Acht Jahre liegen zwischen den zehn Drehtagen im Januar 2018 und dem Kinostart am 21. Mai 2026. Dass Plüss trotzdem frisch und zeitlos wirkt, liegt an den schwarzweissen Einstellungen von Martin Albisetti, der seine eigene Kamera führte. Und an den gezielt zwischen Retro und Gegenwart angesiedelten Sets, Drehorten und Schauspielern. „PLÜSS von Martin Albisetti“ weiterlesen
Rose von Markus Schleinzer. Sandra Hüller als Frau, die sich als heimkehrender Soldat ausgibt, im 30jährigen Krieg. Atmosphärisch, metaphorisch, konkret gegendert und emotional bestechend.
Memory of Princess Mumbi von Damien Hauser. Afrofuturismus, Liebesgeschichte, Meta-Film, KI-Einsatz und Hinterfragung: Ein wegweisendes Kinofest.
Divine Comedy von Ali Asgari. Ein Regisseur und seine Produzentin wollen in Teheran eine unbewilligte Filmvorführung organisieren. Unter der milden Satire lauern Dantes iranische Höllenkreise.
Vie privée von Rebecca Zlotowski. Die von Jodie Foster gespielte Psychoanalytikerin in Paris entdeckt die disinhibitive Kraft des Fabulierens; der Film beweist jene des Kinos.
Romería von Carla Simón. Die 18jährige Marina reist an die spanische Atlantikküste auf der Suche nach der Liebesgeschichte ihrer unbekannten Eltern. Ein Trip in die 1980er und zum Kern des Erwachsenwerdens.
Wolves ist der erste Langspielfilm des Zürchers Jonas Ulrich und ein bemerkenswert kontrolliertes Unterfangen. Denn die Geschichte der 23jährigen Kita-Mitarbeiterin Luana (Selma Kopp), die den dunklen Verlockungen der Black-Metal-Band ihres deutlich älteren Cousins, und vor allem dem neuen geheimnisvollen Sänger Wiktor (Bartos Bielenia) aus Polen, nicht widerstehen kann, trüge in sich durchaus die Struktur jener altväterisch-erziehungsberechtigten Obacht-Drogen-und-Satanismus-Filme der 1970er Jahre.
Aber Ulrichs Drehbuch nimmt nicht nur seine Figuren sehr ernst, das Filmteam weiss auch sehr genau, was sie erzählen und vor allem wovon. Wolves ist eine ernsthafte Coming-of-Age-Geschichte, ein Roadmovie, eine Sozialstudie, ein Rockumentary – die titelgebende Black Metal Band wurde für die Dreharbeiten extra gegründet und bei tatsächlichen Gigs gefilmt – und schliesslich eine politisch-sozial klar verortete, kathartisch gesteigerte Selbstfindungsstory. „WOLVES von Jonas Ulrich“ weiterlesen
Rose von Markus Schleinzer. Sandra Hüller als Frau, die sich als heimkehrender Soldat ausgibt, im 30jährigen Krieg. Atmosphärisch, metaphorisch, konkret gegendert und emotional bestechend.
Memory of Princess Mumbi von Damien Hauser. Afrofuturismus, Liebesgeschichte, Meta-Film, KI-Einsatz und Hinterfragung: Ein wegweisendes Kinofest.
Divine Comedy von Ali Asgari. Ein Regisseur und seine Produzentin wollen in Teheran eine unbewilligte Filmvorführung organisieren. Unter der milden Satire lauern Dantes iranische Höllenkreise.
Vie privée von Rebecca Zlotowski. Die von Jodie Foster gespielte Psychoanalytikerin in Paris entdeckt die disinhibitive Kraft des Fabulierens; der Film beweist jene des Kinos.
Romería von Carla Simón. Die 18jährige Marina reist an die spanische Atlantikküste auf der Suche nach der Liebesgeschichte ihrer unbekannten Eltern. Ein Trip in die 1980er und zum Kern des Erwachsenwerdens.
Wenn da jemand in Ermangelung eines subtileren Begriffs diesen Film als «Sexkomödie» bezeichnet, dann klingt im kanadisch-französischen Titel fast unwillkürlich die «cochonnerie» mit an, zu deutsch die Schweinerei. Und in der Tat dreht sich die erste Langspielfilm-Regiearbeit des renommierten kanadischen Drehbuchautors Eric K. Boulianne in weiten Teilen recht explizit um die sexuellen Wünsche, Frustrationen und Experimente eines langjährigen Ehepaares. „FOLICHONNERIES von Eric K. Boulianne“ weiterlesen
Wanderfilme sind seit Jahrzehnten ein eigenes Kinogenre. In der Buchverfilmung Wild von 2014 erholte sich die von Reese Witherspoon gespielte Cheryl von persönlichen Schicksalschlägen. Im Jahr darauf unternahmen Robert Redford und Nick Nolte A Walk in the Woods, ebenfalls nach einem literarischen Wanderbestseller. Ich bin dann mal weg hiess im gleichen Jahr der Santiago-Pilgerfilm mit Hape Kerkeling, nach dessen eigenem literarischen Tagebuch.
Das Paradox dieses Films gibt ihm einen Teil seiner Kraft. Sandra Hüller spielt eine Frau, die vorgibt, ein Mann zu sein. Einen Soldaten im dreissigjährigen Krieg (1618-1648), einen kriegsversehrten Rückkehrer mit den Papieren, die ihn als rechtmässigen Besitzer eines zerfallenden Gutshofes ausweisen. Sandra Hüller ist gross auf dem Plakat zu sehen, ihr Name steht ganz oben, an der letzten Berlinale hat sie für die Rolle der Rose den Bären für die beste Hauptdarstellerin gewonnen.
Wer ins Kino geht, erwartet daher nicht die eigene Täuschung, sondern die möglichst überzeugende Täuschung der anderen Filmfiguren durch Hüllers Rose. Von solchen Gender-Kippfiguren hat die Kinogeschichte schon einige geboten, von Hillary Swank in Boys Don’t Cry bis zu Glenn Close als Albert Nobbs. Bei allen gehörte das offiziell definierte Geschlecht der Darstellerin zum Erlebniskonzept – anders als etwa bei Neil Jordans The Crying Game, wo die Überraschung auch dem Publikum gelten sollte. „ROSE von Markus Schleinzer“ weiterlesen
Hier ist ein Film, der einem die Hoffnung zurückgibt. Ein Filmemacher, der einfach macht, mit einem untrüglichen Gespür dafür, wo Figuren, Geschichten, Technik und Imagination zu purem Kinoglück verschmelzen.
Memory of Princess Mumbi ist eine retrofuturistische Liebesgeschichte, erzählt als Mockumentary, angesiedelt im Jahr 2093 in Afrika und in der Schweiz, gedreht mit fröhlichen Freunden, einer hinreissenden Profischauspielerin in der Titelrolle, vor Ort in Kenia, schnell und mit minimalem technischem Aufwand vor ein paar Jahren. Und dann in der Postproduktion, unter Einsatz von KI und Phantasie, über Jahre hinweg zu dem Solitär ausgebaut, mit dem Hauser letztes Jahr ans Filmfestival von Venedig eingeladen wurde, zu den Giornate degli autori – dem italienischen Äquivalent der Quinzaine des cinéastes in Cannes. „MEMORY OF PRINCESS MUMBI von Damien Hauser“ weiterlesen
Divine Comedy von Ali Asgari. Ein Regisseur und seine Produzentin wollen in Teheran eine unbewilligte Filmvorführung organisieren. Unter der milden Satire lauern Dantes iranische Höllenkreise.
Vie privée von Rebecca Zlotowski. Die von Jodie Foster gespielte Psychoanalytikerin in Paris entdeckt die disinhibitive Kraft des Fabulierens; der Film beweist jene des Kinos.
Romería von Carla Simón. Die 18jährige Marina reist an die spanische Atlantikküste auf der Suche nach der Liebesgeschichte ihrer unbekannten Eltern. Ein Trip in die 1980er und zum Kern des Erwachsenwerdens.
Was diese Natur dir sagt von Hong Sang-soo. Nach drei Jahren trifft der junge Dichter die Eltern seiner Freundin zum ersten Mal. Ein freundlich-koreanisches Abtasten mit Höflichkeiten und Alkohol. Ein echter Hong Sang-soo.
DJ Ahmet von Georgi M. Unkovski. Gerade weil der nordmazedonische Schafhirte und die tiktokende Nachbarstochter nicht zusammen sollen, fügen sich die disparaten Elemente dieses Films zu einem farbig-fröhlichen Ganzen.
Vor zwei Jahren brach im italienischen Kino ansatzweise der Barockfrühling aus, mit Margherita Vicarios Melodramusical Gloria! Leider entpuppte sich der Versuch, Vivaldi und seine Zeitgenossinnen ins gegenwärtige Pop-Panoptikum zu transferieren, als wenig ergiebig: Mehr «Rondo Veneziano» als Musikgeschichte. „PRIMAVERA (Vivaldi und ich) von Damiano Michieletto“ weiterlesen