LA VALLE DEI SORRISI von Paolo Strippoli

Don Attilio (Roberto Citran) © fandango

Den Menschen im italienischen Städtchen Remis steht das Lächeln im Gesicht. Es steht auch auf dem Schild am Ortseingang, das dem Film seinen Titel gibt. Und die Leute lächeln, obwohl fast jeder im Ort bei dem schrecklichen Zugsunglück vor 15 Jahren Angehörige verloren hat.

Den in seinem eigenen Unglück vergrabenen Aushilfssportlehrer und einstigen Judo-Champion Sergio Rosetti (Michele Riondino) kümmert das wenig. Tagsüber lässt er seine Schülerinnen und Schüler im Kreis laufen und abends besäuft er sich in Michelas Bar, bis diese ihn zum Geheimnis des Ortes führt: Dem 15jährigen Matteo, bei dem man durch eine Umarmung seinen Schmerz loswerden kann.

Dass dieses Wunder einen höllischen Preis hat, für die Ortsbewohner, aber auch für Matteo, das erkennt Sergio erst allmählich. „LA VALLE DEI SORRISI von Paolo Strippoli“ weiterlesen

SLEEP NO MORE (Monster Pabrik Rambut) von Edwin

Der Dämon und Ida (Lutesha) © Showbox Ent.

Wenn die zu Überstunden angehaltenen Arbeiterinnen und Arbeiter in dieser indonesischen Perückenfabrik den Gipfel der Übermüdung erreichen, passieren scheussliche Unfälle.

Die Mutter von Putri und Ida stürzt sich in den ersten Minuten kopfüber in ihren riesigen Kochkessel. Eine andere Frau schlägt mit dem Gesicht auf dem Stahlstachelbrett auf, welches zum Auskämmen der Perückenhaare dient. „SLEEP NO MORE (Monster Pabrik Rambut) von Edwin“ weiterlesen

AMS – ARBEIT MUSS SEIN von Sebastian Brauneis

Kopf des Widerstands: Marie Wotruba (Margarete Tiesel) © Studio Brauneis

Das dreckige Dutzend der wütenden Arbeitslosen schlägt zurück, in dieser erstaunlich entschlossenen und bisweilen urkomischen österreichischen Satire. Was in der Schweiz das RAV ist, die regionale Arbeitsvermittlung, das ist in Österreich der Arbeitsmarktservice AMS. Eine Institution mit politischer Funktion, zur Beruhigung des Volkszorns und zur Steuerung der Statistik.

Ähnlich wie seinerzeit Die Schweizermacher, in Rolf Lyssys helvetischer Sozialsatire, agieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neoliberal privatisierten «Arbeitsmatchingservices AMS» im zeitgenössischen Wien dieses eben so verschmitzten wie ehrlich empörten Films, der gestern an der Diagonale seine Weltpremiere hatte: Es gibt ein paar Anständige darunter, und ein paar Karrieregetriebene.

Allen voran die skrupellos auf Aufstieg getrimmte Kathi Kratochvil (grossartig hassenswert: Marie-Luise Stockinger), welche ihr Bonuspunktekonto über effizientes Ausmustern und Sperren ihrer arbeitslosen Klientel zu füllen sucht. „AMS – ARBEIT MUSS SEIN von Sebastian Brauneis“ weiterlesen

DANGEROUS ANIMALS von Sean Byrne

Zephyr (Hassie Harrison) © Pathé Films

Das Genrekino, insbesondere der Horrorfilm, hat im Prinzip die LLM (Large Language Models) der nun allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz vorweggenommen. Besteht die dramatische Kunst dabei doch bei beiden in der immer wieder neu arrangierten Kombination bekannter Elemente nach einer evolutionären Grammatik. In ihrer primitivsten und inflationärsten Ausprägung hat sie zu Monster-Paarungs-Filmen wie King Kong vs. Godzilla (1963) geführt, oder zu den von spekulativer Ironie getriebenen Kombi-Präparaten wie Desaster-Movie plus Creature-Feature, etwa Sharknado von 2013.

Wenn sich Haie mit Tornados paaren lassen, liegt es auf der Hand, das auch mit dem Hai-Horror und dem Serienkiller-Film zu versuchen. Und genau das macht Dangerous Animals. Effizient, brutal, blutig und (fast) durchgehend erstaunlich spannend. „DANGEROUS ANIMALS von Sean Byrne“ weiterlesen

+++ «Teenage Sex & Death at Camp Miasma» +++ jetzt im Kino