HOW TO MAKE A KILLING von John Patton Ford

Becket Redfellow (Glen Powell) © Pathé

Glen Powell hat eine fast schon altmodische Filmstar-Ausstrahlung, mit seinem verkniffenen Charme und dem Spitzbubengesicht. Das hat auch wunderbar funktioniert, als er 2023 in Hit Man von Richard Linklater jenen Professor spielte, der für Polizeiermittlungen als Auftragskiller posierte – so überzeugend, dass er tatsächlich in ein mörderisch-romantisches Komplott verwickelt wurde.

Insofern ist es nachvollziehbar, dass Regisseur John Patton Ford (Emily the Criminal, 2022) und seine Produzenten es für eine gute Idee hielten, Powell für einen erneuten Einsatz als Killer mit Charme anzuheuern. Schliesslich hat Ford nach eigenen Aussagen sein halbes Leben lang davon geträumt, die schwärzeste der klassischen britischen Ealing-Comedies neu aufzulegen: Kind Hearts and Coronets von 1949. „HOW TO MAKE A KILLING von John Patton Ford“ weiterlesen

LA VENUE DE L’AVENIR von Cédric Klapisch

Adèle (Suzanne Lyndon) in Paris, 1895 © frenetic

Eine weitverzweigte französische Familie erbt ein Haus in der Normandie, voll mit Bildern, Photos und Möbeln, das seit 1944 niemand mehr betreten hat. Beim Inventarisieren und Stöbern stossen die vier Familiendelegierten auf die Spuren von Adèle, der letzten Bewohnerin und ihrer aller Vorfahrin. Und auf die Spuren von Adèles Aufbruch mit 21 Jahren, nach Paris, im Jahr 1895, auf der Suche nach ihrer Mutter.

Nun durchdringen und mischen und informieren sich gegenseitig die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts mit unserer Gegenwart. Seb (Abraham Wapler), der Content Creator, stösst auf Lucien (Vassili Schneider), den Photographie-Pionier und dessen Freund Anatole (Paul Kircher), der Anschluss sucht in den Künstler-Kreisen am Montmartre. Und mittendrin immer diese von Suzanne Lyndon gespielte Adèle. Wie Truffauts Catherine mit ihren Jules et Jim.

La venue de l’avenir ist eine attraktive Konstruktion. Ein Kostümfilm, der fest in unserer eigenen Zeit verankert ist, ein Drehbuch, das Umbrüche in Kunst, Kultur und Architektur vom Beginn der Moderne mit der Postmoderne parallel führt, damit immer wieder pointiert zu spielen versteht. „LA VENUE DE L’AVENIR von Cédric Klapisch“ weiterlesen