
Die Filme der grossen alten Männer an dieser Berlinale sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Chabrol hat mit Bellamy enttäuscht, De Oliveira beherrscht sein präzises Handwerk auch mit hundert Jahren noch, Bertrand Tavernier (der nicht ganz so alt ist) hat meinen Berlinale-Lieblingsfilm In the Electric Mist gemacht, der zwar Schwächen hat, aber in seiner unvergleichlichen Stimmung ein grosse Stärke. Von Theo Angelopoulos und seinem Dust of Time hat niemand mehr einen grossen Innovationsschub erwartet und es ist auch keiner gekommen (dafür hat nun auch der grosse alte Grieche die Global-Unsitte des universal geradebrechten Englisch in allen filmischen Lebenslagen eingeführt). Aber Wajdas jüngster Film ist eine Überraschung. Tatarak ist eine Schilfpflanze, und eine literarische Vorlage, die Wajda mit dem polnischen Star Krystyna Janda „Berlinale09: ‚Tatarak‘ von Andrzej Wajda“ weiterlesen



nz) und unzähligen weiteren in den verschiedenen Nebensektionen haben die 59. Berliner Filmfestspiele in den letzten Tagen die Kulturschlagzeilen beherrscht. Was bleibt vom inszenierten Rummel? Welche Filme kommen für den goldenen Bären in Frage, und welche werden darüber hinaus im Gedächtnis bleiben? Im Berlinale-Studio am Potsdamer Platz habe ich mit Katja Nicodemus von der “Zeit” und Martin Walder von der „NZZ am Sonntag“ versucht, herauszufinden, wo die Unterschiede liegen in der filmischen Inszenierung des weiblichen Leidens durch Regisseurinnen und der Inszenierung durch Männer. Von Olesen Lille Soldat über Frears’ leidende Michelle Pfeiffer in Chéri zu Katalin Varga bis hin zu Llosas Fausta sind diese Frauenfiguren der einzige rote Faden im diesjährigen Wettbewerb.






