SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF von Sabine Lidl

Siri Hustvedt © Vinca Film

Wenn es so etwas wie eine sanfte Explosion gäbe, wäre dieser Dokumentarfilm ein Beispiel dafür. Da schweben Ideen und Bilder, Analysen und Beziehungen, Kunst und Gefühle vom ersten Bild an wie Staubteilchen in einem Lichtstrahl, ordnen sich, rufen Wörter und Bücher und Menschen in Erinnerung und verschwinden, ohne aufzuhören. Man spürt sofort und durchgehend, dass Sabine Lidl mit der Welt von Siri Hustvedt vertraut ist, spätestens seit der Entstehung ihres ARTE-Dokumentarfilms über Hustvedts Ehemann Paul Auster.

Das fast unmerkliche Verweben biografischer Elemente mit den Texten und Romanen von Siri Hustvedt, die Momente, in denen sie sich an ihre Kindheit oder ihre Eltern erinnert, gespiegelt in Szenen mit ihren drei Schwestern, Fotografien aus der Zeit in Minnesota oder auch den liebevollen Ergänzungen des in den Clan eingeheirateten New Yorkers Paul Auster (in Szenen, die vor seinem Tod im April 2024 gefilmt wurden, im Wissen um seine Erkrankung) sorgt für eine zunehmend mitreissende Strömung, die sich doch immer wie ein sanfter Sog anfühlt. „SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF von Sabine Lidl“ weiterlesen

DALLOWAY von Yann Gozlan

Cécile de France ist Clarissa in ‚Dalloway‘ © Pathé Schweiz AG

Wenn gleich zwei Drehbuchautoren und eine Autorin gemeinsam beweisen, dass sie schlechtere Dialoge hinkriegen als die gängigen Instanzen der künstlichen Intelligenz, dann war das Filmprojekt lange unterwegs. Oder nicht lange genug. Oder es steckt eine raffinierte Ironie dahinter. Aber dafür nimmt sich der ganze Film viel zu ernst.

Eigentlich hätte der Plot von Dalloway durchaus Potential für einen cleveren Thriller. Cécile de France spielt Clarissa, eine einst erfolgreiche Jugendbuchautorin, die seit dem Suizid ihres Sohnes unter Schreibblockade leidet. Darüber hinweg helfen soll ihr eine KI-Assistentin während einem längeren Aufenthalt in der futuristischen Ludovico-Kunstförderresidenz. „DALLOWAY von Yann Gozlan“ weiterlesen