
Harris Dickinson spielte das männliche Model in Ruben Östlunds Triangle of Sadness und den jungen Samuel, der Nicole Kidmans Romy in Halina Reijns Baby Girl dominierte. Dass der Schauspieler vor seinem Durchbruch schon vier Kurzfilme inszeniert hat, den ersten davon, Who Cares? (auf Youtube), mit 17 Jahren, als Regisseur und Haupdarsteller, das schlägt durch bei seinem aktuellen Langfilmdebut: Urchin ist ein reifes, gestalterisch ambitioniertes und inhaltlich aussergewöhnliches Drama.
Frank Dillane, fünf Jahre älter als Dickinson und seinerseits ein aufgehender Stern des britischen Kinos, spielt den obdachlosen Mike. Seit fünf Jahren lebt dieser Mike auf der Strasse, hält sich mit Gelegenheitsjobs wie Mülleinsammeln über Wasser und driftet zwischen Biernebel und Drogendröhnung durch den Alltag, in Gesellschaft und gelegentlichem Streit mit ähnlichen Existenzen.
Bald nach Filmbeginn schlägt er einen Mann nieder, der ihm etwas zu essen hat kaufen wollen, und raubt ihm die Uhr. Das bringt ihn innert weniger Minuten in Polizeigewahrsam (dank der im UK allgegenwärtigen CCTV-Kameras) und, nicht zum ersten Mal, ins Gefängnis. „URCHIN von Harris Dickinson“ weiterlesen

