WHERE THE WIND COMES FROM von Amel Guellaty

Mehdi (Slim Baccar) und Alyssa (Eya Bellagha) © trigon

Der Wind ist schon da, aber erst als sanfter Hauch. Er bewegt fast unmerklich die Haare und die Wimpern von Alyssa. Die Neunzenhnjährige sitzt auf dem Geländer eines städtischen Viaduktes in Tunis, ihre Beine hängen bedrohlich über dem Verkehr, ihr Blick verliert sich in der Ferne. Ihre Hände in Grossaufnahme lockern den Griff.

Vier harte Schnitte in zwölf Sekunden. Auf der Tonspur wird ihr Name gerufen: «Alyssa!» Sie schaut nach links, Reissschwenk zu Mehdi, der leicht entnervt fragt, worauf sie warte, Reisschwenk zurück zu Alyssa, sie hüpft aufs Trottoir, ein Lächeln lässt ihr Gesicht aufleuchten. Sie hebt ihren Rucksack hoch und die Kamera folgt ihr mit einem nun ruhigen Schwenk zurück nach links, während sie zu Mehdi hinrennt.

Es kommt nicht mehr so oft vor, dass ein Spielfilm sich dermassen schnell, gezielt und vor allem auffällig zum gestalteten Bild und dem gesteuerten Blick bekennt. Regisseurin Amel Guellaty etabliert gekonnt eine Erzählsituation, verspricht uns die Geschichte von Alyssa und Mehdi und versichert uns immer wieder mit auffälliger Gestaltung der Bilder und Szenen, dass sie uns mitnimmt zu den Abenteuern dieser zwei jungen Menschen in Tunesien. „WHERE THE WIND COMES FROM von Amel Guellaty“ weiterlesen

HOW TO SAVE A DEAD FRIEND von Marusya Syroechkovskaya

Die 16jährige Marusya in Moskau ist überzeugt, sie werde das Ende des Jahres 2005 nicht mehr erleben. So viele ihrer Freundinnen und Freunde sind bereits tot – Suizid wirkt unter diesen Teenagern in Putins neuem Russland wie der letzte verbliebene Akt des Widerstands.

Aber dann lernt Marusya Kimi kennen, der so deprimiert, überdreht und überraschend ist, wie sie selbst. Und süchtig nach Kicks, nach Substanzen, nach Ideen. Kimi studiert Geschichte, wenn er dazu kommt; Marusya will Filme machen. „HOW TO SAVE A DEAD FRIEND von Marusya Syroechkovskaya“ weiterlesen