Venedig 18: FIRST MAN von Damien Chazelle (Wettbewerb)

Ryan Gosling als Neil Armstrong © NBC Universal

Der Film beginnt atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes. Zuerst ist nur verängstigtes Atmen zu hören, oder vielmehr beengtes Atmen, dann ist der Kopf eines Astronauten in einem sehr engen Cockpit zu sehen.

Während rund fünf Minuten bleiben wir in diesem engen Cockpit, sehen nur das im Helm eingezwängte Gesicht des Astronauten oder aus dem kleinen Fenster einen Ausschnitt Himmel. Zu hören sind der Atem des Piloten und das Klappern und Rattern des Fluggerätes. Und dann dieser Moment: das Fluggerät verlässt kurz die Atmosphäre, wird unmanövrierbar. Aber der Pilot schafft es, wieder runter zu kommen und in der Wüste zu landen. Was für ein atemberaubender Filmstart, was für ein raketengleicher Festivalstart. „Venedig 18: FIRST MAN von Damien Chazelle (Wettbewerb)“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 570: BlacKkKlansman, Figlia mia

Sara Casu, Alba Rohrwacher, Valeria Golino © Vivo film

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Der Sommer ist zwar noch nicht vorbei – aber unsere Sommerpause hat heute ein Ende. Wir steigen sanft ein: mit zwei neuen Filmen in der Rolle. BlacKkKlansman, eine böse Satire von Spike Lee steht auf dem Programm. Und Figlia Mia, ein unsentimentales Melodrama von Laura Bispuri. Dazu fünf neue Filmtipps und eine Rätseltonspur. Willkommen zurück!

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Die Unverpassbaren, Woche 34 – 2018

Joaquin Phoenix als John Callahan © 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC / Scott Patrick Green

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Blackkklansman von Spike Lee. Der «Filmemacher der Vergeltung», wie sich Lee selber nennt, hat wieder zugeschlagen: Er bietet beste Unterhaltung mit unangenehmen Stacheln, lässt uns über rassistische Karrikaturen lachen und stellt zugleich die Frage, was es da überhaupt zu lachen gibt.

  2. Figlia Mia von Laura Bispuri. Ein Mädchen zwischen zwei Müttern: Aussergewöhnlich schönes, unsentimentales Melodrama über familiäre Verbundenheit und Liebe, die man nicht anfassen kann.

  3. Don’t worry, he won’t get far on foot von Gus van Sant. Die Lebensgeschichte des querschnittgelähmten Cartoonisten John Callahan ist eine ausgewogene Dosierung von schwarzem Humor, Liebenswürdigkeit und etwas gepflegtem Aussenseitertum.

  4. McQueen von Ian Bonhôte. Sorgfältig recherchierter, aufwändig gestalteter Dokumentarfilm über den britischen Modestar Alexander McQueen, der sich auf dem Höhepunkt seines Erfolgs das Leben nahm. Nicht nur für Modefans.

  5. Mission Impossible: Fallout von Christopher McQuarrie. Tom Cruise rennt, springt und fliegt wieder. Erstaunlich frische neue Variante des immer gleichen. Action der Superlative.

Und im Filmpodcast morgen Spike Lee, Laura Bispuri

Die Unverpassbaren, Woche 30 – 2018

Maribel Verdú als Carmen in Pablo Bergers ‚Abracadabra‘ © frenetic

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Abracadabra von Pablo Berger.  Nach einer missglückten Bühnenhypnose ist Carmens unangenehmer Gatte plötzlich überaus charmant. Besessen vom Geist eines Massenmörders.  Magischer Realismus im Gewand einer paranormalen Klamotte – hinreissend.
  2. Los perros von Marcela Said.  Ein politischer, erotischer Film noir aus Chile. Die Zeiten der Diktatur wirken auch in der Familie nach, die Vergangenheit lässt sich nicht unter den Teppich kehren.
  3. The Rider von Chloé Zhao.  Ein junger Rodeo-Reiter im Reservat muss sich nach einem Sturz aus dem Sattel auf ein komplett anderes Leben einstellen. Ein dokumentarisch präzises, metaphorisches Zeitbild aus den USA, leise und extrem stark.
  4. Love, Simon von Greg Berlanti. Eine Teenager-Coming-of-Age-Highschool-Komödie, die ihre Subversivität ausgerechnet aus ihrer unterhaltsamen Konventionstreue bezieht. Denn die Hauptfigur ist heimlich schwul. Und das dreht an der Perspektive.
  5. On Chesil Beach von Dominic Cooke. Liebe und Sex im England vor den Beatles. Trotz überdeutlicher Rückblenden und einem vermurksten Epilog einer der subtilsten, aufwühlendsten und keuschesten Sexfilme des Jahres.

Unser Filmpodcast macht Sommerpause bis 28. August.

Die Unverpassbaren, Woche 28 – 2018

Antonia Zeger und Alfredo Castro in ‚Los perros‘ von Marcela Said © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Los perros von Marcela Said.  Ein politischer, erotischer Film noir aus Chile. Die Zeiten der Diktatur wirken auch in der Familie nach, die Vergangenheit lässt sich nicht unter den Teppich kehren.
  2. The Rider von Chloé Zhao.  Ein junger Rodeo-Reiter im Reservat muss sich nach einem Sturz aus dem Sattel auf ein komplett anderes Leben einstellen. Ein dokumentarisch präzises, metaphorisches Zeitbild aus den USA, leise und extrem stark.
  3. Love, Simon von Greg Berlanti. Eine Teenager-Coming-of-Age-Highschool-Komödie, die ihre Subversivität ausgerechnet aus ihrer unterhaltsamen Konventionstreue bezieht. Denn die Hauptfigur ist heimlich schwul. Und das dreht an der Perspektive.
  4. On Chesil Beach von Dominic Cooke. Liebe und Sex im England vor den Beatles. Trotz überdeutlicher Rückblenden und einem vermurksten Epilog einer der subtilsten, aufwühlendsten und keuschesten Sexfilme des Jahres.
  5. Zama von Lucrecia Martel. Das faszinierende Porträt eines biederen spanischen Kolonialbeamten in Südamerika verbindet hypnotisch schöne Landschaftsbilder mit dem absurden Witz von Kafka und Beckett.

Unser Filmpodcast macht Sommerpause bis 28. August.

Horror, Fantasy, Science-Fiction, Thriller – Swissmade?

Anna Hausburg in Mathieu Seilers ‚True Love Ways‘

Vampire im Schweizer Film? Die gibt es tatsächlich. In Chimères (2013) vom Neuenburger Olivier Beguin beginnt die Verwandlung eines jungen Schweizers mit einer verunreinigten Bluttransfusion, nach einem Unfall in Rumänien. Zurück in der Schweiz entwickelt Alexandre einen Blutdurst, der ihn erschreckt. „Horror, Fantasy, Science-Fiction, Thriller – Swissmade?“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 569: The Rider, Je vais mieux, Sommersprossen, Filmton am TV

Helmut Förnbacher und Giorgia Moll in ‚Sommersprossen‘ von 1968

In unserer letzten Filmrolle vor der Sommerpause blicken wir heute in die USA mit The Rider, nach Frankreich mit Je vais mieux, in die Schweiz von 1968 auf das da eben ausgebrochene Bonnie & Clyde Fieber in Helmut Förnbachers Sommersprossen. Und schliesslich gehen wir noch der Frage nach, warum wir manchmal beim Fernsehen selbst bei deutschsprachigen Produktionen gerne Untertitel hätten. Dazu Kurztipps. Und Tonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 27 – 2018

Brady Jandreau in ‚Rider‘ von Chloé Zhao © cineworx

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. The Rider von Chloé Zhao.  Ein junger Rodeo-Reiter im Reservat muss sich nach einem Sturz aus dem Sattel auf ein komplett anderes Leben einstellen. Ein dokumentarisch präzises, metaphorisches Zeitbild aus den USA, leise und extrem stark.
  2. Love, Simon von Greg Berlanti. Eine Teenager-Coming-of-Age-Highschool-Komödie, die ihre Subversivität ausgerechnet aus ihrer unterhaltsamen Konventionstreue bezieht. Denn die Hauptfigur ist heimlich schwul. Und das dreht an der Perspektive.
  3. On Chesil Beach von Dominic Cooke. Liebe und Sex im England vor den Beatles. Trotz überdeutlicher Rückblenden und einem vermurksten Epilog einer der subtilsten, aufwühlendsten und keuschesten Sexfilme des Jahres.
  4. Zama von Lucrecia Martel. Das faszinierende Porträt eines biederen spanischen Kolonialbeamten in Südamerika verbindet hypnotisch schöne Landschaftsbilder mit dem absurden Witz von Kafka und Beckett.
  5. Au revoir là-haut von Albert Dupontel. Visuell übermütiger, quicklebendiger Kostümfilm, der umso mehr Spass macht, je länger er dauert und der bei aller Tragik auch vor Situationskomik und schwarzem Humor nicht zurückschreckt.

Und morgen im vorläufig letzten Filmpodcast: The Rider, Je vais mieux, Sommersprossen, Filmton am TV.

Filmpodcast Nr. 568: Lola Pater, Quando ero Cloclo, Love Simon, Locarno, Shanghai Gold

Stefano Knuchel mit seinem Vater: ‚Quand j’étais Cloclo‘ © Outside the Box

Der französische Film Lola Pater dreht sich um eine Transfrau und ihren Sohn, Quand j’étais Cloclo ist ein Familiendok aus dem Tessin, «Love Simon» ist eine RomCom um einen schwulen Jugendlichen. Ausserdem in der Rolle – ein Gespräch über die Zukunft des Filmfestivals von Locarno nach dem Abgang des Direktors. Und: Eine schweizerische Filmproduktion hat den Hauptpreis am Shanghai-Filmfestival gewonnen. Kurztipps und eine Rätsel-Tonspur gibt’s auch diese Woche in der Filmrolle.

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Die Unverpassbaren, Woche 26 – 2018

Nick Robinson in ‚Love, Simon‘ © Twentieth Century Fox

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Love, Simon von Greg Berlanti. Eine Teenager-Coming-of-Age-Highschool-Komödie, die ihre Subversivität ausgerechnet aus ihrer unterhaltsamen Konventionstreue bezieht. Denn die Hauptfigur ist heimlich schwul. Und das dreht an der Perspektive.
  2. On Chesil Beach von Dominic Cooke. Liebe und Sex im England vor den Beatles. Trotz überdeutlicher Rückblenden und einem vermurksten Epilog einer der subtilsten, aufwühlendsten und keuschesten Sexfilme des Jahres.
  3. Zama von Lucrecia Martel. Das faszinierende Porträt eines biederen spanischen Kolonialbeamten in Südamerika verbindet hypnotisch schöne Landschaftsbilder mit dem absurden Witz von Kafka und Beckett.
  4. Au revoir là-haut von Albert Dupontel. Visuell übermütiger, quicklebendiger Kostümfilm, der umso mehr Spass macht, je länger er dauert und der bei aller Tragik auch vor Situationskomik und schwarzem Humor nicht zurückschreckt.
  5. Transit von Christian Petzold. Eine raffinierte, packend aktualisierte Umsetzung von Anna Seghers Roman, mit mehr als einem Hauch von Casablanca.

Und morgen im Filmpodcast: Lola Pater, Quand j’étais Cloclo; Love, Simon; Shanghai-Gold für Batbayar, Was braucht Locarno nun?