FOLICHONNERIES von Eric K. Boulianne

Julie (Catherine Chabot), François (Eric K. Boulianne) © frenetic

Wenn da jemand in Ermangelung eines subtileren Begriffs diesen Film als «Sexkomödie» bezeichnet, dann klingt im kanadisch-französischen Titel fast unwillkürlich die «cochonnerie» mit an, zu deutsch die Schweinerei. Und in der Tat dreht sich die erste Langspielfilm-Regiearbeit des renommierten kanadischen Drehbuchautors Eric K. Boulianne in weiten Teilen recht explizit um die sexuellen Wünsche, Frustrationen und Experimente eines langjährigen Ehepaares. „FOLICHONNERIES von Eric K. Boulianne“ weiterlesen

THE NORTH von Bart Schrijver

Chris (Bart Harder) und Lluis (Carles Pulido) © xenix

Wanderfilme sind seit Jahrzehnten ein eigenes Kinogenre. In der Buchverfilmung Wild von 2014 erholte sich die von Reese Witherspoon gespielte Cheryl von persönlichen Schicksalschlägen. Im Jahr darauf unternahmen Robert Redford und Nick Nolte A Walk in the Woods, ebenfalls nach einem literarischen Wanderbestseller. Ich bin dann mal weg hiess im gleichen Jahr der Santiago-Pilgerfilm mit Hape Kerkeling, nach dessen eigenem literarischen Tagebuch.

Ein historischer Reisebericht lag der französischen Wanderkomödie Antoinette dans les Cevennes (2021) mit der grossartigen Laure Calamy zugrunde, einer französischen Komödie die zurückgriff auf «Travels with a Donkey in the Cévennes», den 1879 publizierten Aufzeichnungen des späteren «Schatzinsel»-Autors Robert Louis Stevenson. „THE NORTH von Bart Schrijver“ weiterlesen

MELODIE von Anka Schmid

Männerchor Salmsach-Langrickenbach © frenetic

Singen ist eine eigentümliche, ziemlich ursprüngliche Tätigkeit. Darauf macht uns Anka Schmids Dokumentarfilm sehr bald aufmerksam. Wir sehen ein Frühchen auf der Brust der Mutter liegend, mit Schläuchen, Elektroden und Magensonde mit unserer Welt verbunden, die vorzeitig auch die seine geworden ist. Am Bettrand sitzt eine Frau mit einer Art Harfe und summt.

Die Melodie simuliert die Geräuschkulisse, welche das Kind im Uterus wahrgenommen hätte, gedämpft, ohne höhere Frequenzen, über das Fruchtwasser, nicht über die Luft, wie wir es gewohnt sind. Das erklärt die Therapeutin, während ich mich daran erinnere, wie ich mich als Kind über leises Summen und Brummen bei einer Mittel­ohr­ent­zün­dung von den Schmerzen ablenkte.

Und natürlich erinnern sich fast alle von der Filmemacherin auf ihre frühesten Melodieerfahrungen Angesprochenen an die generationenübergreifenden Schlaflieder. „MELODIE von Anka Schmid“ weiterlesen

FÜR IMMER SONNTAG von Steven Vit

Rudy Vit hat Sonntag ohne Ende © Filmbringer

Von den drei Schweizer «Vaterfilmen» im Programm der diesjährigen Visions du réel ist das der direkteste, derjenige, der die geweckten Erwartungen am einfachsten umsetzt und sie dann doch deutlich übertrifft.

Rudy Vit hat 43 Jahre für die gleiche Schweizer Firma gearbeitet, immer auf Geschäftsreise, oft in Asien. Nun steht die letzte dieser Reisen an, vor seiner Pensionierung. „FÜR IMMER SONNTAG von Steven Vit“ weiterlesen

+++ «Sonderfall / En terrain neutre» +++ Jetzt im Kino!