L’ÉTRANGER von François Ozon

Meursault (Benjamin Voisin), Marie Cardona (Rebecca Marder) © filmcoopi

Es braucht schon einen eklektischen Kinomeister wie Ozon, um Camus’ existenzialistischem Nihilismus so viel erotische Schönheit einzuschreiben. Er kann das, wegen dem (Sonnen-) Licht, mit dem er und sein Kameramann Manuel Dacosse die schwarzweisse Bilder­pracht aufladen: «C’est à cause du soleil».

Die kleinen, aber bezeichnenden Verschiebungen, welche François Ozon mit seiner insgesamt erstaunlich textgetreuen Adaption von Camus’ «Der Fremde» vornimmt, funktionieren wie in der Sonne blinzelnde Perspektivenwechsel. Statt des berühmten ersten Satzes des Buches, «Aujourd’hui maman est morte.» (Heute ist Mama gestorben), ist Meursault, bereits im Gefängnis, mit diesem Satz zu hören: «J’ai tué un Arabe» (Ich habe einen Araber getötet). „L’ÉTRANGER von François Ozon“ weiterlesen

SIRĀT von Oliver Laxe

Techno und Ratlosigkeit in der Wüste © filmcoopi

Eine Warnung und eine Empfehlung: Sirāt ist kein Film, der glücklich macht. Sirāt ist aber auch kein Film wie irgendein anderer. Oliver Laxes radikal auf Wirkung getrimmter Bilder-, Plot- und Soundtrack folgt der viszeralen Urwucht der Techno-Tracks, welche seine Protagonisten in der Wüste suchen. Sirāt zielt direkt auf das Bauchfell. Und in die Magengrube.

Darum die Empfehlung: Schauen Sie sich das im Kino an, unter allen Umständen. Je grösser der Saal und die Leinwand, je besser die Soundanlage, desto besser. Und nehmen Sie jemanden mit, damit Sie mit dem Erlebnis danach nicht alleine auf der Strasse stehen. „SIRĀT von Oliver Laxe“ weiterlesen