Die Unverpassbaren, Woche 42 – 2026

‚Alte Liebe‘: Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Alte Liebe von Andreas Dresen. Nach vierzig Ehejahren suchen Lore und Harry nach dem, was das gemeinsame Leben noch zu bieten hätte. Subtil umgesetzte und clever ostifizierte Bestsellerverfilmung.
  2. Dua von Blerta Basholli. Eine Dreizehnjährige navigiert in Pristina Ende der 1990er zwischen Teenie-Bedürfnissen und ethnischem Terror. Starkes Kino.
  3. Kalari Kid von Maria Kaur-Bedi & Satindar Singh Bedi. Eine alte Kampfkunst zum Schutz von Frauen und Mädchen in der nach wie vor misogynen Gesellschaft Indiens. Und das ist bloss ein Aspekt. Ein schlagkräftiger Dok.
  4. Un poeta von Simón Mesa Soto. Der gescheiterte Dichter und sein Hoffnungstransfer auf auf eine Schülerin. Kunstbetrieb vs. Kunsttrieb.
  5. Tristan Forever von Tobias Nölle und Loran Bonnardot. Eine wunderbar melancholische Allegorie auf die faktische Unstillbarkeit des menschlichen Fernwehs.

ALTE LIEBE von Andreas Dresen

Harry (Joachim Król) und Lore (Dagmar Manzel) © filmcoopi

Dafür, dass Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) seit vierzig Jahren verheiratet sind, und dafür, dass vor allem Lore findet, Harry sei seit seiner Pensionierung festgefahren zwischen Gartenarbeit und Biertrinken, reden die beiden erstaunlich viel. Wenn auch vordergründig vor allem aneinander vorbei. „ALTE LIEBE von Andreas Dresen“ weiterlesen

DUA von Blerta Basholli

Dua (Pinea Matoshi) © frenetic

Dua Gashi (Pinea Matoshi) ist dreizehn Jahre alt. Sie lebt mit ihrer albanischstämmigen Familie in Pristina im Kosovo, Ende der 1990er Jahre. Dua geht zur Schule, mit anderen albanischen Kindern, in einer Privatwohnung. Der Unterricht wird freiwillig und heimlich geleitet, auch für jugendliche Flüchtlinge aus ländlichen Gebieten, stets in Angst vor Entdeckung durch die serbisch dominierte Polizei. „DUA von Blerta Basholli“ weiterlesen

WENN DIE ERINNERUNG VERBLASST von Martina Rieder & Marianne Pletscher

Birgitta Martensson und ihr Gehirn © Outside the Box

Warum piekst es meine Neugier, wenn ich erfahre, dass die langjährige Direktorin von Alzheimer Schweiz an Alzheimer erkrankt ist? Schliesslich sind auch Zahnärzte nicht vor Karies gefeit. Aber im Fall von Birgitta Martensson kommen ihr Wissen, ihr Engagement und ihre Haltung dazu. Und ihre Bereitwilligkeit, das alles vor der Kamera über, wie sich zeigen sollte, fast drei Jahre hinweg öffentlich zu machen.

Jahre ihres Berufslebens hat die ursprünglich aus Schweden stammende Frau der Aufklärung und Information rund um die Demenzerkrankung gewidmet. Insofern erscheint ihr das Projekt der Dokumentarfilmerinnen Martina Rieder und Marianne Pletscher offensichtlich als konsequente Fortsetzung ihrer Aufklärungsarbeit. „WENN DIE ERINNERUNG VERBLASST von Martina Rieder & Marianne Pletscher“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 41 – 2026

Luna Wedler ‚Sie glauben an Engel, Herr Drowak?‘ ©Sister Dist.

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Kalari Kid von Maria Kaur-Bedi & Satindar Singh Bedi. Eine alte Kampfkunst zum Schutz von Frauen und Mädchen in der nach wie vor misogynen Gesellschaft Indiens. Und das ist bloss ein Aspekt. Ein schlagkräftiger Dok.
  2. Un poeta von Simón Mesa Soto. Der gescheiterte Dichter und sein Hoffnungstransfer auf auf eine Schülerin. Kunstbetrieb vs. Kunsttrieb.
  3. Tristan Forever von Tobias Nölle und Loran Bonnardot. Eine wunderbar melancholische Allegorie auf die faktische Unstillbarkeit des menschlichen Fernwehs.
  4. Sie glauben an Engel, Herr Drowak? von Nicolas Steiner. Optimistin trifft auf Menschenfeind. Eine Delikatesse in farbigem Schwarzweiss.
  5. Salvation von Emin Alper. Eine sozialpolitische Parabel, angesiedelt zwischen zwei anatolischen Bergdörfern. Mit dürrenmattscher Konsequenz.

FREEDOM – LE DESTIN DE SHEWIT von Anne-Frédérique Widmann

© First Hand Films

Langzeitdokumentationen über einzelne Menschen provozieren Verwandtschaftsgefühle. So wie einem manches Serienpersonal nach ein paar Staffeln gefühlt näher steht als die Tante in der Ostschweiz. „FREEDOM – LE DESTIN DE SHEWIT von Anne-Frédérique Widmann“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 40 – 2026

‚Kalari Kid‘ Arushi ist nicht immer so lammfromm © First Hand Films

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Kalari Kid von Maria Kaur-Bedi & Satindar Singh Bedi. Eine alte Kampfkunst zum Schutz von Frauen und Mädchen in der nach wie vor misogynen Gesellschaft Indiens. Und das ist bloss ein Aspekt. Ein schlagkräftiger Dok.
  2. Un poeta von Simón Mesa Soto. Der gescheiterte Dichter und sein Hoffnungstransfer auf auf eine Schülerin. Kunstbetrieb vs. Kunsttrieb.
  3. Tristan Forever von Tobias Nölle und Loran Bonnardot. Eine wunderbar melancholische Allegorie auf die faktische Unstillbarkeit des menschlichen Fernwehs.
  4. Sie glauben an Engel, Herr Drowak? von Nicolas Steiner. Optimistin trifft auf Menschenfeind. Eine Delikatesse in farbigem Schwarzweiss.
  5. Salvation von Emin Alper. Eine sozialpolitische Parabel, angesiedelt zwischen zwei anatolischen Bergdörfern. Mit dürrenmattscher Konsequenz.

WHILE THE GREEN GRASS GROWS (Parts I-VII) von Peter Mettler

Ich brauchte eine Weile, um zu merken, dass ich nicht wirklich über Nacht die Fähigkeit entwickelt habe, die Sprache der Krähen zu verstehen. Als lebenslanger Kinogänger lese ich Untertitel meist unbewusst. Und so war ich zunächst nicht erstaunt darüber, dass mir der Dialog dieser Vögel im dritten Teil von Peter Mettlers filmischem Tagebuch einfach so zuflog. Erst als einer von ihnen nach einem Glas Gin verlangte, wurde ich stutzig: „WHILE THE GREEN GRASS GROWS (Parts I-VII) von Peter Mettler“ weiterlesen

KALARI KID von Maria Kaur-Bedi & Satindar Singh Bedi

© First Hand Films

Der ganze Titel dieses ungewöhnlichen Dokumentarfilms lautet: Kalari Kid – She hits back. Sie schlägt zurück. Und selbstverständlich wird hier der Ermächtigungsklassiker Karate Kid (1984) referenziert. Zusammen mit dem Zusatz «sie schlägt zurück» ist der Titel nicht nur Ankündigung, sondern Programm. Und wie! „KALARI KID von Maria Kaur-Bedi & Satindar Singh Bedi“ weiterlesen

DAS UNENDLICHE JETZT von Kaspar Kasics

Klara Rensing und Christian Sonderegger © Vinca Film

«Eine Frau zu küssen ist schön. Schön und zart», sagt Klara Rensing, und streichelt dazu einen Broccoli. «Männer sind auch schön!» wirft Tatjana Bollhalder ein. «Männer zu küssen ist so wäh!» entgegnet Klara und streckt mit einem Würgegeräusch einer Zitrone die Zunge raus. „DAS UNENDLICHE JETZT von Kaspar Kasics“ weiterlesen