LAUNDRY (Uhlanjululo) von Zamo Mkhwanazi

Khuthala Sithole (Ntobeko Sishi) bei der Prüfung für den «Dompass» © First Hand Films

Südafrika, 1968. Der junge Khuthala Sithole (Ntobeko Sishi) träumt von einer Jazz-Karriere in den USA, während sein Vater Enoch (Siyabonga Shibe ) zusammen mit seiner Frau versucht, den Familienbetrieb, eine grosse innerstädtische Wäscherei in einer «weissen Zone», vor den Enteignungsversuchen des zunehmend korrupten und gewalttätigen Apartheidsregimes zu schützen.

Als der Vater verhaftet wird, gehen Khuthala langsam die Augen auf, und er verstrickt sich beim Versuch, den Familienbetrieb aufrechtzuerhalten und den Vater zu retten, in den unausweichlichen Unwägbarkeiten zwischen Widerstand und Verrat.

Grossandrang in der Wäscherei der Sitholes © First Hand Films

Mit perspektivisch ungewohnten Einsichten in die südafrikanische Apartheids-Politik und die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen eines auf auf Macht- und Wirtschaftsdominanz basierenden, rassistisch begründeten postkolonialen Ausbeutungssystems hat die 1973 in Durban geborene Zamo Mkhwanazi die Geschichte ihres Grossvaters und dessen Familie aufgenommen. „LAUNDRY (Uhlanjululo) von Zamo Mkhwanazi“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 32 – 2026

‚Le città di pianura‘: Carlobianchi (Sergio Romano) und Doriano (Pierpaolo Capovilla) © Outside the Box

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Le città di pianura von Francesco Sossai. Zwei juvenile alte Säufer im Veneto nehmen einen jungen Architekturstudenten mit auf die Jagd nach einem letzten Glas zwischen Kaurismäki und Fellini.
  2. Nightborn (Yön lapsi) von Hanna Bergholm. Ein kluges, perfides und bisweilen blutiges Spiel mit den Ängsten und Überforderungen rund um Mutter- und Elternschaft.
  3. H is for Hawk von Philippa Lowthorpe. Das Beizjagdtraining eines Habichts als Depressionstherapie. Dank Claire Foy insanely likeable and rather British.
  4. The Odyssey von Christopher Nolan. Zurück ins Kino jener Tage, als wir noch kleiner waren und die Leinwände grösser.  Spektakel mit Substanz – ohne Ironie.
  5. À voix basse von Leyla Bouzids. Ingenieurin Lilia kommt mit ihrer Partnerin zurück nach Tunesien, anlässlich des Todes ihres Onkels. Seine und ihre Homosexualität sind nicht die einzigen Familientabus. Feinfühlig und stimmig.

LE CITTÀ DI PIANURA von Francesco Sossai

Carlobianchi (Sergio Romano) und Doriano (Pierpaolo Capovilla) © Outside the Box

Es gibt einen Optimismus, der ist der Jugend vorbehalten. Und den Betrunkenen. Für die beiden Endfünziger Carlobianchi (Sergio Romano) und Doriano (Pierpaolo Capovilla), zwei endlos juvenile Söhne des Veneto, ist es die göttliche Vorsehung, die sie immer wieder mit neuen Gelegenheiten für ein «letztes Glas» versorgt. „LE CITTÀ DI PIANURA von Francesco Sossai“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 31 – 2026

‚H is for Hawk‘: Helen (Claire Foy) und ihr Habicht Mabel © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. H is for Hawk von Philippa Lowthorpe. Das Beizjagdtraining eines Habichts als Depressionstherapie. Dank Claire Foy insanely likeable and rather British.
  2. The Odyssey von Christopher Nolan. Zurück ins Kino jener Tage, als wir noch kleiner waren und die Leinwände grösser.  Spektakel mit Substanz – ohne Ironie.
  3. À voix basse von Leyla Bouzids. Ingenieurin Lilia kommt mit ihrer Partnerin zurück nach Tunesien, anlässlich des Todes ihres Onkels. Seine und ihre Homosexualität sind nicht die einzigen Familientabus. Feinfühlig und stimmig.
  4. L’inconnu de la Grande Arche von Stéphane Demoustier. The Brutalist in real und in Paris. Politik, Zeitgeschichte und Architekturdrama mit feinster Besetzung.
  5. La Hija Cóndor von Álvaro Olmos Torrico. Clara singt als angehende Anden-Hebamme alte Quechua-Gesänge, träumt aber auch von einer Pop-Karriere in der Stadt. Bildstark und zeitgemäss epochenbalanciertes Ethno-Kino.

Die Unverpassbaren, Woche 30 – 2026

‚H is for Hawk‘: Helen (Claire Foy) und ihr Habicht Mabel © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. H is for Hawk von Philippa Lowthorpe. Das Beizjagdtraining eines Habichts als Depressionstherapie. Dank Claire Foy insanely likeable and rather British.
  2. The Odyssey von Christopher Nolan. Zurück ins Kino jener Tage, als wir noch kleiner waren und die Leinwände grösser.  Spektakel mit Substanz – ohne Ironie.
  3. À voix basse von Leyla Bouzids. Ingenieurin Lilia kommt mit ihrer Partnerin zurück nach Tunesien, anlässlich des Todes ihres Onkels. Seine und ihre Homosexualität sind nicht die einzigen Familientabus. Feinfühlig und stimmig.
  4. L’inconnu de la Grande Arche von Stéphane Demoustier. The Brutalist in real und in Paris. Politik, Zeitgeschichte und Architekturdrama mit feinster Besetzung.
  5. La Hija Cóndor von Álvaro Olmos Torrico. Clara singt als angehende Anden-Hebamme alte Quechua-Gesänge, träumt aber auch von einer Pop-Karriere in der Stadt. Bildstark und zeitgemäss epochenbalanciertes Ethno-Kino.

H IS FOR HAWK von Philippa Lowthorpe

Helen (Claire Foy) und ihr Habicht Mabel © filmcoopi

Die Bilder des Habichts, der im bodennahen Flug durch das Unterholz ein Kaninchen verfolgt, sind von atemberaubend tödlicher Schönheit. Helen (Claire Foy) ihrerseits verfolgt ihren Vogel durch den Wald rennend, ohne Rücksicht auf zerkratzte Beine und ins Gesicht peitschende Zweige, mit dem gleichen monodynamischen Fokus, der den Raubvogel steuert. „H IS FOR HAWK von Philippa Lowthorpe“ weiterlesen

THE ODYSSEY von Christopher Nolan

Das trojanische Pferd © Universal Studios

Die sekundäre Social-Media-Werbewalze für Nolans Neuverfilmung der Odyssee ist beispiellos, die Kritiken und Artikel übersteigen akkumuliert jetzt schon alles, was sonst noch in diesem Jahr auf die Leinwände gelangt. Der Hauptgrund dafür ist wohl die kollektive Erleichterung darüber, dass Nolan dem Kino sein Umpf! zurückgibt, die monumentale, epische Energie des kindlichen Staunens über das ganz grosse Abenteuer mit Göttern, Monstern und Menschen. „THE ODYSSEY von Christopher Nolan“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 29 – 2026

‚Á voix basse‘: Alice (Marion Barbeau) und Lilia (Eya Bouteraa) © cineworx

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. À voix basse von Leyla Bouzids. Ingenieurin Lilia kommt mit ihrer Partnerin zurück nach Tunesien, anlässlich des Todes ihres Onkels. Seine und ihre Homosexualität sind nicht die einzigen Familientabus. Feinfühlig und stimmig.
  2. L’inconnu de la Grande Arche von Stéphane Demoustier. The Brutalist in real und in Paris. Politik, Zeitgeschichte und Architekturdrama mit feinster Besetzung.
  3. La Hija Cóndor von Álvaro Olmos Torrico. Clara singt als angehende Anden-Hebamme alte Quechua-Gesänge, träumt aber auch von einer Pop-Karriere in der Stadt. Bildstark und zeitgemäss epochenbalanciertes Ethno-Kino.
  4. Cosmos von Germinal Roaux. Begegnung der Gegensätze in Yucatán, in leuchtend eindringlichem Schwarzweiss. Leben und Sterben in Schönheit.
  5. Fuori von Mario Martone. Ein faszinierender Tauchgang in Frauenfreundschaften im Rom der 1980er, nach Goliarda Sapienza.

À VOIX BASSE von Leyla Bouzids

Lilia (Eya Bouteraa) und ihre Lebensgefährtin Alice (Marion Barbeau) © cineworx

In Frankreich lebt die junge Ingenieurin Lilia (Eya Bouteraa) mit ihrer Lebensgefährtin Alice (Marion Barbeau). Aber vom Flughafen in Tunis fährt sie mit ihr zuerst zu einem Hotel in Sousse, bevor sie sich alleine aufmacht ins Haus ihrer Grossmutter, zum Familien-Abschied von Onkel Daly (Karim Remadi). Warum sie um Alice ein Geheimnis macht, erschliesst sich erst nach und nach.

Nicht nur die Todesursache von Daly ist unklar. Er wurde nackt auf der Strasse gefunden. Auch Dalys Homosexualität, ein offenes Geheimnis in der Familie, wird im Umfeld der Matriarchin Lilias Grossmutter Mamie Néfissa (Salma Baccar) tunlichst nicht erwähnt, weder von seinen Schwestern, Lilias Mutter Wahida (Hiam Abbass), und ihrer Tante Hayet (Feriel Chamari) und schon gar nicht von den übrigen Familienmitgliedern. „À VOIX BASSE von Leyla Bouzids“ weiterlesen

LA VALLE DEI SORRISI von Paolo Strippoli

Don Attilio (Roberto Citran) © fandango

Den Menschen im italienischen Städtchen Remis steht das Lächeln im Gesicht. Es steht auch auf dem Schild am Ortseingang, das dem Film seinen Titel gibt. Und die Leute lächeln, obwohl fast jeder im Ort bei dem schrecklichen Zugsunglück vor 15 Jahren Angehörige verloren hat.

Den in seinem eigenen Unglück vergrabenen Aushilfssportlehrer und einstigen Judo-Champion Sergio Rosetti (Michele Riondino) kümmert das wenig. Tagsüber lässt er seine Schülerinnen und Schüler im Kreis laufen und abends besäuft er sich in Michelas Bar, bis diese ihn zum Geheimnis des Ortes führt: Dem 15jährigen Matteo, bei dem man durch eine Umarmung seinen Schmerz loswerden kann.

Dass dieses Wunder einen höllischen Preis hat, für die Ortsbewohner, aber auch für Matteo, das erkennt Sergio erst allmählich. „LA VALLE DEI SORRISI von Paolo Strippoli“ weiterlesen

+++ «NIGHTBORN» (Yön lapsi) von Hanna Bergholm +++ Jetzt im im Kino