Filmpodcast Nr. 352: Lovely Louise, Stefan Kurt, Fantoche, Death for a Unicorn

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Zu Bettina Oberlis Lovely Louise und Hauptdarsteller Stefan Kurt. Georges Wyrsch zur Geschichte des Animationsfilms in Frankreich anlässlich des Badener Fantoche. Und Brigitte Häring aus Venedig zu Tilda Swinton und ihrem Verhältnis zu einem Schweizer Kurzfilm-Einhorn . Und natürlich wie immer: Die Kurztipps. Und die Tonspur.

Hören:

Saugen: Filmpodcast Nr. 352 (Rechtsklick für Download)


filmpodcast

Den Filmpodcast können Sie via iTunes oder direkt abonnieren; die entsprechenden Links finden Sie auch oben rechts im Blog.

Ken Russell gestorben

Mit 84 Jahren ist gestern der britische Regisseur Ken Russell gestorben. Russell war der grosse Provokateur des britischen Kinos, mit der sexuell freizügigen D.H. Lawrence-Verfilmung Women in Love hat er 1970 Sittenwächter und den Vatikan provoziert, den internationalen Durchbruch geschafft und seiner Hauptdarstellerin Glenda Jackson zum Oscar verholfen. Mit der opulenten filmischen Umsetzung der Rock-Oper Tommy von «The Who» wurde Bad-Boy-Russell selber zu einer Art Rockstar des Kinos, das exaltierte, provozierende Element, das die Bürgerschreck-Pose der 70er Rock-Musik prägte, fand in seinen Filmen ein kinematografisches Aequivalent. Russell hat sich in vielen filmischen Genres getummelt, vom phantastischen Drogen-Thriller bis zur Musikerbiographie, etwa zu Gustav Mahler, dabei blieb die Provokation stets sein Markenzeichen.

George Lucas entführt. Erklärung für alles.

George Lucas ist nicht schuld an den Star Wars Prequels. Und er ist immer noch der Meinung, Han Solo habe zuerst geschossen. Hier ist die Erklärung für all das Leid, welches über die Original-Star-Wars-Fans gekommen ist, nachdem der echte George Lucas von einer geldgierigen Organisation durch einen Doppelgänger ersetzt wurde. Star Wars: A New Hope.

 

Annie Girardot est morte

Ihre Karriere war länger und ihre Filme vielfältiger, als die Erinnerung zunächst preisgibt. Bei Visconti in Rocco e i suoi fratelli zeigte sie Raffinesse und Bein um Alain Delon herum. Bei Haneke war sie noch in diesem Jahrtausend in Caché und La pianiste dabei (trotz Alzheimer, wie sich später zeigen sollte), aber bei über 160 Filmen fällt es nicht nur schwer, sich an alle zu erinnern, sondern auch, sich für den schönsten zu entscheiden. Annie Girardot hat in alle Richtungen gespielt und sie hatte stets eine unvergessliche Leinwandpräsenz. Die Szene oben stammt bestimmt nicht aus ihrem besten Film – aber was sie da wortlos neben Belmondo an den Tag legt…  Heute ist sie in Paris gestorben.