IT WAS JUST AN ACCIDENT (Yek tasadef sadeh) von Jafar Panahi

Palme d’or  Filmfestival Cannes 2025

Vahid Mobasseri © frenetic films

Zweimal war er im Gefängnis in seiner Heimat, dem Iran. 2010 wurde Jafar Panahi verhaftet und bekam ein Reise- und ein Arbeitsverbot, das er erfolgreich und listig umgangen hat. Etwa mit seinem This is not a Film von 2011, oder mit seinem bisher grössten Publikumserfolg, Taxi Teheran 2015. Paradoxerweise haben ihm dabei seine Filmfestivalerfolge, seine globale mediale Präsenz, nicht nur geholfen, sondern auch seine Schwierigkeiten weiter verstärkt. Im Juli 2022 wurde er wieder verhaftet und kam erst nach weltweiten Protesten und einem Hungerstreik im Februar 2023 wieder frei.

Und nun hat er mit einem Film über die langen Schatten des Gefängnisaufenthaltes im Mai dieses Jahres die goldene Palme des Filmfestivals von Cannes gewonnen – eine Ehrung, die in diesem Falle gleichermassen Ausdruck der Solidarität ist, wie auch ein Preis für einen ebenso einfachen wie komplex effizienten Film. „IT WAS JUST AN ACCIDENT (Yek tasadef sadeh) von Jafar Panahi“ weiterlesen

LES FANTÔMES von Jonathan Millet

Hamid (Adam Bessa) und Harfaz (Tawfeek Barhom) © cineworx

Auf den ersten Blick verbindet den palästinensischen Schauspieler Tawfeek Barhom (Boy from Heaven, 2022) wenig mit dem britischen Über-Mimen Sir Laurence Olivier. Und doch hat mich der raffinierte Polit-Spionage-Rache-Thriller Les fantômes immer wieder an John Schlesingers Marathon Man (1976) mit Dustin Hoffman und Laurence Olivier erinnert.

Zunächst natürlich, weil die beiden Filmfiguren, Tawfeek Barhoms Harfaz in Les fantômes und Laurence Oliviers Zahnarzt Christian Szell in Marathon Man, eine mögliche Vergangenheit als Folterer verbindet. Vor allem aber, weil die furchtbaren Schatten der Vergangenheit in beiden Filmen ihren eigenen Terror-Tenor ausbreiten. „LES FANTÔMES von Jonathan Millet“ weiterlesen