L’ÉTRANGER von François Ozon

Meursault (Benjamin Voisin), Marie Cardona (Rebecca Marder) © filmcoopi

Es braucht schon einen eklektischen Kinomeister wie Ozon, um Camus’ existenzialistischem Nihilismus so viel erotische Schönheit einzuschreiben. Er kann das, wegen dem (Sonnen-) Licht, mit dem er und sein Kameramann Manuel Dacosse die schwarzweisse Bilder­pracht aufladen: «C’est à cause du soleil».

Die kleinen, aber bezeichnenden Verschiebungen, welche François Ozon mit seiner insgesamt erstaunlich textgetreuen Adaption von Camus’ «Der Fremde» vornimmt, funktionieren wie in der Sonne blinzelnde Perspektivenwechsel. Statt des berühmten ersten Satzes des Buches, «Aujourd’hui maman est morte.» (Heute ist Mama gestorben), ist Meursault, bereits im Gefängnis, mit diesem Satz zu hören: «J’ai tué un Arabe» (Ich habe einen Araber getötet). „L’ÉTRANGER von François Ozon“ weiterlesen

Berlinale 16: CARTAS DA GUERRA von Ivo M. Ferreira (Wettbewerb)

Miguel Nunes
Miguel Nunes

Briefe aus dem Krieg sind die Grundlage dieses portugiesischen Films. Es sind die Briefe, welche der spätere Schriftsteller und Arzt António Lobo Antunes zwischen 1971 und 1973 aus dem portugiesischen Kolonialkrieg in Angola an seine Frau zuhause geschrieben hat. Sie sind als Buch erschienen: D’Este Viver Aqui Neste Papel Descripto, Cartas da Guerra, herausgegeben von seinen Kindern, Maria José and Joana Lobo Antunes, im Jahr 2005.

Berlinale_Balken_2016

Der Arzt war neunundzwanzig Jahre alt, als er zum Militärdienst eingezogen und schliesslich nach Angola geschickt wurde. Er hat seiner Frau fast täglich geschrieben.

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