Acht Jahre liegen zwischen den zehn Drehtagen im Januar 2018 und dem Kinostart am 21. Mai 2026. Dass Plüss trotzdem frisch und zeitlos wirkt, liegt an den schwarzweissen Einstellungen von Martin Albisetti, der seine eigene Kamera führte. Und an den gezielt zwischen Retro und Gegenwart angesiedelten Sets, Drehorten und Schauspielern. „PLÜSS von Martin Albisetti“ weiterlesen
Wahrscheinlich muss ein ehrlicher Film über den gesellschaftlichen Zustand der USA dermassen unangenehm sein wie Eddington. Der zunehmend gehässige Wahlkampf des Kleinstadtsheriffs Joe Cross (Joaquin Phoenix) um den Job als Bürgermeister gegen den Amtsinhaber Mayor Ted Garcia (Pedro Pascal) ist nicht nur ein Echo von Trump vs. Biden, der ganze Wahnsinn spielt auch noch in den Corona-Zeiten – mit allen kulturkämpferischen Implikationen.
Sheriff Joe, der eigentlich die offiziellen Regeln durchsetzen müsste, ist nicht nur ein vehementer Maskengegner, er hat auch Probleme mit seiner mental angeschlagenen Frau Louise Cross (Emma Stone), die er um alles liebt, und deren Mutter Dawn (Deirdre O’Connell), welche mit sektiererischer Vehemenz in alle verschwörungstheoretischen Wurmlöcher abtaucht. „EDDINGTON von Ari Aster“ weiterlesen
Der neue Film von Alain Guiraudie (L’inconnu du lac, 2013) gehörte zu den schönsten Überraschungen am letzten Filmfestival von Cannes. Ohne grossen inszenatorischen Aufwand reiht er Twist an Twist, Frage an Frage, bloss, um dann jeweils die unerwartetste und zugleich erfreulichste Antwort zu geben. „MISÉRICORDE von Alain Guiraudie“ weiterlesen