
Dafür, dass Leonora Carrington dem Surrealismus Zeit ihres Lebens treu geblieben ist, hält sich dieser Spielfilm zu ihrem Leben inszenatorisch erstaunlich zurück. Die surrealsten Einstellungen wurden an einem existierenden Ort gedreht, im mexikanischen Skulpturengarten «Las Pozas» des Kunstsammlers Edward James. Wenn die Schauspielerin Olivia Vinall als Leonora Carrington dort hoch über den Pflanzen des Dschungels von Plattform zu Plattform geht, sieht das tatsächlich aus, als ob sie durch eines ihrer Bilder via Max Ernst und Luis Buñuel direkt in einen M. C. Escher gestiegen wäre.
Und dann gibt es noch diese Szene, in der Leonoras Vater, der britische Textilfabrikant Harold Wylde Carrington, hinter einem massiven Holztisch von einer riesigen Hyäne zerfleischt wird. Unter anderem darum, weil er seiner Tochter nie geglaubt hatte, dass sie mit den Tieren reden konnte. Aber auch darum, weil Leonora zu dem Zeitpunkt auf Veranlassung ihres Vaters in einer spanischen Nervenheilanstalt festgehalten wurde. „LEONORA IN THE MORNING LIGHT von Thor Klein & Lena Vurma“ weiterlesen


