THE LIFE OF CHUCK von Mike Flanagan

Carl Lumbly und Chiwetel Ejiofor in ‚The Life of Chuck‘ © dcm

Am Anfang, beziehungsweise am Ende, spielt Mark Hamill, der ewige Luke Skywalker aus den Star Wars-Filmen, den gütigen Grossvater Albie Krantz, eine Rolle, in der man sich auch den alten Richard Attenborough hätte vorstellen können. Davor haben wir Karen Gillan und Chiwetel Ejiofor erlebt, als getrenntes Paar mit tragischer Geschichte, sie bis zur Erschöpfung im Spital arbeitend, er als Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler mit Gedichten von Walt Whitman verwirrt. Beide waren darstellerisch lange nicht mehr so eindringlich.

Mit Act III scheint die Welt zu enden. Teile Kaliforniens sind versunken, in Deutschland ist ein Vulkan ausgebrochen und überall erscheinen Plakate und TV-Spots, die sich bei einem Buchhalter bedanken: «Thanks, Chuck!». Die Menschen sind verwirrt, verängstigt, aber gerade darum auch offener und gütiger.

Das ist doch eher überraschend, dass ausgerechnet aus einer Vorlage von Horrorkönig Stephen King ein lebensbejahender zeitgenössischer Nachfolger für Frank Capras It’s a Wonderful Life entstanden ist. King hat für seine Kurzgeschichte aber auch eine spezielle Vorlage gewählt: Der Satz «I contain multitudes» (in mir ist vieles) aus dem Gedicht «Song of Myself» von Walt Whitman taucht in Stephen Kings Werk immer wieder auf. In The Life of Chuck ist er zentral. „THE LIFE OF CHUCK von Mike Flanagan“ weiterlesen

THE LAST SHOWGIRL von Gia Coppola

Shelly (Pamela Anderson) © filmcoopi

Dreissig Jahre liegen zwischen Paul Verhoevens Camp-Kult-Satire Showgirls und Gia Coppolas The Last Showgirl. Beide Filme setzen auf Hollywoods spezifische Variante des amerikanischen Traums, auf die Machbarkeit des Imaginierten, die Projektion des Wunsches als Manifestation einer eigenen Wirklichkeit. Und beide Filme nutzen die reale Manifestation dieses «fake it till you make it», die artifizielle Stadt der Show und des Gamblings, Las Vegas.

Beide Filme sind Bestandesaufnahmen der us-amerikanischen Realität, Showgirls jene der gnadenlos egoistischen Rücksichtslosigkeit im Kampf um Erfolg. Und The Last Showgirl zu dem, was die US-Gesellschaft selbst dann noch am Leben hält, wenn alle Versprechen gebrochen wurden: ein Gefühl der Verbundenheit im gemeinsamen Scheitern. „THE LAST SHOWGIRL von Gia Coppola“ weiterlesen