LA HIJA CÓNDOR von Álvaro Olmos Torrico

Clara (Marisol Vallejo Montaño) und Ana (María Magdalena Sanizo) © trigon

In den bolivianischen Anden, auf 3304 Metern über Meer liegt der Ort Totorani. Dort hat der bolivianische Filmemacher Álvaro Olmos Torrico auf einer seiner Reisen eine Quechua-Hebamme kennengelernt, die letzte ihrer Art, in einer kleinen Gemeinschaft, welche zunehmend kleiner wird. Er hat sie mehrfach besucht und konnte sich schliesslich mit ihr verständigen, obwohl er selber kein Quechua spricht. Als sie starb, nahm er das zum Anlass für seinen zweiten Spielfilm.

Die Ana des Films, die alte Hebamme mit ihrer Schülerin und Ziehtochter Clara, ist das Herz, ein Hort alten Wissens, und für viele in der kleinen Gemeinschaft der Mensch, dem sie als erstes in ihrem Leben begegnet sind. Ana verkörpert die verschwindenden Gemeinsamkeiten in einer Welt, die von aussen bedrängt und geöffnet wird. „LA HIJA CÓNDOR von Álvaro Olmos Torrico“ weiterlesen

COSMOS von Germinal Roaux

León (Andrés Catzín) © Sister Distribution

Es ist unglaublich, wie stark diese schwarzweissen Bilder leuchten. Als Fotograf ist Germinal Roaux in dieser essentiell reduzierten Welt zuhause, die nur auf der Netzhaut existiert und sich direkt ins Gefühl einbrennt. Das Bild dafür stellt er an den Anfang von Cosmos, einen Baum auf einem dschungelartigen Hügel, aus dessen Stamm von innen heraus kleine Flammen schlagen, flüssig tropfendes Licht.

Im ländlichen Yucatán, in dem dieser Auftaktbaum zu totemartigem Leben erwacht, wie eine Prélude zu einer Pastorale, werden sich die sterbenskranke Literaturprofessorin Lena und der indigene, illiterate Maya-Kleinbauer León im Verlauf der 152 fiebertraumruhigschönen Minuten von Cosmos finden, verbinden und verabschieden. „COSMOS von Germinal Roaux“ weiterlesen

EUREKA von Lisandro Alonso

Murphy (Viggo Mortensen) © Sister Distribution

Wenn Sie sich schon immer einmal einen schamanischen Western gewünscht haben, dann hat der Argentinier Lisandro Alonso jetzt Ihren Wunsch erfüllt. Und falls nicht, dann wird Ihnen spätestens im Kino mit Eureka klar, dass Ihnen dieser Wunsch bisher bloss nicht bewusst war.

Eureka kitzelt zuerst unsere Western-Erinnerungen mit einem schwarzweissen Segment im klassischen 4:3 Akademieformat, das etliche der archetypischen Klischees einer Art Rebirthing unterzieht.

Viggo Mortensen kommt in die physisch und moralisch versaute Frontier-Stadt, in der sich alle betrinken und viele prostituieren, insbesondere die Native Americans, unter dem wachsamen Auge von Maya El Coronel (Chiara Mastroianni). Er schiesst sich den Weg frei zu Randall (Rafi Pitts), um seine Tochter aus dessen Fängen zu befreien. Bloss um – zu spät – festzustellen, dass diese das Leben mit Randall aus freien Stücken gewählt hat. „EUREKA von Lisandro Alonso“ weiterlesen

THE SONG OF MARY BLANE von Bruno Moll

«The Song of Mary Blane» von Frank Buchser (Ausschnitt) © trigon

«The Song of Mary Blane» heisst  ein grossformatiges Bild, das der Solothurner Frank Buchser 1869 in Charlottesville, USA, gemalt hatte. Bald nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges. Manch einem mag die Buchser-Biografie, welche Dokumentarfilmer Bruno Moll jetzt auf die Leinwand bringt, auf überraschende Weise bekannt vorkommen. „THE SONG OF MARY BLANE von Bruno Moll“ weiterlesen

+++ «Teenage Sex & Death at Camp Miasma» +++ Ab Donnerstag im Kino