MARTY SUPREME von Josh Safdie

Marty Mauser (Timothée Chalamet) © Ascot-Elite

Mit Uncut Gems haben die New Yorker Brüder Josh und Benny Safdie 2019 ihren ureigenen Brand jüdisch-newyorkerischer Atemlosigkeit perfektioniert und einen Film geschaffen, der wie Mean StreetsTaxi DriverBad Lieutenant, Wall Street oder die frühen Filme von Spike Lee für alle Zukunft das Bild von New York als Multikulti-Hexenkessel der unzimperlichen Ambitionen und Idiosynkrasien prägen wird.

Dieses New York ist nicht einfach eine Stadt, sondern ein metabolischer, metastasierender Organismus.

Unterdessen sind die beiden Brüder separate Wege gegangen, Benny hat letztes Jahr The Smashing Machine ins Kino gebracht, Josh seinen Marty Supreme. Beide Filme verlagern einen Teil der brodelnden Ambitionen ihrer Protagonisten in die sportliche Arena, die dann doch wieder wie ein Spiegel der zugrundeliegenden Welt der Hustlers aussieht. Und beide kochen mit den Versatzstücken der us-amerikanischen Kino- und Popkulturtraditionen, nutzen Klischees, Formate, Genres, Musik und Ensemble für unverschämte Assemblagen, die Filme sind dampfende Kochtöpfe voller einzeln erkennbarer Zutaten. „MARTY SUPREME von Josh Safdie“ weiterlesen