Filmpodcast Nr. 595: Der Goldene Handschuh, Boy Erased, Claude Goretta, Bruno Ganz

Jonas Dassler als Frauenmörder Fritz Honka in ‚Der goldene Handschuh‘ © Warner Bros. Ent.

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Heute mit meiner Besprechung des sehr kontrovers diskutierten Films Der Goldene Handschuh von Fatih Akin, mit dem Film Boy Erased, den Ann Mayer gesehen hat. Und mit Erinnerungen an Claude Goretta und Bruno Ganz. Mit in dieser Rolle natürlich auch unsere Kino-Kurztipps und ein Tonspurrätsel.

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Die Unverpassbaren, Woche 08 – 2019

‚Ahlat Ağaçı‘ von Nuri Bilge Ceylan © trigon

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. The Wild Pear Tree (Ahlat Ağaçı) von Nuri Bilge Ceylan. Kunst und Menschwerdung, Ironie und Familie, über mehr als drei grossartige Stunden hinweg. In jeder Sekunde einzigartig, ausufernd diszipliniert, und perfekt in der Balance zwischen Gegenwart und Geschichte.
  2. Boy Erased von Joel Edgerton. Die Geschichte einer versuchten «Umprogrammierung» eines schwulen Jungen konzentriert sich nicht zuletzt auf die von Nicole Kidman und Russell Crowe gespielten Eltern und wird so zum mehrschichtigen Drama.
  3. If Beale Street Could Talk von Barry Jenkins. Die erste originalsprachliche Verfilmung des bahnbrechenden Romans von James Baldwin. Lyrisch und schön, hart und schneidend.
  4. Immer und Ewig von Fanny Bräuning. Die Tochter begleitet ihre Eltern auf die Reise mit dem Wohnmobil, das ihr Vater für sich und seine gelähmte Frau gebaut hat. Ein Dokumentarfilm über Liebe, Grosszügigkeit und diese Sache mit der Abhängigkeit.
  5. The Favourite von Yorgos Lanthimos. Hintersinniges, intrigantes, und grausam komisches Historiendrama am englischen Königshof von Queen Anne zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Olivia Coleman, Rachel Weisz und Emma Stone spielen alle an die Wand. Kino wie ein barockes Festmahl.

Und im Filmpodcast morgen: Boy Erased, Der Goldene Handschuh, Bruno Ganz.

Berlinale 19: SYNONYMES von Nadav Lapid

Quentin Dolmaire, Tom Mercier, Louise Chevillotte © Guy Ferrandis / SBS Films

Ein Film im Wettbewerb, der lange nachhallt – und das nicht nur des auffällig senfgelben Mantels, den der Protagonist praktisch immer trägt.

Synonymes ist ein kluger, einfühlsamer und manchmal auch schräger und geheimnisvoller Film über Ablösung und Neuanfang – in dem sehr viel über die Sprache passiert. Den FIPRESCI-Preis der Kritikerinnen und Kritiker hat er schon gewonnen hier in Berlin. „Berlinale 19: SYNONYMES von Nadav Lapid“ weiterlesen

Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec

Jakob Lassalle, Clara Möller © Nachmittagfilm

Nicht nur laute Filme vermögen zu polarisieren – auch der Film Ich war zuhause, aber der Berliner Regisseurin Angela Schanelec im Wettbewerb der Berlinale hat die einen begeistert, andere geärgert.

Das liegt am konsequenten Stil der Filmemacherin, einer Vertreterin der Berliner Schule. Ihre Filme lassen einen in keinem Moment vergessen, dass man im Kino sitzt, entführen nicht leichtfüssig in eine Geschichte rein, versuchen nie, das Medium vergessen zu machen.

Im Gegenteil – die Inszenierung immer mitzeigen, mitdenken, die Zuschauerinnen und Zuschauer damit herausfordern, das ist Programm in Schanelecs Filmen. „Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 594: If Beale Street Could Talk, Fair Traders, Kacey Mottet-Klein

Catherine Deneuve, Kacey Mottet Klein in André Téchinés ‚L’adieu à la nuit‘ © Curiosa

Heute mit der James Baldwin-Verfilmung If Beale Street Could Talk von Barry Jenkins, dem Schweizer Dokumentarfilm Fair Traders von Nino Jacusso, und schliesslich Brigitte Härings Berlinale-Begegnung mit dem Schweizer Schauspieler Kacey Mottet-Klein, der im neuen Film von André Téchiné mit und gegen Catherine Deneuve spielt. Ein Tonspurrätsel haben wir auch wieder, und die Kurztipps, wie gewohnt.

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Die Unverpassbaren, Woche 07 – 2019

‚If Beale Street Could Talk‘ Tish (KiKi Layne) und Fonny (Stephan James) © DCM

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. If Beale Street Could Talk von Barry Jenkins. Die erste originalsprachliche Verfilmung des bahnbrechenden Romans von James Baldwin. Lyrisch und schön, hart und schneidend.
  2. Immer und Ewig von Fanny Bräuning. Die Tochter begleitet ihre Eltern auf die Reise mit dem Wohnmobil, das ihr Vater für sich und seine gelähmte Frau gebaut hat. Ein Dokumentarfilm über Liebe, Grosszügigkeit und diese Sache mit der Abhängigkeit.
  3. Le vent tourne von Bettina Oberli. Selbstbestimmtes Leben auf dem Oeko-Hof im Jura. Mit jenen Fallen und Leidenschaften, die wir fürchten und lieben.
  4. The Favourite von Yorgos Lanthimos. Hintersinniges, intrigantes, und grausam komisches Historiendrama am englischen Königshof von Queen Anne zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Olivia Coleman, Rachel Weisz und Emma Stone spielen alle an die Wand. Kino wie ein barockes Festmahl.
  5. Alles ist gut von Eva Trobisch. Janne weiss, dass sie vom besoffenen Martin vergewaltigt worden ist. Aber sie will kein Opfer sein und verdrängt den Abend. Bis ihr alles entgleitet. Intelligent, unaufgeregt, präzise und eindringlich.

Und im Filmpodcast morgen: If Beale Street Could Talk, Fair Traders, Kacey Mottet-Klein an der Berlinale

Berlinale 19: SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt

Helena Zengel © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Dieses deutsche Spielfilmdebut lief zwar schon am zweiten Festivaltag, ist aber bis jetzt – es sind schon mehr als die Hälfte aller Filme des internationalen Wettbewerbs gelaufen – immer noch der spannendste Beitrag. Weil er aufregend ist, laut, fordernd und überfordernd. Und weil er viel wagt und dabei viel gewinnt.

«Systemsprenger», das sind Kinder, die weder in Familien, noch in Wohngruppen oder Heimen zurechtkommen, die Regeln noch mit Konventionen einhalten können, denen mit dem Erziehungssystem nicht beizukommen ist. „Berlinale 19: SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt“ weiterlesen

Berlinale 19: GRÂCE À DIEU von François Ozon

Melvil Poupaud (Rechts) © filmcoopi

Am 7. Januar stand der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin vor Gericht. Er habe trotz Kenntnis der Pädophilie eines Priesters diesen nicht der Justiz gemeldet. Fast genau einen Monat später gelangt François Ozons fiktionalisierte Aufarbeitung des Falles um den Priester Bernard Preynat – als Geschichte eines langen Kampfes der Opfer.

Grâce à dieu ist ein Spielfilm, aber Fiktion ist wenig daran. Die Personen der Kirche tragen ihre Klarnamen, die ehemaligen Opfer zumindest die echten Vornamen. In einer Art filmischer Stafette zeichnet Ozon den Kampf dreier Männer nach, alle sind in ihrer Jugend bei Bernard Preynat in der Pfadfindergruppe gewesen, alle sind von diesem missbraucht worden. „Berlinale 19: GRÂCE À DIEU von François Ozon“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 593: The Price of Everything, Straightwashing

‚The Price of Everything‘ © Look Now!

Georges Wyrsch hat die Kunstmarktbeobachtung The Price of Everything gesehen. Und Andreas Klaeui hat sich ein paar Gedanken gemacht zu Straightwashing im Filmmarketing. Straight was? Eben.  – Dazu Tonspurrätsel und Kurztipps wie gewohnt.

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