NIGHTBORN (Yön lapsi) von Hanna Bergholm

Saga (Seidi Haarla) in ‚Nightborn‘ © Praesens

Mutterschaft ist nichts für Feiglinge. Vor einem Jahr hatte hier am NIFFF Johanna Moders Mother’s Baby seine Schweizer Premiere, die wunderbar auf dystopische Science-Fiction getrimmte weibliche Übernahme von Rosemary’s Baby. Gestern legte das NIFFF nach und zeigte – zur Eröffnung! – die radikal auf finnischen Troll-Wald getrimmte Bodyhorror Variation Nightborn von Hanna Bergholm.

Saga (Seidi Haarla) und Jon (Rupert Grint) wollen im einsamen Waldhaus von Sagas Grossmutter mindestens drei Kinder grossziehen. Das erste zeugen sie mit animalischer Begeisterung unter den knorrigen Stämmen im Wald hinter dem Haus beim ersten Besuch der zerfallenden Liegenschaft.

Als neun Monate später dieser Sohn zur Welt kommt, ist er Saga vom ersten Moment an fremd und unheimlich. Konsequent redet sie von «it, the baby» und beim ersten Säugen beisst der haarige, grunzende Kleine ihre Brust blutig. „NIGHTBORN (Yön lapsi) von Hanna Bergholm“ weiterlesen

COSMOS von Germinal Roaux

León (Andrés Catzín) © Sister Distribution

Es ist unglaublich, wie stark diese schwarzweissen Bilder leuchten. Als Fotograf ist Germinal Roaux in dieser essentiell reduzierten Welt zuhause, die nur auf der Netzhaut existiert und sich direkt ins Gefühl einbrennt. Das Bild dafür stellt er an den Anfang von Cosmos, einen Baum auf einem dschungelartigen Hügel, aus dessen Stamm von innen heraus kleine Flammen schlagen, flüssig tropfendes Licht.

Im ländlichen Yucatán, in dem dieser Auftaktbaum zu totemartigem Leben erwacht, wie eine Prélude zu einer Pastorale, werden sich die sterbenskranke Literaturprofessorin Lena und der indigene, illiterate Maya-Kleinbauer León im Verlauf der 152 fiebertraumruhigschönen Minuten von Cosmos finden, verbinden und verabschieden. „COSMOS von Germinal Roaux“ weiterlesen