PLÜSS von Martin Albisetti

Der Kollege (Yves Progin) und Plüss (Max Rüdlinger) am Set © Royal Film

Acht Jahre liegen zwischen den zehn Drehtagen im Januar 2018 und dem Kinostart am 21. Mai 2026. Dass Plüss trotzdem frisch und zeitlos wirkt, liegt an den schwarzweissen Einstellungen von Martin Albisetti, der seine eigene Kamera führte. Und an den gezielt zwischen Retro und Gegenwart angesiedelten Sets, Drehorten und Schauspielern. „PLÜSS von Martin Albisetti“ weiterlesen

AMS – ARBEIT MUSS SEIN von Sebastian Brauneis

Kopf des Widerstands: Marie Wotruba (Margarete Tiesel) © Studio Brauneis

Das dreckige Dutzend der wütenden Arbeitslosen schlägt zurück, in dieser erstaunlich entschlossenen und bisweilen urkomischen österreichischen Satire. Was in der Schweiz das RAV ist, die regionale Arbeitsvermittlung, das ist in Österreich der Arbeitsmarktservice AMS. Eine Institution mit politischer Funktion, zur Beruhigung des Volkszorns und zur Steuerung der Statistik.

Ähnlich wie seinerzeit Die Schweizermacher, in Rolf Lyssys helvetischer Sozialsatire, agieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neoliberal privatisierten «Arbeitsmatchingservices AMS» im zeitgenössischen Wien dieses eben so verschmitzten wie ehrlich empörten Films, der gestern an der Diagonale seine Weltpremiere hatte: Es gibt ein paar Anständige darunter, und ein paar Karrieregetriebene.

Allen voran die skrupellos auf Aufstieg getrimmte Kathi Kratochvil (grossartig hassenswert: Marie-Luise Stockinger), welche ihr Bonuspunktekonto über effizientes Ausmustern und Sperren ihrer arbeitslosen Klientel zu füllen sucht. „AMS – ARBEIT MUSS SEIN von Sebastian Brauneis“ weiterlesen

Duisburg 13: ASSESSMENT von Mischa Hedinger

Assessment sRGB

Herr Strässle wird ausfällig, zumindest für Schweizer Verhältnisse. Mit seinem Ausbruch erschreckt er die anderen Sitzungsteilnehmer. „Ich chumme grad widdr obenaabe“ schiebt er nach, aber die Verstörung bleibt hängen im Raum.

Herr Strässle war Typograph, aber die werden schon lange nicht mehr gebraucht. Er hat darum auch den Beruf gewechselt. Das ging ein paar Jahre gut, bis er mit dem Motorrad in eine Wand gefahren ist. Herr Strässle ist einer von den fünf Menschen, die in Mischa Hedingers Dokumentarfilm einem inter-institutionellen Assessment unterzogen werden: Vertreter der Invalidenversicherung, des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums und des Sozialdienstes tauschen sich unter geschulter Führung zunächst unter sich und dann gemeinsam mit dem Klienten aus. „Duisburg 13: ASSESSMENT von Mischa Hedinger“ weiterlesen

+++ «Sonderfall / En terrain neutre» +++ Jetzt im Kino!