ARMAGEDDON TIME von James Gray

Michael Banks Repeta (Paul Graff) und Anthony Hopkins (Grossvater) © Universal

James Gray ist jener us-amerikanische Autorenfilmer, der eigentlich wohl nur dank dem Festival von Cannes ein wenig international bekannt geworden ist. Seine grösseren und kleineren Filme sind oft auf Kritiker-Wohlwollen gestossen, aber selten auf ein riesiges Publikum.

Oft hat er filmisch Felder beackert, auf denen er gleichzeitig persönlich und doch epigonal zu wirken schien, etwa We Own the Night von 2007. „ARMAGEDDON TIME von James Gray“ weiterlesen

LE OTTO MONTAGNE von Felix van Groeningen und Charlotte Vandermeersch

‚Le Otto Montagne‘ © Alberto Novelli for Wildside

Diese Geschichte einer Männerfreundschaft beginnt wie eine Pagnol-Verfilmung. Pietro, der Junge aus der Stadt Turin, trifft in den italienischen Alpen in den Sommerferien auf Bruno, den letzten Jungen des Dorfes.

Pietro ist elf, Bruno gerade zwölf geworden. Bruno sagt nicht viel, aber die Freundschaft der beiden spielt sich in der Natur ab. Und Pietro ist sehr unglücklich, als er nach Turin zurück muss. „LE OTTO MONTAGNE von Felix van Groeningen und Charlotte Vandermeersch“ weiterlesen

ZHENA CHAIKOVSKOGO (Tchaikovsky’s Wife) von Kirill Serebrennikov

Alyona Mikhailova (Antonina Miliukova) und Odin Lund Biron (Pyotr Tchaikovsky) © Hype Film

Ein historisches Kostümdrama hätte man von Kirill Serebrennikov nicht gerade erwartet, auch wenn seine letzten Filme durchaus schon in der jüngeren sowjetischen Vergangenheit angesiedelt waren.

Jetzt aber geht er zurück in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Moskau und erzählt die tragische Geschichte der loyalen Gattin des schwulen Komponisten Tschaikowsky. Auf den ersten Blick eine überraschende Wahl. „ZHENA CHAIKOVSKOGO (Tchaikovsky’s Wife) von Kirill Serebrennikov“ weiterlesen

COUPEZ! von Michel Hazanavicius

Zombiekopf im Höhenflug: ‚Coupez!‘ – Mais, ça va la tête? © JMH

Zombies zur Eröffnung des grössten Filmfestivals der Welt? Das hat schon seine Richtigkeit, wenn der Meister der OSS 117-James-Bond-Parodien dahintersteckt. Schliesslich hat Hazanavicius mit seiner Stummfilmhommage The Artist vor genau elf Jahren hier in Cannes endgültig bewiesen, dass Parodien die schönsten Liebeserklärungen sind. Jedenfalls im Kino.

Einen Oscar, wie mit The Artist, wird er diesmal zwar nicht gewinnen. Aber die Herzen aller Kinofans, für die Genre- und Trash-Filme zum Kino gehören wie Leber und Milz zum menschlichen Körper. „COUPEZ! von Michel Hazanavicius“ weiterlesen

GARÇONNIÈRES von Céline Pernet

‚Garçonnières‘ © Climage

Der erste Sex? Das sei schrecklich gewesen, peinlich, ein Desaster. Das sagen sie fast alle, die Männer zwischen dreissig und fünfundvierzig vor Céline Pernets Kamera.

Sie habe Männer immer gemocht, faszinierend gefunden, erklärt die Anthropologin und Filmemacherin zu Beginn ihres täuschend einfachen Dokumentarfilms. „GARÇONNIÈRES von Céline Pernet“ weiterlesen

Podcast mit Fredi M. Murer

Fredi M. Murer beim Drehen in den Urner Bergen (ca. 1984?) © fmm

Der Ehrenpreis des Schweizer Films 2022 geht an Fredi M. Murer. Sein Bergdrama Höhenfeuer gehört zu den grossen Werken des neuen Schweizer Films. Seine Dokumentarfilme veränderten den Blick auf die Urschweiz. Mit Eigensinn, Witz und Widerstand wurde Murer zu einer Integrationsfigur der Filmszene.

Im Kontext-Podcast erzählt Murer aus seinem Leben und von seiner Arbeit.

Hören:

Saugen: Kontext Fredi M. Murer (Rechtsklick für Download)

„Podcast mit Fredi M. Murer“ weiterlesen

Locarno 74: Die Preise

Goldener Leopard für Edwin, hier auf dem Set mit seinem rollenden Titelvorspann © Erieknjuragan

Pardo d’oro (Goldener Leopard),
Grosser Preis der Stadt Locarno für den besten Film:

SEPERTI DENDAM, RINDU HARUS DIBAYAR TUNTAS
(VENGEANCE IS MINE, ALL OTHERS PAY CASH)
von Edwin, Indonesien / Singapur / Deutschland

„Locarno 74: Die Preise“ weiterlesen

Bilanzrunde: Locarno Nr. 74: Ein altes Filmfestival mit einem neuen Direktor

Giona A. Nazzaro – der neue künstlerische Direktor © Filmfestival Locarno

Die 74. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno war die erste unter der künstlerischen Leitung von Giona A. Nazzaro. Wo steht der grösste Schweizer Kulturanlass in einer filmischen Landschaft die mehr denn je von Umbruch und Veränderung geprägt ist?

„Bilanzrunde: Locarno Nr. 74: Ein altes Filmfestival mit einem neuen Direktor“ weiterlesen

ZEROS AND ONES von Abel Ferrara

Ethan Hawke © Maze Pictures

Eine undefinierte Terrorgruppe plant, den Vatikan in die Luft zu sprengen und ein amerikanischer Soldat in Rom (Ethan Hawke) versucht, das zu verhindern. Der Bruder (auch Ethan Hawke) des Soldaten ist in Gefangenschaft, weil er das Geheimnis kennt.

Zu den Terroristen gehören offenbar russische Agenten, vielleicht auch Islamisten, so genau wird man das nie erfahren. „ZEROS AND ONES von Abel Ferrara“ weiterlesen

JUJU STORIES von Abba T. Makama, C.J. ‘Fiery’ Obasi und Michael Omonua

Bukola Oladipupo, Rhoda Albert und Chisom Coco Ofor im Segment ‚Suffer the Witch‘ © Fiery Film / 20 Pounds Prod.

Surreal16 nennt sich das nigerianische Filmkollektiv, das diese drei Kurzfilme zu einem Thema hervorgebracht hat. Die Filmemacher haben den Anspruch, das afrikanische Selbstbild zu verändern. Zumindest suggeriert das der Katalogtext von Locarno.

Nun sind weder Lagos noch Nigeria mit dem afrikanischen Kontinent gleichzusetzen. Man darf aber davon ausgehen, dass es so etwas wie panafrikanische Perspektiven und Vorstellungen gibt, nur schon in Abgrenzung zum kolonialen Erbe. „JUJU STORIES von Abba T. Makama, C.J. ‘Fiery’ Obasi und Michael Omonua“ weiterlesen