DANGEROUS ANIMALS von Sean Byrne

Zephyr (Hassie Harrison) © Pathé Films

Das Genrekino, insbesondere der Horrorfilm, hat im Prinzip die LLM (Large Language Models) der nun allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz vorweggenommen. Besteht die dramatische Kunst dabei doch bei beiden in der immer wieder neu arrangierten Kombination bekannter Elemente nach einer evolutionären Grammatik. In ihrer primitivsten und inflationärsten Ausprägung hat sie zu Monster-Paarungs-Filmen wie King Kong vs. Godzilla (1963) geführt, oder zu den von spekulativer Ironie getriebenen Kombi-Präparaten wie Desaster-Movie plus Creature-Feature, etwa Sharknado von 2013.

Wenn sich Haie mit Tornados paaren lassen, liegt es auf der Hand, das auch mit dem Hai-Horror und dem Serienkiller-Film zu versuchen. Und genau das macht Dangerous Animals. Effizient, brutal, blutig und (fast) durchgehend erstaunlich spannend. „DANGEROUS ANIMALS von Sean Byrne“ weiterlesen

Cannes 14: FUTATSUME NO MADO – Still the Water – von Naomi Kawase

Jun Yoshinaga und Nijiro Murakami
Jun Yoshinaga und Nijiro Murakami

Es ist die letzte Einstellung von Still the Water, welche diesen grossartigen Film für unverdienten Spott exponiert: Die Teenager Kaito und Kyoko, welche sich zuvor auf jeweils eigene Weise mit ihren Müttern auseinandersetzen mussten, sind erwachsen geworden. Sie hatten den Sex, welchen der empörte Kaito seiner Freundin zuvor trotzig verweigert hat, und sie schwimmen im Meer, von dem Kaito zuvor nichts wissen wollte.

Dass die Bilder den Kitsch von The Blue Lagoon mit Brooke Shields evozieren, ist unglücklich, denn Naomi Kawases jüngster Film ist wie immer das pure Gegenteil davon. Niemand hat in den letzten Jahren feinere und zurückhaltendere Bilder gefunden für die Zyklen von Leben und Sterben, Lieben und Hassen, Eifersucht und Hoffnung, als die Japanerin. „Cannes 14: FUTATSUME NO MADO – Still the Water – von Naomi Kawase“ weiterlesen