Botox digital – Schönere Stars Dank VFX

Klassische Maske: Michelle Pfeiffer in "Stardust" (c) Paramount
NZZ online hat heute eine faszinierende Story von Jörg Isert über die kalifornische Firma Lola VFX, welche Stars nach den Dreharbeiten unters digitale Schönheitsmesser nimmt:

Die «besten Schönheitschirurgen» Hollywoods arbeiten im Verborgenen. Ihre Operationsräume sind im dritten Stock eines Gebäudes in Santa Monicas Second Street untergebracht, innerhalb eines Bürotrakts, der nur über einen separaten Eingang erreichbar ist. Kein Wunder, denn die Kunden von Lola VFX wünschen vor allem eines: Diskretion. Den prominenten Klienten verpassen die Lola-Ärzte grössere Muskeln, markantere Sixpacks und schönere Zähne. Sie sorgen für weniger Lachfalten und Pigmentflecken. Das alles machen sie schmerzfrei – und mit Ergebnissen für die Ewigkeit.

Den ganzen Text gibts bei NZZonline.

Vüu z'vüu Füume!

Was vor dreizehn Jahren galt für die Filmtage (Im Bild die Aufschlagseite des Jubiläumsartikels von Pierre Lachat im filmbulletin damals), gilt noch immer. Auch wenn ich mich eher über das Gegenteil beklagen muss: Ich habe viel zu wenige gesehen. Aber das ist berufsbedingt …