L’ENGLOUTIE von Louise Hémon

© Sister Dist.

Im Jahr 1899 kommt die junge idealistische Aimée Lazare (Galatéa Bellugi) mitten im Winter in einen winzigen okzitanischen Weiler in den französischen Alpen, um dort die drei jüngsten Kinder als Institutrice zu unterrichten. Sie ist erfüllt vom republikanisch-aufklärerischen Geist und wild entschlossen, Wissenschaft, Rationalität, Hygiene und natürlich sauberes Französisch in diese okzitanisch sprechende Bergler-Gemeinschaft zu tragen.

Allerdings geht nicht nur die kleine Marianne-Büste, welche sie in ihrem improvisierten Schulzimmer-Kämmerchen aufstellt, im Verlauf des Films zu Bruch. Auch Aimées selbstgewählte und die ihr vom Dorf zugewiesene Rolle verschieben sich zunehmend.

Denn Aimée Lazare (die zwei Namen sind von Regisseurin Louise Hémon und ihren zwei Ko-Drehbuchautorinnen kaum zufällig gewählt) bringt nicht nur ihre Rationalität und ihre Schulbildung in die Berge, sie lernt auch zunehmend, die Mythen, Traditionen und das, was sie als Aberglaube erwartet hat, als Teil ihrer eigenen, unerwarteten Persönlichkeit zu erkennen. Und dazu gehören nicht nur ihre freie Sexualität, ihre Lust und ihre Selbstbestimmtheit, sondern auch der von der Gemeinschaft aufgefangene Umgang mit Unglück und Tod. „L’ENGLOUTIE von Louise Hémon“ weiterlesen

MOTHER MARA (Majka Mara) von Mirjana Karanović

Mara (Mirjana Karanović) und Milan (Vučić Perović) © cineworx

Mirjana Karanović war 2006 Das Fräulein für Andrea Štaka, international bekannt wurde sie aber schon 1985 mit Emir Kusturicas Durchbruch Papa ist auf Dienstreise. 2016 realisierte sie ihren ersten Spielfilm als Regisseurin, A Good Wife (Dobra Žena), und spielte auch gleich selbst die Titelrolle. Für ihren zweiten eigenen Spielfilm hat sich die vielbeschäftigte Schauspielerin Zeit lassen müssen.

Dafür ist Andrea Štaka als Produzentin an Bord bei Majka Mara, die beiden Frauen sind befreundet, nach Das Fräulein war Karanović auch in Štakas Cure und Mare als Schauspielerin dabei. Zu den Filmen, welche sie als Kinogängerin entscheidend geprägt hätten, zählt Mirjana Karanović Liliana Cavanis Il portiere di notte (1974), Andrea Arnolds Fish Tank von 2009 und Štakas Das Fräulein. „MOTHER MARA (Majka Mara) von Mirjana Karanović“ weiterlesen