SOLOMAMMA von Janicke Askevold

Edith (Lisa Loven Kongsli) © frenetic

Die Suche von Teenagern oder jungen Erwachsenen nach einem unbekannten biologischen Elternteil ist ein dramatischer und cinematischer Topos, von allen Varianten auf Kästners doppeltes Lottchen bis zu Mike Leighs Secrets & Lies (1996), oder auch Stoff für Komödien wie Flirting with Disaster von David O. Russell (ebenfalls 1996).

Die in Paris ausgebildete norwegische Schauspielerin und Regisseurin Janicke Askevold hat nun die komplexen menschlichen Sehnsüchte hinter diesem Wunsch nach definierter Herkunft in einen sehr erwachsenen Film gepackt. „SOLOMAMMA von Janicke Askevold“ weiterlesen

NATHALIE von Tamara Milošević

«I läbes Läbe. I probiers» © filmbringer

Diese Frau ist ihr eigener Film. Ein kämpfendes Drehbuch auf der Suche nach einem Spiegel.

«Ich bin kein Fall!» Sozialfall zu sein, finanzielle Hilfe vom Staat anzunehmen, das kommt für Nathalie nicht in Frage. Genauso wenig wie ein langweiliger Job an einer Ladenkasse: «Ich bin stark. Ich tues Läbe no läbe. Ich probieres.»

Ein Berg von Schulden, allein mit zwei erwachsenen Kindern, mit der Tochter, die im Film nicht auftaucht, und mit dem Sohn, der so charmant und bereitwillig überall mithilft, dass man sich kaum vorstellen kann, dass Nathalie wegen ihm und seinen Schwierigkeiten den Wohnort gewechselt hat.

Bald nach den ersten Filmminuten stellt sich das Gefühl ein: Dokumentarfilmerin Tamara Milošević musste bloss noch die richtigen Bilder finden, um Nathalies klar umrissene Situationsanalysen zu illustrieren. Was natürlich Quatsch ist. „NATHALIE von Tamara Milošević“ weiterlesen