HEAT von Jacqueline Zünd

© filmcoopi

Wie tönt Hitze? Wie sieht sie aus? Das sind Fragen, welche sich der Dokumentarfilmerin Jacqueline Zünd stellten, als sie ihren ersten Spielfilm Don’t let the Sun vorbereitete, und dabei auf so viele Themen stiess, dass sie gleich auch noch einen neuen Dokumentarfilm in Angriff nahm.

Film gesehen an den Visions du Réel 2026 in Nyon

Als sie dann tatsächlich drehten, in Dubai, in Kuwait, wie immer mit Kameramann Nikolai von Graevenitz, hätten sie sie sich mehrfach gefragt, wer auf die hirnverbrannte Idee gekommen sei, erzählte Zünd gestern Abend nach der Weltpremiere ihres Films an den Visions du Réel in Nyon. „HEAT von Jacqueline Zünd“ weiterlesen

DON’T LET THE SUN von Jacqueline Zünd

Jonah (Levan Gelbakhiani) und Nika (Maria Pia Pepe) © filmcoopi

Es ist unerträglich heiss geworden auf der Erde. Die Menschen leben in der Nacht und bleiben auf Distanz zueinander. Selbst Jonah (Levan Gelbakhiani), der davon lebt, für andere die fehlende menschliche Nähe zu spielen, stundenweise präsent als Lover, Partner oder Gefährte, achtet darauf, die Körper seiner Kunden und Kundinnen möglichst nicht zu berühren. Mehr physische Wärme, als sie die Umwelt bietet, will kaum jemand. Und echter emotionaler Kontakt scheint nicht nur unziemlich, sondern nachgerade tabu zu sein.

Cleo (Agnese Claisse) nimmt allerdings ihre neunjährige Tochter Nika (Maria Pia Pepe) auch mal in den Arm, etwa um das schlafende Mädchen vom Sofa ins Bett zu tragen, als der Tag anbricht. Und sie heuert Jonah an, um Nika stundenweise den fehlenden Vater zu ersetzen. Ein Spiel, das die aufgeweckte Kleine zunächst eher ihrer Mutter zuliebe mitspielt, mit klarer Ansage an Jonah: «Ich brauche keinen Vater».

Jacqueline Zünd hat sich einen Namen gemacht mit unglaublich sorgfältig inszenierten und gestalteten, thematisch-philosophischen Dokumentarfilmen, etwa Goodnight Nobody (2010), Almost There (2016) oder Where We Belong (2019). Ihre dokumentarische Methode umfasste jeweils ausgesuchte ruhige Einstellungen auf Distanz, oft zentrale Perspektiven, ausgeklügelte Licht- und Farbgestaltung und vor allem eine fast schon hypnotisch wirkende Mischung aus Zurückhaltung und Nähe, nicht nur mit der Kamera, sondern auch mit einer zugeneigten, unaufdringlichen, unvoyeuristischen Geduld. „DON’T LET THE SUN von Jacqueline Zünd“ weiterlesen

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